Heinz-Jürgen Greszik (SPD) zum Wahlausgang

„Müssen werben für die Samtgemeinde“

Harpstedt - „Wir haben weiterhin einen stabilen Samtgemeinderat, der konstruktiv und spannungsfrei zusammenarbeiten kann“, resümiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Heinz-Jürgen Greszik mit Blick auf den Ausgang der Kommunalwahl. Für die Sozialdemokraten hätte er sich schon erhofft, dass als Folge der einwohnerzahlbedingten Verkleinerung des Rates „der Kelch an uns vorübergehen“ würde. Dieser Wunsch ging zu seinem Bedauern nicht in Erfüllung; die SPD büßte einen Sitz ein.

Obwohl Anne Wilkens-Lindemann nicht wieder kandidiert habe, bleibe die Gemeinde Colnrade mit Merjem Hodzic in der künftigen SPD-Samtgemeinderatsfraktion vertreten. Das freut Greszik genauso wie der Einzug „unserer Spitzenkandidatin Saskia Kamp“, die mit Erfolg für sich geworben habe, wenngleich ihr der Einzug in den Kreistag verwehrt geblieben sei. Ambitionierte junge Menschen wie Merjem Hodzic oder – im Fleckenrat – Mayra Timmermann hätten nun eine Chance zu aktiver politischer Mitwirkung, sagt Greszik, und dieser Umstand findet eine positive Würdigung in seinem Fazit, ebenso der gestiegene Frauen-Anteil.

Was etwaige Gespräche über Gruppenbildungen im neuen Samtgemeinderat angeht, wolle sich die SPD abwartend verhalten, sagt der Fraktionsvorsitzende Heinz-Jürgen Greszik.

Kaum eine der denkbaren Gruppenbildungen im Samtgemeinderat mit SPD-Beteiligung würde eine Mehrheitsgrupe hervorbringen. Wenn überhaupt, dann käme vermutlich am ehesten ein Zusammengehen mit der CDU in Betracht. „Wir werden uns zunächst abwartend und zurückhaltend verhalten. Wir werden aber auch nicht diejenigen sein, die das von vornherein ablehnen. Mal sehen, was sich entwickelt“, sagt Greszik. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hartmut Post hält – ganz persönlich – eher wenig von einer Gruppenbildung, wie er kundgetan hat. Dass er sich aber durchaus Themenfelder vorstellen kann, bei denen die Union auf die Zustimmung der SPD angewiesen sein könnte, hat Heinz-Jürgen Greszik mit Interesse in unserer Zeitung gelesen.

„Gott sei dank haben wir die AfD bei uns nicht“, kommentiert Greszik indes das Nicht-Antreten der rechtspopulistischen Partei bei der Samtgemeinderatswahl.

Welche Anliegen er für dringlich und wichtig halte? „Wir müssen für die Samtgemeinde Harpstedt werben, nicht nur für das Freibad“, erwidert er. Die Wirtschaftsförderung müsse konzentriert und koordiniert werden. Die Mitgliedsgemeinden sollten diese Aufgabe nach Gresziks Ansicht abgeben, damit die Samtgemeinde gegenüber Einheitsgemeinden nicht im Nachteil sei. Beim Samtgemeindebürgermeister wäre die Wirtschaftsförderung, wie er findet, im Übrigen gut aufgehoben. Herwig Wöbse sei dafür geeignet; er bringe die nötige Professionalität mit.

Für die Samtgemeinde werben – das schließt für Greszik mit ein, die Oberschule Harpstedt so voranzubringen, dass sie als eine „interessante Alternative zum Gymnasium“ begriffen werde. Daher gelte es weiterhin für einen gymnasialen Zweig zu kämpfen. Das sei im Übrigen geboten, zumal die junge Generation abzuwandern drohe: „Viele unserer Kinder werden sonst Wildeshauser.“

Womöglich werde die SPD auch einen weiteren Versuch in Richtung Steuerung der Massentierhaltung über den Flächennutzungsplan starten. Wie sich am Beispiel der Gemeinde Dötlingen zeige, sei ein solcher Schritt keineswegs „zum Nachteil der Landwirtschaft“, sondern nur „zum Nachteil der gewerblichen Landwirtschaft“. 

boh

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