Gruppe Godewind begeistert ihr Publikum in der Harpstedter Christuskirche

Melancholie und Heiteres rund um den Zauber des Advents

Sie schafft den Spagat zwischen fröhlich-leicht und melancholisch-nostalgisch anscheinend mühelos: Anja Bublitz, Sängerin der Gruppe Godewind. - Foto: Meyer

Harpstedt - Von Janin Meyer. Aus Erinnerungen an Kindheitstage und Vorfreude auf die kalte Jahreszeit sowie auf Weihnachten kredenzen die Botschafter des Nordens ein stimmungsvolles Programm: Während ihres Konzerts zum Weihnachtstournee-Auftakt in der Harpstedter Christuskirche, präsentiert von der Mediengruppe Kreiszeitung, versprüht die Gruppe Godewind viel vom Zauber des Advents.

In einem gemeinsamen Lied, das Anja Bublitz und Bassist Sven Zimmermann vortragen, schwingt Wehmut mit: Bublitz mit ihrer warmen, sanften und dennoch kräftigen Stimme erzählt im Wechsel mit Zimmermanns rauchig-nordischem Timbre davon, wie rasch das Jahr doch vorübergegangen ist und wie schnell die Zeit verrinnt. In Worte kleidet denselben Gedanken Jürgen Hesse von der Kreiszeitung in seiner Eröffnungsrede. „Es gibt viele besondere Momente im Jahr“, sagt indes Schlagzeuger Heiko Reese nach einem kräftigen „Moin“ zur Begrüßung der Gäste. Doch die Weihnachtszeit sei eben noch einmal etwas ganz Spezielles, etwas ganz Gemütliches.

Die musikalische Reise der Gruppe Godewind führt mal in hoch- und mal in plattdeutscher Sprache durch den Advent. Wer des Plattdeutschen nicht ganz so mächtig ist, der lässt sich von den Melodien leiten und treiben. Den Spagat zwischen anheimelnden, nachdenklich stimmenden Klängen und fröhlichen Stücken voller Vorweihnachtsfreude schaffen die Musiker mühelos. „Öwer’n Schnee“ etwa beschreibt den Wunsch nach einer Schlittenfahrt. Die damit verbundenen Glücksgefühle bringt Anja Bublitz mit ihrem Strahlen und ihrer Fröhlichkeit zum Ausdruck. Schnell gelingt es ihr, den Funken zum Publikum überspringen zu lassen. Von Sorgen und Nöten besonderer Art handelt das nicht ganz ernst gemeinte Lied „Advent Advent“. Die Kindheitserinnerung wirkt wie aus dem Leben gegriffen. Es geht darin ums Auswendiglernen eines Weihnachtsgedichtes – mit dem Ergebnis, dass die mühsam einstudierten Verse und Strophen im entscheidenden Augenblick, beim Vortragen, wie weggeblasen sind. Melancholie schwingt derweil mit, als Zimmermann den „Winternebel“ besingt. Das Stück handelt vom tristen Wintergrau und Spaziergängen am frostigen Strand.

Der Spaß kommt bei aller Besinnlichkeit nicht zu kurz. So sorgt vor allem Heiko Reese mit seinen Einlagen für lautes Gelächter. Etwa, als er in die Rolle eines kleinen Jungen schlüpft, der auf Plattdeutsch von der Krippe bei sich zu Hause erzählt. Dort gebe es nicht nur einen Donald Duck als Josef, sondern auch einen Batman als Ersatz für den dritten Heiligen König, erfahren die Zuhörer. Die Originale seien eben irgendwann zu Bruch gegangen, und da sei es doch ganz praktisch, dass sich in der Spielekiste so viele Figuren fänden. Nur den Asterix als Jesuskind will die Mutter des Jungen dann doch nicht durchgehen lassen. Auch das Stück „Wiehnachtsmarkt“ kommt mit komödiantischer Note daher: Reese setzt sich schnell eine rote Weihnachtsmütze auf und bindet sich einen passenden Schal um. Begleitet von Trommelklängen und Minibeckenschlägen, erzählt er von einem Weihnachtsmarktbesuch, auf dem das eine oder andere alkoholische Heißgetränk seine Wirkung nicht verfehlt...

Ein weiteres Weihnachtskonzert in der Region gibt Godewind am Sonnabend, 10. Dezember, 20 Uhr, in der Stadthalle Cloppenburg.

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