Ein Leben ohne Hunde? Unvorstellbar!

Zum Knuddeln: Mini Aussies aus Harpstedter Zucht

Süß: die Halbgeschwister Sila und Quinn im Schnee.
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Süß: die Halbgeschwister Sila und Quinn im Schnee.

Harpstedt – Ruhig und entspannt sitzt die hübsche Heidi mit ihren blauen Augen auf einem Stuhl. Quinn und Sila rangeln liebevoll miteinander. Zumba macht es sich im Körbchen gemütlich. Zusammen mit ihren sechs Hunden leben Sabrina und Stefan Schötschel in Harpstedt. Vor elf Jahren hat das Paar angefangen, Miniature American Shepherds zu züchten.

Diese Mini Aussies sind aus der Rasse Australian Shepherd entstanden. Was sie ausmache, sei der Wille zu gefallen; Mini Aussies seien auch „unheimlich vielfältig und haben an allem Freude“, weiß Sabrina Schötschel. Sie erzählt, dass die Hunde geistig gefördert werden wollen. Das gehe unter anderem mit Frisbee oder Agility – Hundesport mit Parcours. „Der Mini Aussie ist ein Hund, der zum Hüten gezüchtet worden ist und eher auf einer Ranch lebt.“ Die Rasse sei sehr aktiv und brauche reichlich Bewegung.

Sind Miniature American Shepherds Familienhunde? „Jein. Sie sind schon Arbeitshunde und auch arbeitsintensiv in der Haltung“, weiß Sabrina Schötschel. Von Geburt an ist sie mit Hunden aufgewachsen – aber mit einer anderen Rasse: „Meine Großeltern hatten einen Schäferhund-Mischling.“

Wenn Urlaub, dann nur mit den Vierbeinern

Der erste gemeinsame Hund mit ihrem Mann war ebenfalls ein Mischling. Danach kam ein Mini Australian Shepherd. „Seitdem hatten wir immer wieder Mini Aussies. Einmal Aussies, immer Aussies“, meint die Hundeliebhaberin und lacht.

Das Züchten betreiben sie und ihr Mann als leidenschaftliches Hobby. Stefan Schötschel ist ebenfalls mit Hunden aufgewachsen. „Meine Eltern haben Chow Chows gezüchtet“, verrät er. Die Kehrseite der Medaille: Die Tiere nehmen ordentlich Zeit in Anspruch, und das bedeutet auch Verzicht. In den Urlaub geht’s nur mitsamt Hunden. „Ich will sie nicht gerne in eine Pension geben“, sagt Sabrina Schötschel. Ein Leben ohne Hunde können sie und ihr Mann sich nicht vorstellen. „Da würde etwas fehlen“, gesteht Stefan Schötschel, der die Vierbeiner gerne zum Joggen mitnimmt.

Die neunjährige Heidi ist der erste Mini Aussie, den das Paar aus der Zucht behalten hat. Zum bislang letzten Mal warfen die Hündinnen Jule und Zumba vergangenes Jahr im August. Von den acht Welpen gaben die Schötschels im Oktober sechs ab. Ob es ihnen nicht das Herz breche, sich von so süßen, kleinen Hunden zu trennen? „Das fällt immer schwer. Und es ist immer mit Tränen verbunden“, gibt Sabrina Schötschel offen zu. Quinn und Sila, die beiden „young stars“, sind ihr und ihrem Mann aus dem Wurf geblieben. Einen von beiden geben sie jedoch noch ab. Bislang konnten sie sich aber nicht entscheiden, ob es Quinn oder Sila treffen wird.

Welpe Paul im Garten der Schötschels in Harpstedt.

 Es ist ein Marathon bis zum Zuchthund.“

Stefan Schötschel

„Wir schauen, welcher Hund die meisten Rassemerkmale hat. Man tut sich dann mit anderen Züchtern zusammen und berät sich“, erläutert Sabrina Schötschel. In die Beurteilung flössen unter anderem Charakter, Körper und Gangwerk ein. Bevor es in die Zucht gehe, sei einiges zu beachten: „Mit anderthalb Jahren werden die Hunde untersucht. Körperteile wie Hüfte und Ellenbogen werden geröntgt, das Herz geschalt, Partella und Augen untersucht. Zusätzlich werden diverse Gentests gemacht.“ Das erledige ein Spezialist. „Es ist ein Marathon bis zum Zuchthund“, weiß Stefan Schötschel.

Wir sagen auch mal ab, wenn es nicht passt.“

Sabrina Schötschel

Und wie läuft eine Vermittlung ab? Die Harpstedter vereinbaren einen Termin mit den Interessierten. „Wir sprechen dann mit ihnen und fragen nach den Wohn- und Arbeitsverhältnissen. Wir schauen, ob sie Erfahrungen mit Hunden haben. Wir vermitteln die Rasse nicht so gern an Familien mit Kleinkindern, weil die Tiere auf Bewegungsreize reagieren und Kinder ja oft in Action sind“, sagt Sabrina Schötschel. „Nicht die Familien sollen ihn sich aussuchen. Das machen wir zusammen.“

Ein Herz für Hunde: Sabrina und Stefan Schötschel leben zusammen mit Deko, Zumba, Quinn, Heidi und Sila (von links). Jule fehlt auf dem Bild.

Allerdings bekommt nicht jeder einen Mini Aussie, der einen haben will. Viele Voraussetzungen müssen erfüllt sein. „Wir sagen auch mal ab, wenn es nicht passt“, erläutert Sabrina Schötschel.

Höhere Nachfrage in der Pandemie

Ja, die Nachfrage nach Hunden habe während der Coronapandemie zugelegt, so ihr Eindruck. Jeden Tag riefen drei bis vier Interessenten an. Anfragen per Mail kämen hinzu. Dabei haben die Schötschels aktuell gar keinen Hund abzugeben. Welche Gründe es für die enorme Nachfrage gebe? „Viele Leute können im Moment nicht in den Urlaub fahren und hätten gerne einen Hund. Andere wollten sich vielleicht vorher schon einen anschaffen und haben erst jetzt die Zeit dafür“, vermutet Sabrina Schötschel.

Hündin Deko spielt mit einem Welpen.

Sie und ihr Mann vergeben nicht nur Welpen. „Manche wollen lieber einen älteren Hund“, weiß die Harpstedterin und ergänzt: „Wir haben auch Hunde vermittelt, die jetzt im Hort, erfolgreich im Hundesport, beim THW oder bei den Maltesern sind. Ebenso solche, die eine Diabetikerwarnhund-Ausbildung gemacht haben.“

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