Schüler durchlaufen Klarsicht-Parcours

Mehr Durchblick beim Thema „weiche“ Drogen

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Etwas wackelig auf den Beinen: Tiana Huntemann mit der „Rauschbrille“. 

Harpstedt - Was richten Alkohol und Nikotin gesundheitlich an? Welche Versprechen machen die Produzenten dieser weichen Rauschmittel, und welche Risiken verschweigen sie in ihren Werbebotschaften ganz bewusst? Wie fühlt es sich an, „berauscht“ zu sein? Und wie beeinträchtigt dieser Zustand die Sinne?

Was solche Fragestellungen angeht, haben die drei achten Klassen der Oberschule Harpstedt nun mehr „Durchblick“ – dank eines durchlaufenen „Klarsicht-Parcours“. Dahinter verbirgt sich ein Präventionsprogramm, das insbesondere auf die Gefahren und Risiken sogenannter „weicher“ Drogen aufmerksam macht.

Den Bereich „Nikotin“ deckte Jugendpfleger Markus Pieper ab. Er hat in seinem ganzen Leben noch nicht geraucht. Er zeigte den Schülern auf, wie teuer eine tägliche Packung Zigaretten den Konsumenten, aufs Jahr gesehen, kommt. Deutlich wurde etwa, dass sich derjenige, der den Glimmstängeln entsagt und das Geld spart, mit der so zusammenkommenden Summe einen Urlaub deutlich „versüßen“, wenn nicht sogar komplett finanzieren könnte. Auch Strategien, der Nikotinsucht wirksam zu begegnen, thematisierte Pieper. Und natürlich erkundigte er sich bei den Schüler nach ihren eigenen Erfahrungen mit dem „blauen Dunst“. Von den ersten 17 Achtklässlern, die er fragte, gab nur einer zu, „ab und an“ zu rauchen. Den Wahrheitsgehalt der Antworten konnte Pieper nicht überprüfen. Vorausgesetzt, dass niemand geflunkert hat, wäre ein Raucher-Anteil von einem Siebzehntel in dieser Altersgruppe allerdings ein außerordentlich hoffnungsfroh stimmendes Ergebnis.

Lehrerin Henrike Hoyer machte an der von ihr geleiteten Station falsche Werbeversprechen zum Thema. Auf einem Tisch lagen Kärtchen mit Aufschriften wie „Kribbeln im Bauch“ oder „Keine Grenzen akzeptieren“ – also Slogans, derer sich in solcher oder ähnlicher Form die Spirituosenhersteller bedienen. Niemals aber, so Hoyer, würde ein Produzent in der Reklame preisgeben, dass Alkohol „besoffen“ mache – oder dass derjenige, der zu viel davon konsumiere, die „Selbstbeherrschung verliert“.

Wie sich Promille im Blut auf die visuelle Wahrnehmung und die Mobilität auswirken, konnten die Schüler indes an einer Station nachempfinden, die Lehrerin Nadine Hellmich betreute. Mit einer „Rauschbrille“ durchliefen sie einen Pylonen-Parcours. Einige schafften das problemlos; andere merkten schon, dass sie sich unsicher bewegten. „Natürlich wird bei dieser Übung auch gewitzelt“, sprach Hellmich aus Erfahrung. Das aber wiederum gebe ihr als Pädagogin ja Gelegenheit, zur enthemmenden Wirkung von Alkohol überzuleiten. 

boh

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