Mehr als 1000 Besucher genießen das umfangreiche Angebot beim Colnrader Kulturmarkt (CoKuMa)

Wenn aus dem Frauengesicht ein Fisch wird

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Holzbildhauer Ralf Hilgefort präsentierte seine Kunst.

Colnrade - „Alle fühlen sich wohl“, fasste Doris Dauskardt ihre Eindrücke vom Colnrader Kulturmarkt (CoKuMa) zusammen. Sie, ihr Mann Björn und dessen Bruder Ole hatten die zweitägige Veranstaltung bereits zum fünften Mal auf die Beine gestellt. Mehr als 1000 Besucher nutzten die Gelegenheit, um bei den rund 40 Ausstellern zu stöbern oder das bunte Rahmenprogramm zu genießen.

Als regelrechte Musikclowns und Vollblut-Entertainer haben sich „Die Blindfische“ aus Oldenburg am Sonnabend während ihres gleichermaßen erheiternden wie unterhaltsamen Konzerts entpuppt. Streckenweise klang die Band, die sich in der Rockmusik genauso zu Hause zu fühlen scheint wie im Hip Hop oder Country, sogar wie ein kindgerechtes Pendant der „Ärzte“.

Bassmann, Gitarrist und Drummer hauchten so manchem klassischen Kinderlied eine Prise Punk ein. Nachdem das Trio „Hänschen klein“, „Alle meine Entchen“ und „Häschen in der Grube“ jeweils hemmungslos mit eigenen Texten verrappt hatte, folgte stets eine schnelle, rockige Vertonung der Originalverse. Kinder und Erwachsene ließen sich vom Gute-Laune-Virus anstecken und mitreißen. Die Band gab der Animation fast so viel Raum wie der Musik, baute pfiffige Ideen in das Programm ein und schaffte es mühelos, das Publikum ordentlich mitarbeiten zu lassen – ob bei der Übertragung von Energie durch körperliche Bewegung oder als lebende Geräuschkulisse für das „Bauarbeiterlied“. „Es ist super und fetzig“, befand die neunjährige Emma Beckmann, die sich ganz vorne platziert und den Auftritt von der ersten bis zur letzten Minute aufmerksam verfolgt hatte.

Etwas ruhiger gestaltete sich das musikalische Programm am Sonntag. Axel Kruse und Doro Lichte benötigten für ihre Songs nur eine Akustikgitarre und zwei schöne Stimmen. Auf das Singer-Songwriter-Duo aus Bremen folgte das Heimspiel von Miriam Heinzl. Die 18-Jährige präsentierte klassische Musik auf dem Klavier und das nicht nur äußerst gekonnt, sondern auch noch für einen guten Zweck: Die dabei eingenommenen Spenden fließen nämlich in ein Entwicklungsprojekt in Ecuador, in dem Heinzl ab September für ein Jahr mitarbeiten wird.

Kinder kamen an dem Wochenende auch bei verschiedenen Mitmachangeboten auf ihre Kosten. Sie durften sich beispielsweise als Steinmetz probieren oder bunte Kreaturen aus Filz herstellen. Auf den Aufbau des Karussells verzichteten die Veranstalter am Sonntag angesichts des unbeständigen Wetters lieber, hatten aber eine tolle Alternative parat: Im Kulturgarten konnten Kinder Pferde bestaunen und streicheln.

Auch Erwachsene hatten die Möglichkeit, sich einmal selbst auszuprobieren. Zum Beispiel am Stand von Holzbildhauer Ralf Hilgefort aus Vechta. Interessierten Gästen drückte er schon einmal Beitel und Hammer in die Hand. Die wahrscheinlich häufigste Frage an ihn lautete, was denn aus dem Holzstück werden würde, an dem er arbeitete. Das könne er erst beantworten, wenn es fertig ist, sagte Hilgefort. „Im Moment ist es noch ein Frauengesicht, aber wenn die Nase weg ist, wird es ein Fisch“, scherzte der Künstler. Das Holz gebe zum Beispiel durch seinen Wuchs und seine Maserung bestimmte Dinge vor, und diese natürlichen Eigenschaften versuche er zu berücksichtigen.

boh/jb/ten

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