„Man findet an jeder Ecke eine Überraschung“

Diskothek „Zum Sonnenstein“: Theke und Tanzfläche abgebaut

Der Abbau der Tanzfläche und der Theke in der ehemaligen Diskothek „Zum Sonnenstein“ in Harpstedt begann in der vergangenen Woche. Das alte Tanzlokal wird Stück für Stück ins Cloppenburger Museumsdorf transportiert. - Fotos: Pleuß

Harpstedt - Von Alina Pleuß. „Ungefähr seit Anfang der 1980er-Jahre stand die Theke hier“, erklärt Eva Geiß vom Museumsdorf Cloppenburg. Die Projektleiterin betreut den Umzug der ehemaligen Harpstedter Diskothek „Zum Sonnenstein“ ins Museumsdorf (wir berichteten).

Vergangene Woche sind die Abbauarbeiten im Gebäude auf dem Koems-Gelände gestartet. „Unsere Handwerker haben sich um die Tanzfläche und die Theke gekümmert“, berichtet Geiß. Hausinterne Tischler und Zimmerleute des Museumsdorfes führen die Arbeiten durch. „Die haben ein gutes Auge dafür, was noch zu gebrauchen ist und was weg muss.“ Beim Abbau der Tanzfläche sei der morsche Holzboden zum Vorschein gekommen. Werkstattleiter Günter Lübke: „Man muss mit so was rechnen. Ein Eins-zu-eins Ab- und wieder Aufbau wird niemals funktionieren. Von den Dachziegeln werden auch vermutlich 50 Prozent nicht mehr zu retten sein.“

Die Theke, die noch am Mittwoch entfernt wurde, sei in den 1980er-Jahren gebraucht gekauft worden, erzählt Geiß, die sich bereits in Zeitungsarchiven über die Geschichte des ehemaligen Tanzlokals informiert hat. „Man findet hier an jeder Ecke Überraschungen“, so Geiß. Neben negativen wie dem morschen Boden gab es auch positive: Ein ursprüngliches Sprossenfenster tauchte wieder auf – sowie Plakate aus den 1990er-Jahren und alte Weinflaschen.

In der nächsten Woche soll ein Lastwagen anrücken, um einen Großteil der Theke nach Cloppenburg zu fahren. Bereits im vergangenen Jahr wurden mithilfe der Rentnerbänd die Tische, Barhocker, Gläser und sonstiges Inventar aus dem Gebäude gebracht. Ziel ist es laut Lübke, im Frühjahr anzufangen, die Außenwand abzutragen. Denn die Fassade soll schließlich auch nach Cloppenburg. „Ich kann keine verbindlichen Aussagen machen, inwiefern wir den Zeitplan einhalten können.“ Dennoch, erklärt er, wolle man Ende 2018 die Außenhaut in Cloppenburg angebracht haben. Die Kosten des Projekts belaufen sich laut Geiß auf rund eine halbe Million Euro. An seinem neuen Standort soll der Saal für Sonderveranstaltungen zur Verfügung stehen.

1952 fanden im „Stein“ erste Tanzveranstaltungen statt. Im Jahr 1959 galt das Gebäude laut Geiß als richtiges Tanzlokal mit Live-Musik. Eine Diskothek wurde die Lokalität dann Mitte der 1970er-Jahre. Bis 2014 fanden dort noch regelmäßig Veranstaltungen wie Abi-Partys statt. Nach der Schließung im selben Jahr stand das Gebäude dann leer. „Und das unbelüftet und ungeheizt. Wir hatten gedacht, es wäre in einem schlimmeren Zustand“, so Geiß.

Durch den langen Leerstand haben sich jedoch einige ungebetene Gäste eingenistet: „Marder haben hier einige Zeit ihr Unwesen getrieben. Auf dem Dachboden und auch hier unten.“ Die Tiere haben sich jedoch zurückgezogen, nachdem das Team des Museumsdorfes erstmals in das Gebäude kam. Als Test, ob die Marder noch anwesend sind, hatte es Eier ausgelegt. Am Mittwoch waren sie noch unbeschädigt. „Sieht aus, als wären die Marder weg“, so Lübke.

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