Landgerichtsurteil: 50 .400 Euro Geldstrafe kommen noch obendrauf

Scheingeschäfte: Millionenbetrüger sitzt gut fünf Jahre ein

Groß Ippener/Lohne/Oldenburg - Wegen Betruges hat das Oldenburger Landgericht einen 58 Jahre alten Geschäftsmann aus Lohne zu einer Gesamt-Gefängnisstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Darüber hinaus verhängte das Gericht gegen ihn eine Geldstrafe von 50 400 Euro.

Im Strafmaß enthalten ist eine frühere Verurteilung. 2013 war der 58-Jährige wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu einer Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren und zu einer zusätzlichen Geldstrafe von 49 000 Euro verurteilt worden. Die jetzt verhandelte Betrugstat lag zeitlich vor den Steuerdelikten. Deswegen musste bezüglich beider Taten eine Gesamtstrafe gebildet werden. Einen Großteil davon hat der Angeklagte schon abgesessen.

Dreh- und Angelpunkt der Straftaten war eine Nutzfahrzeugfirma in Groß Ippener. Mit Geschäften dieses und weiterer Unternehmen hatte der Angeklagte den Fiskus um Millionen betrogen.

Die jetzt mit verurteilte Betrugstat datiert aus dem Jahr 2006. Auch sie hatte mit der Firma in Groß Ippener zu tun. Seinerzeit sollen vier Männer, darunter der damalige Geschäftsführer der Nutzfahrzeugfirma und der jetzige Angeklagte, eine litauische Bank um Millionen geprellt haben. Sie hatten das Geldinstitut mit einem Lkw-Scheinhandel hinters Licht geführt. Die Bank hatte die Geschäfte mit Litauen finanziert; die Lastwagen wurden aber nicht geliefert. Die Machenschaften der Männer hatten mehrere Verfahren gegen sie nach sich gezogen.

Einige Urteile wurden allerdings vom Bundesgerichtshof wieder aufgehoben, weil lange nicht klar war, ob die Angeklagten sich wegen Beihilfe zur Untreue oder wegen Betruges schuldig gemacht hatten. Die Urteile gegen die drei mutmaßlichen Mittäter des jetzigen Angeklagten sind immer noch nicht rechtskräftig.

Aus dem Hauptverfahren war der 58-jährige Lohner vor zwei Jahren ausgeschieden, weil er einen Herzinfarkt erlitten hatte. Erst jetzt konnte ihm der Prozess wegen des Betruges der litauischen Bank gemacht werden. Dass nun die Gesamtstrafe so hoch ausgefallen ist, lag eben an der Einbeziehung der früheren Verurteilung wegen Steuerhinterziehung. wz

Rubriklistenbild: © dpa

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