Österliche Vorboten und frühlingshafte Deko prägen Hobby- und Kunstausstellung

Der Lenz hält Einzug in den Koems-Saal

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Schnell füllte sich der Koems-Saal mit Ausstellungsbesuchern. Viele kamen schon vor Mittag. 

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Schon ein flüchtiger Blick in den sich mit Menschen füllenden Koems-Saal genügte, um zu merken, dass der Lenz begonnen hat und Ostern nicht mehr fern ist: An diversen Ständen fielen am Sonntag in verschiedenen Techniken gefertigte Hasen, Hühner und Küken ins Auge.

So auch bei Heiko Wagenfeld. Seine Tierfiguren seien aus Eiche, Kirsch- oder Nussbaumholz mit der Bandsäge entstanden, verriet der Syker. Gleich nebenan versuchte seine Frau Carola die Scharen von Besuchern der 41. Harpstedter Hobby- und Kunstausstellung für eigens genähte Textilien aus Jersey zu erwärmen. Ihre Töchter Lena (19) und Merle (16) gehören seit Langem zu ihrer Fangemeinde. Die Mädels sorgen immer mal wieder dafür, dass der Mutter die Arbeit nicht ausgeht – mit Anfragen wie: „Mama, kannst du mir bitte eine Bluse nähen?“ Die Sykerin besuchte schon in ihrer Realschulzeit eine Näh-AG. So richtig kam sie aber sehr viel später zu ihrem Hobby, das mittlerweile wieder voll im Trend liegt. Eine Bekannte habe viel genäht, und da habe sie sich gesagt: „Das kann ich auch!“

Carola Ahrends, ebenfalls als Ausstellerin im Koems dabei, ist indes der Faszination der Halbedelsteine erlegen. Die 57-Jährige aus Ganderkesee fertigt daraus nicht nur Ketten, Armbänder oder Ohrringe; sie zeigt sich auch von der Kraft der Steine überzeugt. „Wenn Sie eine Bergkristallspitze im Schlafzimmer haben, können Sie nicht schlafen“, behauptet die „Heilsteintherapeutin“, die „im richtigen Leben“ als Justizbeamte arbeitet. 

Ob es ein Mineral gebe, das sie gegen Ein- und Durchschlafschwierigkeiten empfehlen könne? „Schungit zum Beispiel. Hilft gegen Elektrosmog und freie Radikale“, erwiderte Carola Ahrends auf diese Frage. Auf der Theke im Eingangsbereich des Saals breitete Karin Huntemann aus Groß Ippener unter anderem Garten-Deko in Form hölzerner Lkw oder Züge aus. Das Bepflanzen der Ladeflächen mit blühenden Blumen übernimmt sie stets selbst, die eigentliche Holzarbeit dagegen ihr Mann Helmut. Mit genähten und mit Füllwatte gestopften Tilda-Figuren, passend zu Ostern, machte Jutta Sage auf ihren Stand aufmerksam. Die Schnitte für ihre Handarbeiten entnehme sie Zeitschriften, verriet die 67-Jährige aus Bassum. Die ursprünglich aus Schweden stammenden Tilda-Figuren fertige sie gern abends vorm Fernseher oder auch bei schlechtem Wetter. Zu den weiteren Blickfängen zählten Glückwunschkarten, getöpferte Ton-Blumen und Deko in Rost-Optik für den heimischen Garten.

Ihre Liebe zu Tilda-Figuren hat Jutta Sage aus Bassum schon vor langer Zeit entdeckt.

„36 Aussteller sind dabei, darunter auch welche aus Bremen, Twistringen, Delmenhorst und sogar aus der Nähe von Osnabrück. Einige haben kurzentschlossen etwas mehr Standfläche genommen. Deshalb fällt der krankheitsbedingte Ausfall von vier Anbietern gar nicht auf“, freute sich Cheforganisatorin Monika Schäfers. Zusammen mit ihrer Tochter Annika und Sabine Daude betreute sie auf der Koems-Bühne Kinder, die mit Feuereifer aus Tonkarton unter anderem Osterhasen und Küken bastelten.

In der Saalstube, wo es auch Erbsensuppe gab, priesen derweil Eltern der „Ohrwürmer“ 32 selbst gebackene Kuchen und Torten an. Aus den Verkaufserlösen deckt der Kinderchor eigene Kosten. So muss etwa anlässlich einer Aufführung des Musicals „Der Regenbogenfisch“ im September Stoff für die Kostüme bezahlt werden. Außerdem gönnen sich die „Ohrwürmer“ im Herbst einen „Spieleland“-Ausflug.

Auf der Saal-Bühne bastelten Kinder Unikate, die sie vielleicht ja sogar zu Ostern verschenken.

Monika Schäfers darf die Ausstellung getrost als (weiteren) vollen Erfolg werten. Begleitend öffnete die Fördergemeinschaft Koems die historischen Scheunen auf dem Gelände. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick auf die historischen Exponate zu werfen.

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