Mehr als Blumen braucht es nicht

Für den Markttag vor dem 14. Februar habe sie 40 Rosen mehr gekauft als normalerweise, erklärt Blumenhändlerin Yvonne von Blumen Herbert. Fotos: Backhaus

Eine besondere Herzensangelegenheit der Harpstedter scheint der Valentinstag nicht zu sein. Während die Blumenhändlerinnen ein durchaus reges Geschäft erwarten, sieht es etwa beim Juwelier im Flecken mau aus. Das habe vielleicht mit einem veränderten Bewusstsein zu tun, mutmaßt der Fischhändler.

Harpstedt – Normalerweise seien die Harpstedter nicht so große Fans von roten Rosen, sagt Yvonne von Blumen Herbert. Ihren Nachnamen will sie nicht nennen: „Mich kennen alle als Yvonne.“ Und offenbar ist auch sie mit den Menschen im Flecken sehr vertraut: Weiß sei eindeutig die beliebteste Rosenfarbe. Da sie aber am Tag vor dem Valentinstag mit ihrem Stand auf dem Marktplatz steht, hat sie zusätzlich 40 rote Exemplare mitgebracht. Zehn davon ist sie bereits am Morgen losgeworden. „Viele kaufen auch nur eine oder drei Rosen“, berichtet sie. Oder sie entschieden sich für einen bunten Frühlingsstrauß.

Dass nicht allzu viele Leute gleich einen ganzen Bund mitnehmen, hat womöglich auch mit dem Preis zu tun. „Normalerweise liegen die Rosen bei 2,50 Euro pro Stück, jetzt sind es fünf Euro“, erklärt die Händlerin. Das hängt von dem Handel an der niederländischen Blumenbörse ab, von der sie ihre Ware bezieht. Die allgemein erhöhte Nachfrage vor dem Valentinstag beeinflusse dann den Preis. „Eigentlich machen wir das Spiel nicht mit“, sagt Yvonne. „Aber wir haben halt was da, weil der Kunde nachfragt.“ Probleme, ihre Blumen unter die Leute zu bringen, habe sie aber auch sonst nicht. Viele Menschen kämen jede Woche zu ihr, um einen frischen Strauß zu kaufen – ganz egal, was im Kalender steht.

Auch Fischhändler Holger Gette nebenan kennt seine Kunden gut. Viele bestellen „wie immer“. Eine besondere Nachfrage nach feinem Fisch wegen des Valentinstags gebe es nicht, sagt Gette. „Die meisten gehen schön essen“, so wie er selbst. „Valentinstag, das ist der Tag der Blumen.“ Er habe jedoch den Eindruck, dass die Verbraucher insgesamt bewusster würden, was ihren Einkauf anginge. „Die Leute gönnen sich auch mal unter der Woche was.“ Sie bräuchten nicht unbedingt einen besonderen Anlass, um etwas Gutes zu kaufen, meint Gette.

Einen außergewöhnlichen Andrang verzeichnen die örtlichen Friseure ebenfalls nicht. Die Terminlage sei so wie immer, heißt es sowohl bei „Schneidbar“ an der Burgstraße sowie bei „Top Hair“ an der Langen Straße. Ähnlich sind die Erfahrungen bei Juwelier Pestrup an der Großen Eßmerstraße: Die Kunden würden höchstens Kleinigkeiten kaufen, berichtet der Händler.

Bei Babette Schumacher hingegen ist der große Bund dunkelroter Rosen direkt vor der Eingangstür nicht zu übersehen. Sie hat doppelt so viele bestellt wie üblich. „Zu solchen Anlässen ist das immer wichtig“, sagt die Floristin. Der Klassiker zum Valentinstag sei „natürlich“ die rote Rose – oder ein Frühlingsstrauß. Sie hat außerdem Arrangements wie etwa eine herzförmige Dose mit einem Blütengesteck im Angebot. Schumacher hat nicht den Eindruck, dass der Tag an Bedeutung verliere, denn er sei zeitlos: „Es geht um die Liebe.“ Oder um die Freundschaft: Es kämen nun häufiger Frauen, die zum Valentinstag Blumen für ihre Freundinnen kauften. Sie wählten dann in der Regel allerdings andere Farben – scheinbar ein Ganzjahrestrend in Harpstedt.

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