MALTESER-INTERVIEWSERIE Letzter Teil: Lisa Christin Seeck

Vom guten Gefühl, nicht ahnungslos zu sein

Ohne Corona wäre sie schon fertig ausgebildet: Lisa Christin Seeck.
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Ohne Corona wäre sie schon fertig ausgebildet: Lisa Christin Seeck.

Harpstedt – Sie ist 18 Jahre alt, will Erste Hilfe lehren – und wird dafür beim Malteser Hilfsdienst in Harpstedt selbst ausgebildet. Ein Gespräch mit Lisa Christin Seeck beendet in der heutigen Ausgabe unsere kleine Interviewreihe.

Frage: Was lernst du in der Ausbilderausbildung, Lisa?

Lisa Christin Seeck: Über die Grundlagen der Ersten Hilfe hinaus bekomme ich tiefergehendes Wissen vermittelt, um mögliche Fragen von Kursteilnehmern kompetent beantworten zu können. Das passiert in der medizinischen Fachausbildung. In drei weiteren Lehrgängen geht es um methodische und didaktische Themen. Ebenso darum, wie ich mich am besten vor einer Gruppe verhalte, vor der ich rede. Ich kriege letztlich alles an Rüstzeug an die Hand, was ich brauche, um selbst unterrichten zu können.

Frage: Musstest oder musst du dafür reisen?

Lisa Christin Seeck: Reisen ist zu viel gesagt. Aber für zwei meiner Lehrgänge habe ich zwei Wochenenden in Dortmund verbracht. Für die medizinische Fachausbildung war ich nur in Vechta – für eine Woche.

Frage: Hat dir die Schulung zur Schulsanitäterin für die aktuelle Ausbilderausbildung geholfen?

Lisa Christin Seeck: Ja, sehr. Ich war dadurch schon sicher in vielen Maßnahmen der Ersten Hilfe. Ich musste also nicht alles von vorn lernen, sondern vor allem Wissen auffrischen. Neues habe ich aber natürlich auch vermittelt bekommen.

Frage: Nutzt dir das, was du lernst, auch sonst irgendwie in einem anderen Kontext?

Lisa Christin Seeck: Auf jeden Fall kann ich die Inhalte in anderen Bereichen bei den Maltesern einsetzen. Ich bin auch noch Gruppenleiterin in der Malteser-Jugend in Harpstedt. Wir wollen dem Nachwuchs unter anderem auch Erste-Hilfe-Inhalte beibringen.

Frage: Und didaktische Fähigkeiten zu erlangen, ist ja generell nützlich.

Lisa Christin Seeck: Ja, durchaus. In der Schule kann ich diese Kenntnisse in meine Präsentationen einfließen lassen. Sie helfen mir auch, besser vor Menschen reden zu können.

Frage: Wann bist du durch den Schulsanitätsdienst an der Oberschule Harpstedt zu den Maltesern gekommen?

Lisa Christin Seeck: Schon 2014. Nach meinem Abschluss hatten wir eine eigene Jugendgruppe in Harpstedt gegründet. Das brachte mich auf die Idee, Ausbilderin zu werden. Spaß am Unterrichten hatte ich schon immer – ob nun in der Schule oder außerhalb, wenn ich Nachhilfe gegeben habe.

Frage: Warum bist du stellvertretende Leiterin des Schulsanitätsdienstes geworden?

Lisa Christin Seeck: Mir als ehemaliger Schulsanitäterin war es wichtig, neuen Schulsanis das gleiche Gefühl zu geben, das ich hatte. Ich freute mich darauf, Jugendlichen zu zeigen, wie sie anderen helfen können. Es ist ein gutes Gefühl, nicht ahnungslos daneben stehen zu müssen. Der Schulsanitätsdienst hilft zudem dabei, selbstbewusster zu werden. Außerdem habe ich dadurch meine besten Freunde kennengelernt. Diese Freundschaften endeten nicht etwa mit meinem Abschluss 2019. Sie halten immer noch.

Frage: Aus deinen Worten lässt sich heraushören, dass dir der Schulsanitätsdienst viel gegeben hat.

Lisa Christin Seeck: Das ist so. Damit hat alles angefangen. Ohne den Schulsanitätsdienst wäre ich niemals Ausbilderin oder Gruppenleiterin.

Frage: Deine Ausbilderqualifizierung ist ja noch nicht zu Ende. Wie geht‘s weiter?

Lisa Christin Seeck: Im Mai absolviere ich voraussichtlich, wenn alles gut geht, meinen letzten Lehrgang. Davor werde ich noch in einem Erste-Hilfe-Kurs assistieren. Wann das sein wird, steht allerdings noch nicht ganz fest.

Frage: Die Pandemie hat da wohl einiges auf Eis gelegt?

Lisa Christin Seeck: Ja, leider. Deswegen mussten einige Lehrgänge verschoben werden. Ohne Corona wäre ich schon vollwertige Ausbilderin.

Frage: Du erwähntest noch andere Aufgaben bei den Maltesern...

Lisa Christin Seeck: In der Malteser-Jugend gestalte ich mit vier Mitstreitern jede zweite Woche am Freitag Gruppenstunden. Interessierter Nachwuchs, der vielleicht dazustoßen und Näheres erfahren will, darf sich gern bei uns melden. Einfach eine Mail an jugend.harpstedt@malteser.org schicken.

Frage: Was beschäftigt dich gerade jenseits der Malteser?

Lisa Christin Seeck: Mein Abitur. Ich bin auf dem Beruflichen Gymnasium, Fachrichtung Wirtschaft, in Wildeshausen.

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