Geschäft immer bedeutsamer

„Blechhexe“ und „Desert Storm“-Look: Airbrush-Spezialist lackiert Flugzeuge

Vollauf zufrieden zeigte sich Eigentümer Harald Rossol (l.) im März, als er sah, was Sascha Christians in Airbrush-Technik aus seiner einmotorigen TL 232 Condor „gezaubert“ hatte. „Ein echter Eyecatcher. Sieht super aus“, schwärmte er.
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Vollauf zufrieden zeigte sich Eigentümer Harald Rossol (l.) im März, als er sah, was Sascha Christians in Airbrush-Technik aus seiner einmotorigen TL 232 Condor „gezaubert“ hatte. „Ein echter Eyecatcher. Sieht super aus“, schwärmte er.

Harpstedt/Hatten – Einem „freitragenden Tiefdecker“ aus tschechischer Produktion vom Typ Sokol M1-D haben Sascha Christians (44) und sein Kollege Holger Mügge in Airbrush-Technik einen Wüstentarnlook verpasst. Eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe – schon wegen der Beplankung aus Sperrholz und Spanntuch.

„Metall gibt es nur im vorderen Bereich“, erläutert Christians, Inhaber des Zwei-Mann-Unternehmens „miniColors“ mit Sitz an der Königsberger Straße in Harpstedt. Sein Wissen über Motorflugzeuge wächst stetig, und das kommt nicht von ungefähr: Im Frühjahr hatten er und sein Kollege Holger Mügge eine einmotorige TL 232 Condor in eine atemberaubende „Blechhexe“ verwandelt. Eigentümer Harald Rossol, der mit Olaf Lühring den gemeinsam erworbenen Flugplatz Oldenburg-Hatten betreibt, lobte das Ergebnis der Generalüberholung in den höchsten Tönen. Das mit Pin-up-Girl-Motiv und verspielten Accessoires bespickte Flugzeug mutete an wie eine Maschine aus der Pionier-Ära der Fliegerei.

Oberste Priorität genießt die Sorgfalt. „Und zwar auch beim Abkleben“, sagt Sascha Christians.

Der Nachfolgeauftrag ließ nur ein halbes Jahr auf sich warten – und kam wuchtiger daher: Die 1949 erbaute Sokol M1-D stellt die Condor im wahrsten Sinne des Wortes „in den Schatten“. Sascha Christians weiß um ihr Alleinstellungsmerkmal: „Sie hat einen besonderen Motor mit 115 PS und ist die einzige noch zugelassene Maschine dieses Typs und dieser Bauart. Die Sokol mit 100 Litern Tankvolumen und etwa 1 000 Kilometern Reichweite wird zur Ausbildung von Flugschülern eingesetzt.“

Wir wussten: Schleifen wir das Tuch kaputt, haben wir ,Geburtstag’. Aus diesem Grund war größte Vorsicht beim Arbeiten geboten.“

Sascha Christians
Als wäre sie gänzlich unbeschadet von einer „Desert Storm“-Operation zurückgekehrt: die in Airbrush-Technik lackierte Sokol M1-D.

Die Beplankung aus Sperrholz und Spanntuch sei aus Sicht des Lackierers eigentlich ein richtiger Albtraum, merkt der Airbrush-Spezialist schmunzelnd an. Zwar habe die alte Farbe des vormals weißen Flugzeugs mit roten Zierstreifen nicht restlos entfernt, der Rumpf aber gleichwohl komplett angeschliffen werden müssen. Und das sei eben auf Stoff eine knifflige Angelegenheit, sagt Holger Mügge. Sascha Christians nickt zustimmend: „Wir durften nicht viel Druck ausüben. Wir wussten: Schleifen wir das Tuch kaputt, haben wir ,Geburtstag’. Aus diesem Grund war größte Vorsicht beim Arbeiten geboten. Fehlstellen, etwa in Form von Abplatzungen, mussten wir durch Ausschleifen oder Spachteln instandsetzen.“

Der Grundierung schloss sich an zwei Tagen das Aufsprühen des Lacks an. Nachdem die sandfarbene Schicht getrocknet war, ging es ans Sprayen der Tarnflecken in Olivgrün – alles frei Hand, ganz ohne Schablonen. Auftraggeber Rossol hatte eine Matt-Optik „geordert“. Zu den hervorstechenden optischen Features zählen eine weiße „Banderole“ zwischen Cockpit und Leitwerk sowie weiße Kreuze auf dem Seitenruder.

Es muss nur noch bekannter werden, dass wir so etwas machen.“

Sascha Christians

„Die Motorhaube, Cowling genannt, befindet sich momentan noch beim Eigentümer“, verriet Sascha Christians am Dienstagmorgen. „Sie kommt, wenn sie nach dem Einbau des Motors angepasst worden ist, ebenfalls zu uns zur Lackierung. Das persönliche Logo von Harald Rossol bringen wir in Folie auf die weiße Banderole auf. Auch die Flugzeugkennung fehlt noch. Die Tragflächen sind hingegen fertig lackiert und auch schon wieder beim Kunden“, so Christians. Im Zuge der Abholung der Sokol M1-D bekomme „miniColors“ übrigens gleich eine weitere – allerdings noch nicht zugelassene – Maschine desselben Typs zur „Restaurierung“ überlassen. Dieser Flieger eines anderen Eigentümers habe einen anderen Motor, stamme aber ebenfalls vom Flugplatz Hatten.

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Dass sich das Lackieren von Motorflugzeugen zu einem wichtigen Geschäftszweig mausert, freut den Unternehmer und Airbrush-Spezialisten Christians. „Es muss nur noch bekannter werden, dass wir so etwas machen“, wünscht sich der 44-Jährige.

Vor diesem Hintergrund kam der Besuch eines Kamerateams, das vor wenigen Tagen einen Beitrag über die Arbeit der Firma „miniColors“ für das Regionalmagazin „buten un binnen“ drehte, natürlich wie gerufen.

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