„Gute Ausgangslage“ für eine tragfähige Sanierungslösung

Harpstedter Autohaus WD. Müller hat Insolvenzantrag gestellt

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Wie geht es nach dem Insolvenzantrag weiter bei WD. Müller? Geschäftsführer Brahms zeigt sich überzeugt, dass eine Sanierungslösung hinzubekommen ist.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Insolvenz hat das Harpstedter Autohaus WD. Müller am vergangenen Donnerstag beim Amtsgericht Delmenhorst beantragt. Hauke Brahms, der alleinige geschäftsführende Gesellschafter, sieht nach eigenem Bekunden dort aber die Lichter keineswegs ausgehen.

Die Chancen, eine tragfähige Sanierungslösung noch im vorläufigen Stadium des Insolvenzverfahrens zu finden, stehen seines Erachtens gut. „Es wird weitergehen, ob nun mit mir oder ohne mich“, äußerte sich der Unternehmer am Montag gegenüber unserer Zeitung.

Dem Vernehmen nach soll WD. Müller, eine GmbH, wegen durchaus überschaubarer, aber aktuell eben nicht bezahlbarer Verbindlichkeiten einerseits bei hohen Außenständen andererseits in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht sein. Oh dies den Tatsachsen entspricht, vermag der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Malte Köster aus Bremen noch nicht zu beurteilen. Die Ursachenforschung werde betrieben, sei aber im Moment nicht das Wichtigste.

Zwei Sanierungsoptionen denkbar

Eine Betriebsversammlung habe es bereits gegeben. Köster hegt die Hoffnung, dass es gelungen ist, die Beschäftigten zumindest ein wenig zu beruhigen. Die Ausgangslage für eine Sanierung hält er für recht gut. Schlecht wäre sie, wenn es große Gehaltsrückstände gäbe, viele Kunden bereits weggelaufen wären und das Unternehmen Auflösungserscheinungen erkennen ließe. Das alles sei aber bei WD. Müller eben zum Glück nicht der Fall.

Grundsätzlich gebe es, so Köster, immer zwei Sanierungsoptionen. „Vorstellbar wäre ein Vergleich mit den Gläubigern. Oder aber es findet sich ein zahlungskräftiger Partner, der bereit ist, sich finanziell zu engagieren.“ Die bisherige GmbH müsse nicht zwingend erlöschen. Die Gründung eines neuen Unternehmens sei aber generell ein „beliebter und auch bewährter Weg, eine Sanierung zu gestalten“.

Löhne werden weiterhin gezahlt

Keinem der 23 Mitarbeiter sei gekündigt worden, betonte Hauke Brahms auf Nachfrage. Die Fortzahlung der Löhne und Gehälter sei zunächst über das Insolvenzgeld bis Ende Dezember dieses Jahres gesichert. Der Geschäftsführer sieht trotz des Insolvenzantrags „keine Arbeitsplätze in Gefahr“. 

Zurückblickend urteilte Brahms, das Autohaus sei bereits „nicht mehr rentabel gewesen“, als er es am 1. Januar 2012 von Wolfdietrich Müller als alleiniger geschäftsführender Gesellschafter übernommen habe. Der gebürtig aus Leer stammende Automobilkaufmann erwarb seinerzeit das Sachvermögen der GmbH einschließlich des Fahrzeugbestands und des Inventars.

Die Gebäude und das etwa 10.000 Quadratmeter große Firmengrundstück an der Straße „Altes Heidland“ pachtete er hingegen zunächst für die Dauer von zehn Jahren – mit der Option auf Pachtverlängerung oder Erwerb. Er habe seither eine ganze Menge im Betrieb verändert. 

Geschäftsergebnisse besserten sich zu langsam

Daraus wiederum erkläre sich, so Brahms, sicherlich auch ein Stück weit die Fluktuation, die es in der Mitarbeiterschaft gab. Die Geschäftsergebnisse hätten sich im Laufe der Jahre verbessert. Das sei allerdings nicht zügig genug geschehen – mit der Folge, dass „mir die Liquidität ,weggelaufen’ ist“.

Wolfdietrich Müller, der Unternehmensgründer, ist inzwischen verstorben. Er hatte das Autohaus aus kleinen Anfängen heraus zu einer beachtlichen Größe geführt. Sein Engagement in Harpstedt begann schon 1991 mit dem Erwerb des vormaligen Autohauses Wulferding. Sieben Jahre später erfolgte die Verlegung an den jetzigen Standort. Müller investierte dort dann erheblich in betriebliche Erweiterungen.

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