SOMMER-SMALLTALK Pastorin Elisabeth Saathoff über den Neustart der Kinderkirche

Livestream ersetzt echtes Erleben nicht

Pastorin Elisabeth Saathoff freut sich auf den 19. September – auf die Kinderkirche mit dann wieder echter Begegnung.
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Pastorin Elisabeth Saathoff freut sich auf den 19. September – auf die Kinderkirche mit dann wieder echter Begegnung.

Harpstedt – Leben in der Coronakrise bedeutet, Veränderung für einen quälend lang anmutenden Zeitraum zuzulassen. Manches, was die Pandemie anfangs komplett zum Erliegen gebracht hatte, keimt nun immerhin wie ein zartes Pflänzchen wieder auf, aber zumeist in ungewohnter Form und weiterhin unter dem Einfluss des Infektionsgeschehens. So auch die Kinderkirche, die am Sonnabend, 19. September, 10 Uhr, in der Harpstedter Christuskirche ihr „Nach-dem-Lockdown-Debüt“ erlebt, um nicht das Wort „Auferstehung“ bemühen zu müssen. Was sich gegenüber der Vor-Corona-Zeit ändert, verrät Pastorin Elisabeth Saathoff im „Sommer-Smalltalk“.

Frau Saathoff, ein halbes Jahr musste die Kinderkirche in der gewohnten Form aussetzen. Eine wirklich sehr lange Durststrecke. Sicher sehnen Sie und die Teamer den Neustart förmlich herbei?

Ja, durchaus. Zweimal gab es Kinderkirche im Livestream. Das ist im Frühsommer auch gut angenommen worden. Aber es war eben nicht das, was dieses Angebot eigentlich ausmacht. Kinderkirche lebt nun einmal von Begegnung und Spaß. Wir haben lange überlegt, wann es wieder losgehen kann, und auch eine Weile gezögert. Inzwischen fangen einige Gemeinden im Kirchenkreis Syke-Hoya wieder mit der Kinderkirche an. Und auch wir möchten es jetzt einfach mal versuchen.

Vermutlich bleibt aber nicht alles wie gehabt.

Richtig. Wir bilden kleine Gruppen. Die Kinder kommen und erhalten zunächst je ein farbiges Armband. Je nach Farbe gehen sie dahin, wo ihre Gruppe sitzt. Mit dieser kleinen „Familie“ sind sie die ganze Kinderkirchenzeit über zusammen. Wir wissen nicht, ob fünf, zehn oder 15 Mädchen und Jungen kommen. Wir können Gruppen mit jeweils bis zu fünf Kindern bilden. Zu den gewohnten Dingen, an denen wir festhalten, gehört beispielsweise unser Begrüßungsritual. Wir werden aber nicht alle gemeinsam singen. Das tut uns schon sehr weh, zumal wir ein superschönes Lied haben, das eigentlich dazugehört: „Sei mutig und stark und fürchte dich nicht!“

Das müssen Sie jetzt wegen der Aerosole, die gerade beim Singen ausgestoßen werden, komplett streichen?

Nein, aber es bekommt diesmal eine andere Form: die eines Raps in Kombination mit viel Bewegung. Ich singe; die Teamer rappen.

Sie dürfen singen?

Einer darf, sogar ein kleiner Chor darf, aber nicht alle. Das ist ja das Gemeine!

Wie viele Teamer stehen Ihnen zur Seite?

Mindestens vier: Annika Dehne, Matti Ertel, Isabel Strupat und Janna Hellbusch. Vielleicht kommt noch Tristan Kopmann hinzu. Die Teamer werden eine mit Bildern bereicherte Geschichte erzählen: „Von fiesen Fürsten und wilden Löwen.“ Da geht es um Daniel, einen Mann, der auch unter sehr gefährlichen Bedingungen Gott vertraut. Er hat eine schwere Aufgabe zu bestehen. Davon werden wir erzählen. Und dann verteilen wir uns in den Kleingruppen in der Kirche, um an verschiedenen Tischen etwas zu basteln.

Sie wechseln die Örtlichkeit nicht? Alles spielt sich in der Kirche ab?

Ja, so ist es. Wir gehen nicht ins Pfarrhaus.

Sicher werden Sie lieb gewonnene Dinge vermissen, weil die Coronapandemie sie einfach nicht zulässt.

Stimmt. Tobespiele spielen, gemeinsam essen, einander huckepack tragen – das alles geht weiterhin nicht. Wir mussten uns wirklich überlegen, wie wir die Kinderkirche trotzdem attraktiv gestalten. Wir wollen alles in geordneten Bahnen ablaufen lassen, dabei aber nicht so furchtbar direktiv sein. Wir wollen vor allem Spaß haben, denn darum geht es.

Sicher kein ganz einfacher Spagat. Bleibt es bei zwei Stunden? Oder endet die Kinderkirche früher als in der Vor-Corona-Zeit?

Die Dauer wird auf eine gute Stunde begrenzt. Die Eltern können die Kinder also um kurz nach 11 Uhr wieder abholen.

Müssen Sie die Kontaktdaten der teilnehmenden Kinder aufschreiben?

Daran führt in der Tat kein Weg vorbei. Wir werden sogar notieren, wer zu welcher Gruppe gehört und auf welcher Bank sitzt.

Woran liegt Ihnen beim Neustart der Kinderkirche besonders?

Wir wollen weitertragen, was Freude bereitet – in der Hoffnung, dass wir die Kinder auch erreichen. Vor Corona konnten wir auf einen harten Kern bauen, der eigentlich immer kam. Der bestand aus vielleicht zehn Kindern. Erfahrungsgemäß gesellen sich aber immer einige hinzu, quasi als Überraschungsgäste. So war’s auch bei der letzten Kinderkirche vor dem Lockdown im Februar. Ganz unverhofft konnten wir dazu sogar 18 oder 19 Mädchen und Jungen begrüßen – überraschend viele. Das hat uns sehr gefreut.

Überraschungsgäste sind in der Pandemie bei vielen Veranstaltungen eher unerwünscht. Gilt das auch für die Kinderkirche?

Nein, überhaupt nicht. Bei uns sind sie sogar sehr erwünscht! In der Harpstedter Christuskirche ist, was den Platz angeht, jede Menge Luft nach oben. Kinder, die kommen wollen, müssen sich übrigens nicht anmelden.

Von Jürgen Bohlken

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