Jäger Eckhard Philipp hat nachgehakt

Motocross-Unwesen in Wäldern: Strafverfolgung ist schwierig

Manche Motocross-Sportler nutzen nicht nur Sandgruben als illegale „Abenteuerspielplätze“. Eckhard Philipp beklagt, dass die Fahrer oftmals im Wald das Wild verschrecken. Selbst geschützte Bereiche würden nicht gemieden.
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Manche Motocross-Sportler nutzen nicht nur Sandgruben als illegale „Abenteuerspielplätze“. Eckhard Philipp beklagt, dass die Fahrer oftmals im Wald das Wild verschrecken. Selbst geschützte Bereiche würden nicht gemieden.

Ortholz/Große Höhe – Motocrossfahrer, die in Wäldern – oft ohne Kennzeichen an ihren Motorrädern – das Wild in seinen Rückzugsgebieten „massiv stören“, sind Eckhard Philipp seit längerer Zeit ein Dorn im Auge (wir berichteten vor längerer Zeit). Gleiches gilt für geführte Quad-Touren an Wochenenden durch geschützte Bereiche in der Harpstedter Geest und auf der Großen Höhe.

„Die führen auch über die unbefestigten Wirtschafts- und Forstwege“, gibt Philipp zu bedenken. Eigene Aufnahmen sollen das belegen und untermauern. Ein Video und zwei Fotos von einer solchen Tour ließ der Ortholzer dem Amt für Naturschutz und Landschaftspflege zukommen. Die Untere Naturschutzbehörde möge doch bitte prüfen, ob geführte Touren mit reinem Freizeitcharakter „in dieser Form zulässig sind“. Die Wege, die dabei teilweise genutzt würden, seien nach Regenfällen nicht mit normalen Fahrzeugen befahrbar. Philipps eigenen Beobachtungen zufolge sind mitunter deutlich mehr als zehn Quads unterwegs. „Wir Jäger konnten (...) konkret beobachten, wie sich einige Rehböcke schreckend und warnend in den Wald Richtung Autobahn zurückgezogen haben, als eine Tour hier über den Weg führte“, so der Ortholzer. Aus seiner Sicht liege auch ein Verstoß „gegen die Verordnung zum Landschaftsschutzgebiet Harpstedter Geest“ vor – es sei denn, die Quad-Ausflüge seien ausdrücklich genehmigt.

Eckhard Philipp beklagte zusätzlich eine nicht hinreichende Beschilderung, denn oftmals sei gar nicht erkennbar, ob man sich in einem besonders zu schützenden Bereich befinde.

Bis zu 5.000 Euro Bußgeld

Die Antwort aus dem Kreishaus ließ zwar länger auf sich warten, liegt aber inzwischen vor. Philipp darf sich bestätigt fühlen. „Das Befahren mit Motocrossrädern im Wald außerhalb der Fahrwege ist verboten“, teilte das Amt für Naturschutz und Landschaftspflege unter Berufung auf das „Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung“ (NWaldLG) mit. Und: Ja, auch die Verordnung zum Landschaftsschutzgebiet „Harpstedter Geest“ sei zu beachten. In Sandkuhlen, von Motocrossfahrern auf Enduromaschinen gern als illegaler „Abenteuerspielplatz“ genutzt, könnten „möglicherweise wertvolle Biotope zerstört werden“, gibt die Behörde außerdem zu bedenken.

Allerdings: Nicht alle Wege, die durch Natur führen, sind für Motocross-Maschinen tabu. Gestattet ist die Nutzung von befestigten oder naturfesten Wirtschaftswegen, „die von zweispurigen, nicht geländegängigen Kraftfahrzeugen ganzjährig befahren werden können“. Solche Strecken sind für Quad- und Motocrossfahrer freilich völlig unspannend.

Auf den von Philipp beschriebenen unbefestigten Wirtschafts- und Forstwegen haben Quads und Enduros gleichwohl nichts zu suchen. Das Amt für Naturschutz und Landschaftspflege lässt keinen Zweifel daran, dass jede Zuwiderhandlung als Ordnungswidrigkeit „gemäß §42 NWaldLG“ einzustufen ist und mit einer Geldbuße „bis zu 5 000 Euro geahndet werden“ kann.

„Sind dankbar für Hinweise“

Das eigentliche Problem ist aber nicht die Rechtslage, sondern die Strafverfolgung. Geahndet werden können die Ordnungswidrigkeiten nur, wenn die Fahrer auf frischer Tat ertappt und die Rechtsverstöße ausreichend nachgewiesen werden. „Das heißt“, so schreibt die Behörde, „es können Fotobelege gemacht (...) beziehungsweise die Kennzeichen notiert werden. In jedem Fall ist es ratsam, die Polizei hinzuzurufen (...)“. Im „weiteren Verfahren“ wäre eine Zeugenaussage „sehr von Vorteil“. Für Hinweise auf rechtswidrige Motocross-/Quad-Touren sei die Untere Naturschutzbehörde dankbar. Die Anonymität der Hinweisgeber bleibe gewahrt.

So richtig weiter bringt die Antwort aus dem Kreishaus Eckhard Philipp allerdings nicht. Alles, was er mitgeteilt bekam, wusste er im Prinzip schon vorher. Auf seinen Hinweis auf die „nicht hinreichende Beschilderung“ gab es keine schriftliche Reaktion. Ob ein „Schilderwald im Wald“ wirklich zielführend wäre, ist allerdings auch durchaus fraglich.  

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