Sorina und Janett wollen Ehe schließen

Sie legen Wert darauf, nicht nur „verpartnert“ zu sein

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Eine romantische Hochzeit liegt hinter Janett und Sorina Franz. Als verheiratet gelten sie offiziell trotzdem nicht, sondern als „verpartnert“. Sobald das „Ehe für alle“-Gesetz in Kraft ist, wollen sie die Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln lassen.

Harpstedt- Von Jürgen Bohlken. Nein, sie möchten nicht nur als „verpartnert“ gelten, sondern als verheiratet: Daher steht für Sorina Franz und ihre Lebensgefährtin Janett Franz, geb. Ernst, aus Harpstedt schon jetzt fest, dass sie ihre am Freitag eingegangene Lebenspartnerschaft in eine Ehe „umwandeln“ lassen werden, sobald diese Möglichkeit besteht.

Wie genau das Prozedere vonstattengehen und ob es mit einer Gebühr für die betroffenen Paare verbunden sein wird, weiß Michael Lührs, der Standesbeamte, der die beiden Frauen getraut hat, noch nicht. „Das wird sicherlich beantragt werden müssen und dann von uns bearbeitet“, sagt er. Technisch-bürokratische Probleme befürchtet Lührs im Unterschied zu Berufskollegen aus Bayern nicht: „Das EDV-Programm wird ,umgestrickt’. Und dann sollte das laufen.“

Das Gesetz, das für die Einführung der „Ehe für alle“ im Herbst den Weg ebnet, haben Bundestag und Bundesrat bereits beschlossen. Nicht auszuschließen sind allerdings etwaige Bestrebungen, es vom Bundesverfassungsgericht kippen zu lassen. Von daher müssen gleichgeschlechtliche Paare noch ein wenig hoffen und bangen, ehe die Gleichstellung mit heterosexuellen Partnerschaften auch beim Heiraten vollends hergestellt ist. Und zwar einschließlich des Rechts, Kinder zu adoptieren. Darum allerdings geht es Sorina und Janett Franz nicht. Die Frauen haben bereits Kinder großgezogen, die aus früheren heterosexuellen Beziehungen stammen.

„Streichelzoo“ im Haushalt

Sowohl Sorinas Tochter Celina (20) als auch Janetts fast gleichaltriger Sohn Enrico wohnen noch bei ihnen im 2015 im erworbenen Eigenheim. Zum gemeinsamen Haushalt gehört zudem ein regelrechter „Streichelzoo“, bestehend aus zwei Hunden, einer Katze, zwei Katern, vier Hasen, drei Landschildkröten und zwei Vögeln. Das Zusammenleben funktioniere reibungslos, sagt Sorina Franz. Beide Kinder seien offen erzogen und hätten keine Probleme mit der lesbischen Liebesbeziehung der Mütter. Überhaupt fühlen sich Sorina und Janett Franz in Harpstedt voll integriert und in keiner Weise diskriminiert.

Kennengelernt hatten sie sich im Herbst 2014 – im Verlauf eines gemeinsamen Abends im „Aladin“ in Bremen. Es habe zwar sofort gefunkt, aber gleichwohl ein paar Monate gedauert, bis „aus uns ein Paar wurde“, erinnert sich Sorina Franz, die als Regionaldisponentin für „NOX – Nachtexpress“ arbeitet. Auch ihre Angetraute ist berufstätig; sie verdient in Köbbinghausen in der Altenpflege ihren Lebensunterhalt.

„Das war eine Traumhochzeit“

Die Trauung werden beide Frauen in bester Erinnerung behalten. „Das war eine Traumhochzeit“, schwärmt Sorina Franz. Nach dem Ja-Wort im Standesamt ging’s – ganz romantisch – mit einer Kutsche zum Feiern mit gut 30 Gästen in den „Lämmerkoven“.

Die Standesbeamten im Harpstedter Amtshof bekommen es nach wie vor verhältnismäßig selten mit heiratswilligen gleichgeschlechtlichen Paaren zu tun. In den vergangenen zehn Jahren hätten sie insgesamt elf Lebenspartnerschaften besiegelt, so Michael Lührs.

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