Kinderfeuerwehr erlebt ihre Geburtsstunde

„Miniheizdüsen“ freuen sich auf spielerischen Dienst

+
Es ist vollbracht. Die Gründung ist erfolgreich vollzogen. Darüber freuten sich die Kinderfeuerwehr-Kiddies, das Betreuerteam sowie die Honoratioren gleichermaßen.

Harpstedt - Noch finden sie Gefallen daran, mit dem Wasserstrahl aus Kübelspritzen Tennisbälle von Pylonen zu schießen. Später, als Erwachsene, werden die 25 Jungen und drei Mädchen der am Mittwochabend aus der Taufe gehobenen Kinderfeuerwehr für die Samtgemeinde Harpstedt womöglich selbst Feuer löschen, Menschen retten und bei Unfällen Hilfe leisten.

Jungen Nachwuchs gewinnen, der einmal in die Jugend- und schließlich in die aktive Einsatzabteilung wechselt – das ist die dahinterstehende Grundidee. Von einem „großen Tag für die Feuerwehr“ sprach Klaus Fischer während der Gründungsfeier im und am Harpstedter Feuerwehrhaus. 

„Zukunftssicherung mit Weitsicht“ nannte er den nun vollzogenen Schritt zur Gründung einer Kinderfeuerwehr für die Samtgemeinde – der bereits 23. im Bereich des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes (OFV). „Es liegt an uns Führungskräften, die Zeichen der Zeit zu erkennen und solche Gründungen zu unterstützen“, sagte Fischer, seines Zeichens Sprecher der Jugend- und Kinderfeuerwehren im OFV.

„Man kann über alles reden, nur nicht über zehn Minuten“ – diese einst von Kurt Tucholsky formulierte Weisheit beherzigten sämtliche Redner während der Feierstunde. Den meisten Gästen, die zu Wort kamen, genügten weniger als 60 Sekunden, um den 28 Kinderfeuerwehr-Kiddies im Alter von sechs bis neun Jahren einen guten Start zu wünschen. 

Mit Luftballons geschmückt: das Geschenk der Samtgemeinde Harpstedt zur Gründung, ein praktischer Bollerwagen.

Dank zollten sie dem Betreuerteam um die frischgebackene Kinderfeuerwehrwartin Kristina Sander, namentlich Astrid Kasch, Hannelore Niemann, Stephanie Windhusen, Julia Ahlers, Isabelle Jarren, Stefanie Straßburg und Nico Kowalski Perez. Kaum gegründet, ist die Aufnahmekapazität der Gruppe bereits erschöpft; will heißen: Wachsen wird sie vorerst nicht. 

Einen groben Dienstplan für die kommenden Monate gibt es schon; der sieht im September ein wenig Fahrzeugkunde vor, im Oktober die gezielte Stärkung des Teamgeistes unter dem Motto „Wir werden eine Gruppe“, im November das „Abenteuer Helfen“ und im Dezember eine vorweihnachtliche Keksback-Aktion. Die Kiddies und das Betreuer-Team treffen sich an jedem ersten Mittwoch im Monat von 16 Uhr bis 17.30 Uhr im Harpstedter Feuerwehrhaus. 

Auch Ausflüge sind mittelfristig – ab 2018 – geplant. Die 28 Kinder, die mitmachen, kommen aus verschiedenen Teilen der Samtgemeinde. Größtenteils rekrutieren sie sich aber aus dem Flecken. Was der Kinderfeuerwehr noch fehlt, ist ein prägnanter Name. Peppige Vorschläge gibt es bereits: Von „Miniheizdüsen“ und „Glühwürmchen“ über „Löschdrachen“ und „Feuerzwerge“ bis hin zu „Feuerfüchse“ und „Löschpatschen“ reicht die Bandbreite.

Kinderfeuerwehr ist keine bierernste Angelegenheit, sondern soll – wie hier bei Wasserspielen – Spaß machen. Die dahinter stehende Idee ist aber die Nachwuchsförderung: Mädchen und Jungen werden in jungen Jahren, wenn sie besonders begeisterungsfähig sind, spielerisch an das Lösch- und Rettungswesen herangeführt.

„Ich selbst komme aus der Jugendfeuerwehr. Ich habe mit zehn Jahren angefangen“, erinnerte sich Regierungsbrandmeister Dieter Schnittjer während der Gründungsfeier. Mittlerweile seien die Kinderfeuerwehren sehr erfolgreich. „Wir brauchen bei rund 125 000 Feuerwehrleuten in Niedersachsen immer Nachwuchs“, betonte Schnittjer.

Wie so ziemlich alle Gäste aus Politik, Verwaltung und Löschwesen kam auch Bezirks-Jugendfeuerwehrwart Werner Mietzon nicht mit leeren Händen. Er hatte einen Fußball für die frisch aus der Taufe gehobene Nachwuchsabteilung mitgebracht.

Gemeindebrandmeister Günter Wachendorf meinte in Richtung Betreuer-Team, die sinnvolle Beschäftigung der Kinder sei vielleicht nicht immer einfach, „aber ich bin mir sicher, dass ihr das hinbekommt“. Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse freute sich, dass es nun eine Kinderfeuerwehr für die ganze Samtgemeinde gebe. Dies zeige: „Die Feuerwehren hier arbeiten gut und Hand in Hand zusammen.“ 

Gemeinsam mit Fachbereichsleiterin Edda Masemann überreichte Wöbse einen Bollerwagen als Geschenk. Er hoffte, dass dieses Fahrzeug für Transportzwecke nützliche Dienste leisten möge. Jedes Kind bekam eine Schirmmütze mit Aufdruck. Ansonsten stand die Gründungsfeier im Zeichen von Spiel und Spaß. Buttons und Schlüsselanhänger entstanden.

Mit dem Lied „Wie schön, dass du geboren bist“ gratulierten die Gäste zwei Geburtstagskindern in der Kinderfeuerwehr: Jannik Hellmich (7) und Betreuerin Stefanie Straßburg.

boh

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Europa sucht Barcelona-Terroristen

Europa sucht Barcelona-Terroristen

Aufbau beim Reload-Festival 2017

Aufbau beim Reload-Festival 2017

Zeig mir, wie du wohnst und ich sage dir, wer du bist

Zeig mir, wie du wohnst und ich sage dir, wer du bist

Einweihungsfeier der neuen Dorfstraße in Neddenaverbergen

Einweihungsfeier der neuen Dorfstraße in Neddenaverbergen

Meistgelesene Artikel

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrer stirbt

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrer stirbt

Leichtes Erdbeben zwischen Syke und Wildeshausen

Leichtes Erdbeben zwischen Syke und Wildeshausen

Politesse: „Die Beleidigungen gehen oftmals unter die Gürtellinie“

Politesse: „Die Beleidigungen gehen oftmals unter die Gürtellinie“

„Oberstes Gebot ist stets das Treffen auf Augenhöhe“

„Oberstes Gebot ist stets das Treffen auf Augenhöhe“

Kommentare