Naturputz in der Samtgemeinde Harpstedt:

Müllsammler finden auch Kurioses – sogar Sexspielzeug und Blockbitumen

Auch Familie Schriever beteiligte sich gern am „Naturputz“ und brachte ihre „Ausbeute“ zum Container.
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Auch Familie Schriever beteiligte sich gern am „Naturputz“ und brachte ihre „Ausbeute“ zum Container.

Harpstedt – Die von einem über 20-köpfigen Freundeskreis um Woldemar Schilberg und Christoph Windhusen angestoßene Müllsammelaktion ist ein Erfolg gewesen. Einwohner aus der Samtgemeinde Harpstedt hatten in ihren Wohnorten achtlos in die Natur geworfene Abfälle aufgelesen und mehr als 90 „Beweisfotos“ von den Sammelergebnissen geschickt.

Abstandswahrend gaben viele die gefüllten Müllsäcke am Sonnabend auf dem Parkplatz des Harpstedter Feuerwehrhauses ab. Dort stand ein Sammelcontainer. Als Dankeschön gab es gesponserte Süßigkeiten. Teilweise hatten die Bürgerinnen und Bürger ihre „Ausbeute“ an Müll privat entsorgt.

Mit Hund kam die Familie Constabel zum Feuerwehrhaus, um den gesammelten Müll abzugeben (Bild durch Anklicken unten rechts ganz öffnen).

Klagen über vermüllte Wegeseitenränder und andere Landschaftsbereiche sind zuletzt häufiger zu vernehmen gewesen. „Uns kam als Freundeskreis die Idee, statt unserer Kohltour, die pandemiebedingt abgesagt werden musste, eine Müllsammelaktion zu starten“, berichtete Schilberg. Ein entsprechender Aufruf an die Einwohnerschaft der Samtgemeinde Harpstedt blieb nicht ungehört. Erschreckend viele Spirituosen-Flaschen, Coffee-to-go-Becher, Fast-Food-Verpackungen, Brötchentüten, Plastikeimer und -kisten, aber auch Abflussrohr, Autoreifen, Öl- und Benzinkanister kamen zusammen. „Sogar Sexspielzeug wurde gefunden – und ein in Colnrade in einen Straßengraben geworfener Backofen. Der Hammer an Fundstücken war jedoch Blockbitumen“, so Schilberg.

Sponsoren tragen zum Gelingen bei

Mit Erschrecken haben nach Auskunft der Initiatoren die an der Aktion beteiligten Kinder die Menge „wilden“ Mülls zur Kenntnis genommen. Vermüllt, so hieß es, würden auch immer wieder dieselben Abschnitte – von der Winkelsetter Ortsdurchfahrt bis zur Delmenhorster Landstraße. Woldemar Schilberg konnte das als passionierter Radfahrer bestätigen.

Dennis und Joris Lehmann (von links) mit ihrer „Ausbeute“ an gesammeltem Unrat (Bild durch Anklicken unten rechts ganz öffnen).

Dank zollte der Freundeskreis der Friedrich Schmidt Bedachungs GmbH aus Bremen, die den Container zur Verfügung gestellt hatte und zudem den Wohlstandsmüll entsorgen wird, ohne Kosten in Rechnung zu stellen.

Die Aktion hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben dafür viel Lob von den Teilnehmern bekommen.“

Woldemar Schilberg und Christoph Windhusen

Ein weiteres Dankeschön ging an Sponsoren, darunter Gastronom Metin Kalabalik und private Spender, für ihre Unterstützung: Alle Müllsammler haben nun die Chance auf einen attraktiven Gewinn. Je 25 Gutscheine für das Harpstedter Eiscafé Venezia (im Wert von jeweils zwölf Euro) und für die Minigolfanlage am Tielingskamp (gestiftet vom Verkehrs- und Verschönerungsverein) werden in Kürze verlost, ebenso 20 Zehn-Euro-Gutscheine, die in „Wülfers" A1 Speisenmeisterei“ in Groß Ippener einlösbar sind.

Die Preise werden verteilt. Zu ihrer Finanzierung trug auch der Freundeskreis selbst maßgeblich bei. „Die Aktion hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben dafür viel Lob von den Teilnehmern bekommen“, so Schilberg und Windhusen.

Von Anja Rottmann

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