Landtagsabgeordneter Axel Brammer verspricht weitere Planung zu verfolgen

Gemeinden unzufrieden mit geplanter Stromtrasse

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Gemeinsam mit Anwohnern, Mitgliedern der IG „Vorsicht-Hochspannung“ und Politikern aus der Samtgemeinde Harpstedt diskutierte Landtagsabgeordneter Axel Brammer (l.) die neuen Plänne zur 380-kV-Leitung.

Colnrade/Winkelsett/Prinzhöfte - Von Sophie Filipiak. Das Thema 380-KV-Leitung elektrisiert die Bürger der betroffenen Gemeinden, durch die die Trasse des Netzbetreibers Tennet führen soll. Am Donnerstag haben sich Anwohner, Politiker und Mitglieder der Interessensgemeinschaft (IG) „Vorsicht-Hochspannung“ zu einem Ortstermin in Colnrade getroffen.

Das Treffen wurde kurzfristig vom Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse einberufen. Auf seine Einladung hin erschien auch der Landtagsabgeordnete Axel Brammer (SPD). Gemeinsam mit den Ortsbürgermeistern Anne Wilkens-Lindemann (Colnrade), Willi Beneke (Winkelsett) und Hans-Hermann Lehmkuhl (Prinzhöfte) stellte Wöbse klar, wie hitzig in den betroffenen Gemeinden die neueste Variante der geplanten Trasse Ganderkesee-St. Hülfte diskutiert wird.

Die Leitung ist eines von insgesamt vier Pilotprojekten in Deutschland. Das Verfahren läuft bereits seit zehn Jahren und tritt nun in die entscheidende Phase ein. Derzeit liegen die Deckblatt-Änderung als Ergänzung der Planfeststellungsunterlagen vor. Die Anwohner und die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden sind alles andere als begeistert von den Vorschlägen, die Tennet unterbreitet hat.

In vielen Gebieten der Gemeinden Colnrade, Prinzhöfte und Winkelsett kommt die Trasse zu nahe an die Gebäude. Aber nur im Bereich der Gemeinde Ganderkesee sieht Tennet zwei Erdverkabelungsabschnitte vor.

„Wir hätten gern fünf Bereiche, in dem die Stromleitung unterirdisch verlegt wird“, erklärte Wöbse. Dass Tennet die Stromtrasse unter die Erde bringen muss, kann aber nur die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr anordnen. „Und die meinen vielleicht, wegen den paar Häusern hier machen wir uns nicht den Aufwand“, so Brammer.

In Prinzhöfte gibt es ein weiteres Problem: Hans-Hermann Lehmkuhl versteht nicht, warum Tennet eine große Kabelübergangsanlage nahe der Grenze zu Ganderkesee nicht weiter entfernt von den Wohnhäusern plant. „Da wäre noch reichlich Platz“, erklärt er. Frank Windhorst, Sprecher der IG, kritisierte, dass Tennet zwar auf die Politiker zugehe, aber nicht auf die Bürger.

Um Druck auszuüben, haben die Gemeinden um einen Termin beim niedersächsischen Verkehrsminister Olaf Lies gebeten. „Ende Mai könnte es soweit sein“, stellte Axel Brammer in Aussicht. Er verstand die Sorgen der Colnrader Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann, die eine „Entwertung des Dorfes“ fürchtete. „Technisch wäre ja eine Erdverkabelung möglich“, sagte sie. „Aber dass die ganze Trasse unterirdisch verlegt wird, dass ist Utopie“, fügte Brammer hinzu.

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