Märchenaufführung der wortkargen Art krönt Projekttage im DRK-Kindergarten Harpstedt zur Einstimmung in den Advent

Albernes Aschenputtel amüsiert alle

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Die Kinder amüsieren sich im Turnraum über das wortkarge Aschenputtel, deren gleichermaßen hässliche wie eifersüchtige Schwestern und den selbstverliebten Prinzen, der immer wieder bekundet, er sei ja „so schön“.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. „Ich bin so schön“, sagt der Prinz, ein echter Narziss, immer wieder und streicht sich durchs Haar. Aus dem Munde des zum fortwährenden Schuften verdonnerten Aschenputtels kommt mehrfach ein schlichtes „Okay“. Der Text ihrer beiden Schwestern beschränkt sich ebenfalls auf wenige Sätze. „Wir sind die hässlichen Geschwister“, schallt es durch den Turnraum des DRK-Kindergartens Harpstedt. Oder auch: „Wir sind so eifersüchtig.“

Gegen Ende dreier Projekttage im Zeichen der „Einstimmung auf den Advent“ warten Maike Lindloge, Ivonne Meyer, Nadine Gans-Schrader, Silke Bleckwehl, Heike Bunzel und Einrichtungsleiterin May-Britt Mundt mit einer erheiternden Überraschung auf: Da sich der komplette Kindergarten am 1. Dezember dank gesponserter Karten im Weyher Theater „Aschenputtel“ als Puppenstück anschauen wird, machen die Erzieherinnen mit einer zwar etwas albernen, aber gleichwohl originellen Fassung des Märchens Lust auf die Aufführung. Ihren Witz zieht die Geschichte aus der extrem reduzierten Sprache. Einsilbige Dialoge und Wiederholungen schlichter Sätze erschüttern die Zwerchfelle und verblüffen zugleich, gibt der spartanische Text doch im Großen und Ganzen die von den Gebrüdern Grimm „gestrickte“ Handlung durchaus korrekt wieder.

Wann immer eine der Protagonistinnen in ihrer Rolle zu Wort kommt, steht sie auf und setzt sich anschließend sofort wieder. Das verleiht der kleinen „Theatereinlage“ zusätzlich eine komische Note. Die Aufführung sei auch als Überraschung und als Dankeschön an die sieben Praktikantinnen für deren Engagement während des vorweihnachtlichen Projekts im Kindergarten gedacht, verrät Erzieherin Karin Böse.

An den Projekttagen selbst herrscht eine insgesamt außerordentlich entspannte Atmosphäre. „Die Kinder sind zufrieden – und beschäftigt. Sie wollen die Dinge, die sie basteln, fertig bekommen“, fällt Karin Böse auf. Und gebastelt wird reichlich – an diversen „Locations“.

Im Foyer sitzen zwei der Praktikantinnen mit Jungen und Mädchen an einem Tisch, um Schmuck für den dort befindlichen Weihnachtsbaum zu fertigen. Im Untergeschoss bohren Kiddies ihre Fäuste in Sand und gießen die entstandenen Vertiefungen mit Wachs aus. Auf diese Weise entstehen sehr individuelle und im wahrsten Sinne des Wortes „handliche“ Kerzen. Dass sich Butterbrot-Tüten als tolle Bastel-Basis für dreidimensionale Weihnachtssterne eignen, beweist sich an anderer Stelle. Mit Wasser gefüllte Luftballons, in heißes Wachs getaucht, avancieren zu dekorativen Schälchen. Erdnussschalen verwandeln sich wiederum in Elchgesichter. Obendrein zieht der Duft von Spekulatius und anderem weihnachtlichen Gebäck durch den Kindergarten. „Unsere Mandelbällchen sehen zwar eher aus wie Taler, schmecken aber sehr gut“, verrät Erzieherin Heike Bunzel. Mit je einem Laufzettel um den Hals ziehen die Kinder von Station zu Station. Zwischenzeitliche Entspannung versprechen das Bilderbuchkino im Turnraum und „Traumreisen“ im Container. Gefrühstückt wird bei den „Krokodilen“, und Lieder beschließen jeweils die „Projektzeit“.

Die Vorfreude der Mädchen und Jungen auf die Bescherung am Heiligen Abend ist spürbar. Sie wird nun – nach der rundum „runden“ Einstimmung auf den Advent – sicherlich mit jedem Tag noch ein Stückchen wachsen.

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