Deutsch-französische Chorfreundschaft besteht seit 35 Jahren

Mit lebenden „Poulets“ zurück nach Harpstedt

Zum Gelingen eines festlichen Konzerts in Loué anlässlich des 45-jährigen Bestehens der Gemeindepartnerschaft zwischen Harpstedt und Loué trug 2014 auch der Gemischte Chor Harpstedt mit Dirigent Steffen Akkermann (r.) bei. - Archivfoto: Bohlken

Harpstedt/Loué - „Ich bin damals fast jedes Jahr in Frankreich gewesen. Da habe ich natürlich mitbekommen, dass sich in unserer Partnerstadt ein Chor gegründet hat“, erinnert sich Steffen Akkermann. Jacques Pouto, „ein sehr agiler Mann“, sei der erste musikalische Leiter gewesen. Der Gedanke an eine deutsch-französische „Liaison“ mit dem Gemischten Chor Harpstedt lag für Akkermann nahe.

Andere Vereine und Organisationen pflegten bereits seit langer Zeit solche Freundschaften unter dem Dach des Partnerschaftsvertrages, den Loué und Harpstedt 1969 besiegelt hatten, etwa Feuerwehr und Jugendspielmannszug. In der französischen Kleinstadt an der Vègre aber gab es zunächst gar keinen Chor. Die Gründung von „A travers chants“, wie der dortige Gesangverein heute heißt, datiert nach Kenntnis Akkermanns von 1980. Schon 1981 nahm die Freundschaft mit dem Gemischten Chor Harpstedt ihren Anfang. Seit 35 Jahren besteht sie nunmehr.

„Ob die Louéser auf uns zugekommen sind oder wir auf sie, weiß ich nicht mehr so genau“, gesteht Akkermann. Er steht nur zwei Jahre vor einem bemerkenswerten Jubiläum: 2018 macht er die 50 Jahre musikalische Leitung im Gemischten Chor Harpstedt voll. Doch auch seine Kollegin auf Louéser Seite, Fabienne Geslot, blickt auf eine langjährige Stabführung bei „A travers chants“ zurück. Als Sprecher des Louéser Chors fungiert Patrick Leboucher.

Alle zwei Jahre treffen sich die beiden gemischten Chöre. Als Gastgeber wechseln sie sich ab. Zwei Begegnungen habe es an einem „dritten Ort“ gegeben, entsinnt sich Steffen Akkermann. Einmal sei der Schauplatz Saint-Dié-des-Vosges gewesen. „Das liegt in der Nähe von Kaysersberg, dem Geburtsort von Albert Schweitzer. Den haben wir damals auch besucht.“ Ein paar Jahre später folgte ein Treffen in Otzenhausen unweit von Trier. „Seinerzeit wohnten wir in der Europäischen Akademie. Das war ganz toll“, denkt Akkermann gern an das gemeinsame Wochenende zurück.

Unvergesslich bleibt eine Begegnung aus den 1980er-Jahren, insbesondere der Abschlussabend in Loué: „Wir bekamen einen Karton mit Hähnchenküken auf den Tisch gestellt. Als Geschenk“, erzählt Akkermann.

Die berühmten „Poulets“ wollten erst einmal unauffällig nach Harpstedt befördert werden. „Der Karton mit den Tieren, Futter und Tränke stand im Bus unter dem Sitz von Thea Eiskamp. Sie hat sozusagen darauf gesessen. Wenn der Zoll darauf aufmerksam geworden wäre, hätten wir bestimmt Probleme gekriegt“, sagt Akkermann schmunzelnd. Horst Winter habe die Küken großgezogen. Nach der Schlachtung seien sie im Backofen der ehemaligen Bäckerei Knolle gebraten und schließlich von den Sangesfreunden verspeist worden.

Am 21. Oktober erwartet der Gemischte Chor Harpstedt abermals Besuch von seinen französischen Freunden. Eine rund 35-köpfige Delegation von „A travers chants“ kommt in den Flecken und soll am Morgen bei der Begegnungsstätte eintreffen. Die Gastgeber vom Gemischten Chor Harpstedt nehmen nach der Begrüßung die Zuweisung der Quartiere vor. In den Familien wird zu Mittag gegessen. Nach einer gemeinsamen Probe in der Christuskirche (16.30 Uhr) folgt gegen 19 Uhr ein gemeinsames Essen im „Marktkieker“. Tags darauf treffen sich alle Beteiligten um 9 Uhr auf dem Marktplatz. Es geht sodann zum Schloss Clemenswerth und am Nachmittag ins „Miniaturland“.

Am 23. Oktober ist um 10.30 Uhr Treffen auf dem Schließstand beim Koems. Nach dem Mittagessen in den Familien singen sich beide Chöre ab 16 Uhr im „Marktkieker“ ein – als Vorbereitung auf das Konzert, das um 17 Uhr in der Christuskirche beginnt. Darin wirken auch der Posaunenchor und die „Harpstedter Ohrwürmer“ sowie Streichergruppe und „Chorband“ mit. Gastgeber und Gäste speisen anschließend im Hotel „Zur Wasserburg“.

Am Morgen darauf reist der Chor „A travers chants“ wieder ab.

boh

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