Grundschulen Harpstedt und Dünsen müssen „getrennt versorgt“ werden

Lehrernotstand hier – Luxus dort?

Harpstedt/Dünsen - Daten zur aktuellen Unterrichtsversorgung an der Grundschule Harpstedt liegen der Landesschulbehörde derzeit nicht vor. Diese Zahlen ermittele das Kultusministerium einmal pro Schuljahr, sagte Pressesprecherin Bianca Schöneich am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die nächste Erhebung stehe in knapp einer Woche, am 18. August, an. Nach der Auswertung lasse sich Genaueres sagen. Für die Grundschule Harpstedt sei allerdings momentan noch eine Lehrerstelle für die Fächer Musik, Deutsch und Sachunterricht ausgeschrieben. „Ob wir sie besetzen können, müssen wir abwarten“, sagte Schöneich. 

Die Landesschulbehörde werde auch über Vertretungsverträge und Abordnungen von Lehrkräften versuchen, „eine ausgeglichene Unterrichtsversorgung“ zu erwirken. Die Eltern sind wegen des augenscheinlich prekären Ist-Zustandes beunruhigt. Sollte es zutreffen, dass sich die momentane Unterrichtsversorgung nur noch um die 80 Prozent bewegt, wäre das ein dramatisch schlechter Wert. Schöneich wollte diese Zahl wegen der ausstehenden Erhebung und angesichts des „bis Anfang September laufenden“ Stellenbesetzungsverfahrens weder bestätigen noch dementieren.

Lehrernotstand auf der einen Seite, Luxus auf der anderen? In der Eingangsstufe der Grundschule Dünsen, die nun bekanntlich räumlich unter dem Dach der Harpstedter Schule „ausschleichend“ ausläuft, werden gerade mal sechs Kinder zusammen unterrichtet. Darunter befinden sich keine Erstklässler; die neuen Dünsener ABC-Schützen sind an der Grundschule Harpstedt eingeschult worden. Besagte Eingangsstufe besteht daher nunmehr aus Zweitklässlern sowie Kindern, die ein Jahr länger darin verbleiben.

Die von der Schülerzahl sehr kleine Lerngruppe könne bei Eltern den Eindruck erwecken, als würden die beiden Grundschulen mit zweierlei Maß behandelt, räumt Bianca Schöneich ein. Letztlich aber gebe es gar keine andere Option, als sie „getrennt“ zu versorgen. Denn bis die Grundschule Dünsen endgültig „ausgelaufen“ sei, bleibe sie eigenständig. 

Im Übrigen sei unter den erwähnten sechs Kindern eins „mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf“. Die Dünsener Dritt- und Viertklässler, insgesamt 19, würden nun ebenfalls jahrgangsübergreifend – und damit gemeinsam – unterrichtet, verriet die Pressesprecherin.

Dass beide Schulen derselben Leitung unterstehen, könnte nach Schöneichs Einschätzung die etwaige Nutzung von Synergieeffekten erleichtern. So wäre, wie sie erläuterte, in bestimmten Fächern wie Musik oder Sport schulübergreifender – gemeinsamer – Unterricht möglich, allerdings immer unter der Voraussetzung, „dass Lernziele und -inhalte übereinstimmen“. - boh

Rubriklistenbild: © dpa

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