Rat begrüßt und unterstützt Flüchtlingshilfe

„Moralischer Appell“ mit „Signalwirkung“

Harpstedt - „Der Bürgermeister und der Rat des Fleckens Harpstedt begrüßen und unterstützen die Aktivitäten von Bürgern, die in der Samtgemeinde ankommenden Flüchtlinge unterzubringen, zu versorgen und zu integrieren.“

Eine Stellungnahme mit diesem Wortlaut hat am Montag der Fleckenrat auf Antrag der Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion einstimmig beschlossen. „Ich denke, es soll deutlich werden, auf welcher Seite der Rat steht und inwieweit er die Bemühungen der Samtgemeinde und der sich in der Flüchtlingshilfe engagierenden Menschen unterstützt. Vielleicht wird aus dem Kreis der Ratsmitglieder oder auch der Öffentlichkeit jemand durch diese Worte zur Mitarbeit angeregt. Es gibt übrigens auch ein Spendenkonto, das den hiesigen Aktivitäten finanziellen Spielraum ermöglicht“, sagte Bürgermeister Werner Richter eingangs.

Der Beschluss solle „Signalwirkung haben“, erhoffte sich Udo Maier (Grüne). „Rat und Bürgermeister hätten als Institutionen bei vielen Bürgern „ein gewisses Gewicht“. Die Bereitschaft, die Flüchtlingshelfer zu unterstützen, sei deutlich zu spüren. So kämen etwa Helfer beim privat erteilten Deutschunterricht einfach mit dazu. „Wir kriegen auch ständig Angebote von Bürgern, die Möbel oder Fahrräder bereitstellen wollen, ebenso Unterstützung finanzieller Art.

Hier in Harpstedt herrscht ein positives Klima. Das zu unterstützen, ist ein Aspekt unseres Antrags; der zweite geht in Richtung Helfer, die sich natürlich auch darüber freuen, wenn ihre Arbeit anerkannt wird“, erläuterte Maier. Für sie sei es „nicht nur einfach“. Sie hätten mit teils traumatisierten Menschen aus anderen Kulturkreisen zu tun. Das stelle sie selbst vor Herausforderungen. Hinzu komme, dass einige Flüchtlinge „wieder zurück müssen“. Das sei für die Helfer, die über Monate Beziehungen zu diesen Menschen aufgebaut hätten, nicht leicht wegzustecken.

Für Klaus Budzin (SPD) lag es nahe, über die bloße Absichtserklärung hinaus „die eine oder andere finanzielle Unterstützung“ zu gewähren, beispielsweise eine Zuwendung für ein Fest mit den Asylsuchenden. „Das wäre für mich der nächste Schritt.“ Die Samtgemeinde habe den Flüchtlingshelfern für Auslagen eine Summe X gewährt, erinnerte sich Wolfgang Krössing (HBL). Würde fleckenseitig eine Summe Y dazugegeben, „hätten wir wenigstens was zu beschließen“, sagte er. Vorerst beließ es der Rat allerdings bei der Stellungnahme, in der Hermann Schnakenberg (SPD) einen „moralischen Appell“ sah.

boh

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