Ein männlicher Opernsänger als Sopran

Peter Orloff und der „Schwarzmeer Kosaken-Chor“ kündigen für Harpstedt eine Sensation an

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Seit einem Vierteljahrhundert leitet Peter Orloff (6.v.l.) den „Schwarzmeer Kosaken-Chor“. Mitbegründer war sein Vater Nikolai gewesen, ein Geistlicher aus einem Kosakengeschlecht. 

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. „Wolgalied“, „Abendglocken“, „Ich bete an die Macht der Liebe“ – diese und viele weitere „immergrüne“ Weisen fehlen sicher nicht, wenn am Mittwoch 21. Februar, 19 Uhr, Peter Orloff mit seinem „Schwarzmeer Kosaken-Chor“ in der Harpstedter Christuskirche gastiert. Ja, genau der Peter Orloff, den das Stammpublikum der ZDF-Hitparade als Schlagersänger in Erinnerung hat.

Gleich 30 Mal trat er bei Dieter Thomas Heck auf. Mehrfach landete er einen kleineren oder größeren Hit. Die Single „Ein Mädchen für immer“ aus dem Jahr 1971 verkaufte sich so gut, dass Orloff dafür eine goldene Schallplatte bekam. Ziemlich in Vergessenheit geraten ist, dass er sowohl für Peter Maffay den Titel „Du“ schrieb als auch für Bernd Clüver „Der Junge mit der Mundharmonika“. Damit legte Peter Orloff den Grundstein für zwei andere Karrieren im Showgeschäft.

Längst nicht jeder kennt seine Wurzeln: Der heute 73-Jährige, der in Lemgo zur Welt kam, entstammt einer russischen Familie. Sein Vater Nikolai, ein Geistlicher aus einem Kosakengeschlecht, begründete schon vor 80 Jahren den „Schwarzmeer Kosaken-Chor“ mit und leitete ihn selbst jahrzehntelang. Mit 14 „Lenzen“ sang der Sohnemann bereits in dem Ensemble – teils sogar an der Seite von seinerzeit noch lebenden und aktiv mitwirkenden Gründungsmitgliedern. 

Das „Nesthäkchen“ avancierte zum „Chef“: Seit einem Vierteljahrhundert obliegt Peter Orloff nun selbst die musikalische Gesamtleitung des „Schwarzmeer Kosaken-Chors“. Mit seiner Ehefrau Linda lebt er heute bei Köln – in Overath. Die schönen Stimmen der Chormitglieder und die ergreifende Stimmung in den Konzerten finden in vielen Rezensionen Erwähnung.

Ukrainer und Russen in großer Eintracht

Presseberichte dokumentieren ebenso die Ausnahmestellung, die Peter Orloff als Solist genießt. In Fernsehauftritten begeisterte er Millionen Zuschauer mit Titeln wie dem „Wolgalied“, „Dr. Schiwago“ oder auch dem berühmten „Gefangenenchor“ Zahlreiche goldene Schallplatten unterstreichen den ausgezeichneten Ruf des „Schwarzmeer Kosaken-Chores“, der übrigens nicht zum ersten Mal in Harpstedt gastiert.

Der Veranstalter verspricht den Zuhörern mit Blick auf den 21. Februar ein „Feuerwerk der Emotionen“, ein „ebenso faszinierendes wie berührendes Konzertereignis“ mit Stimmen, die so „schön und groß wie Russland“ seien – mit atemberaubenden Tenören, abgrundtiefen Bässen sowie einer „absoluten Weltrarität“ in Gestalt eines männlichen Soprans von der Kiewer Oper. „Stimmwunder oder Wunderstimmen – beides stimmt“, heißt es wortspielerisch in der Konzertankündigung.

Der Chor besteht aus hochdekorierten Sängern aus der Ukraine und aus Russland. Das darf angesichts der zwischen diesen beiden Staaten herrschenden Spannungen und des Konflikts um die Krim durchaus als bemerkenswert gelten. Das Programm, das in Harpstedt zu hören sein wird, geht über das Repertoire vieler geläufiger Kosakenchöre deutlich hinaus. So umfasst es auch „Nessun dorma“, das Paradesolo aller großen Tenöre, und einen Extrakt aus „Schwanensee“. Gleichwohl wissen die Sänger natürlich, was sie ihren Fans schuldig sind, und sparen keinen „Kosaken-Klassiker“ aus. Von „Die zwölf Räuber“ über „Das einsame Glöckchen“ bis „Kalinka“ reicht das Spektrum. Weltliches ist ebenso zu hören wie Sakrales der russisch-orthodoxen Kirche.

Der Chor, so der Veranstalter, nehme seine Zuhörer mit auf eine „musikalische Reise durch das schneebedeckte Land, von Moskau bis an den Baikalsee und von Kiew bis St. Petersburg“. Geschichten und Balladen „von überwältigender Ausdruckskraft“ gingen einher „mit tiefer Melancholie und überschäumendem Temperament“.

„Total emotional“ will der Chor rüberkommen

Peter Orloff freut sich nach eigenem Bekunden auf das Wiedersehen in Harpstedt. „Total emotional“ will der Chor auf seiner Jubiläumstour rüberkommen.

Karten für das Konzert in der Christuskirche gibt es im Kirchenbüro an der I. Kirchstraße sowie bei Schreibwaren Beuke in Harpstedt, ebenso bei der Wildeshauser Zeitung. Das Stück kostet 24 Euro. An der Tageskasse beträgt der Eintritt 26 Euro.

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