Mit Hochspannung erwartet

Tennet eröffnet Erdkabel-Infozentrum

Freuen sich auf die künftigen Besucher: Oliver Smith Referent für Bürgerbeteiligung (v.l.),Gesamtprojektleiter Christian Schmidt und Projektleiter „Kabel“ David Widmer.
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Freuen sich auf die künftigen Besucher: Oliver Smith Referent für Bürgerbeteiligung (v.l.),Gesamtprojektleiter Christian Schmidt und Projektleiter „Kabel“ David Widmer.

Nach etwa einjähriger Verzögerung ist am Freitag das Erdkabel-Infozentrum (EKIZ) von Tennet in Klein Henstedt eröffnet worden. Ausschlaggebend für den Bau des EKIZ war die 380-kV-Leitung, die von Ganderkesee zum St. Hülfer Neufeld führt (wir berichteten). Darüber, über die Arbeitsschritte und die Funktionsweise der Leitungen, können sich ab jetzt interessierte Besucher informieren.

Klein Henstedt – „Der Aufbau des EKIZ ging schnell. Die Eröffnung mussten wir coronabedingt aber mehrmals verschieben“, erklärt Oliver Smith, Referent für Bürgerbeteiligung bei Tennet. Ursprünglich sei vergangenes Jahr im Visier gewesen. Im Mai sei dann der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies eingeladen worden, „nur hat uns Corona wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht“.

Nun ist es eröffnet und zu entdecken gibt es für den interessierten Besucher in dem Gebäude so einiges. In fünf verschiedenen Abteilen werden mit Videos, Grafiken und Modellen die Arbeitsschritte einer entstehenden ober- sowie unterirdischen Stromleitung erklärt. Zudem werden Ausstellungsstücke aus dem Baualltag gezeigt. Es gibt Freileitungsexponate, Leerrohre und Erdkabel im Querschnitt.

Glasfaser wird direkt mit verlegt

Dass Letzteres vielschichtig und interessant ist, erklärt Smith anhand eines Exponats. Besonders geht es um die Erdkabel, die anschaulich gezeigt werden. „Bei einem solchen Kabel gibt es mehrere Schichten. Die Äußeren sind ausschließlich dazu da, vor Feuchtigkeit, Wärme und Belastung zu schützen. Im Kern fließt dann der Strom“, so Smith. In der Ummantelung des Kerns seien zudem dünne Glasfaserkabel eingelassen. Dies diene der Überwachung. „So können wir zentral sehen, wie die Versorgungslast auf den einzelnen Stromtrassen liegt.“

Da die Erdarbeiten von Archäologen begleitet werden, werden auch deren Funde im EKIZ ausgestellt. Neben vielen landwirtschaftlichen Resten, wie Stacheldraht oder einem Schraubenschlüssel, ist jedoch auch Munition und ein altes Magazin einer Maschinenpistole zu sehen. „Dafür ist selbstverständlich der Kampfmittelräumdienst zuständig.“ Eine Besonderheit sei von einer Baustelle aus Ganderkesee besorgt worden. „Auch wenn es nicht so aussieht, das hier ist ein Luftstabilisierungsblech einer alten Phosphorbombe.“ Im Zweiten Weltkrieg hätten einige Bomber aus England vor Bremen abgedreht. Um wieder zurück fliegen zu können wurde Ballast, also Bomben, die ihr eigentliches Ziel nicht erreichen konnten, abgeworfen.

Fundstücke aus der Erde: eine Patronenhülse sowie das Blech der gefundenen Phosphorbombe.

Smith gibt zudem einen Einblick in den Baufortschritt des Projekts. „Wir sind komplett im Zeitplan“, sagt er. „Insgesamt ist der Bau sehr weit fortgeschritten. Im Bereich der freilaufenden, oberirdischen Leitungen sind nun 90 Prozent der Fundamente fertig. 80 Prozent der etwa 125 Masten sind gesteckt und an 70 Prozent sind die stromführenden Leiterseile angebracht“, erklärt er. Der Ausbau geschehe immer zeitversetzt, sodass parallel auf der 61 Kilometer langen Strecke gearbeitet werden könne.

Das Infozentrum wird voraussichtlich bis in das Jahr 2023 existieren – für die Dauer des Leitungsbauprojektes. „Von Privatpersonen, zu Studenten- und Schülergruppen ist jeder willkommen. Wir haben für diesen Monat schon acht Anfragen für eine Besichtigung, unter anderem ist auch eine Radfahrergruppe dabei“, erzählt Smith. Unter der Woche kann das EKIZ in Klein Henstedt, an der Straße Kehrtau 2, besichtigt werden. Eine Anmeldung ist dabei zwingend per E-Mail unter ekiz-prinzhoefte@tennet.eu nötig. Nach Absprache eines Termin, ist es auch möglich, eine aktive Baustelle zu besichtigen.

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