Landkreis stellt „30er“-Schild am Albertushof in Groß Ippener auf

Mehr Schutz für Heimbewohner

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Freuen sich über das neue Verkehrsschild:Eleonore Weber, Elvira Hahn, Julia Ziehn mit Sohn Jonas, Sebastian Reihermann, Annette Morrone, Herwig Wöbse und Carl Issing (v.l.) .

Gross Ippener - Von Sophie Filipiak. „Wir wollen etwas machen, bevor etwas passiert“, sagte am Freitag Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse auf dem Gelände des Albertushofes. Dort geht der Albertusweg aus Delmenhorst kommend in die Straße „Espenriede“ über. Autofahrer aus Groß Ippener dürfen dort mit 100 Kilometern pro Stunde in die enge Kurve einfahren. Das gefährde die Bewohner des Albertushofes.

70 Menschen mit Behinderung leben zurzeit auf dem Albertushof, wo sie zwar eine Betreuung erhalten, aber weitestgehend selbstständig ihren Alltag bewältigen. Da Delmenhorst gleich in der Nähe ist, gehen viele zu Fuß zur nahegelegenen Bushaltestation, um von dort in die Stadt zu fahren. „Der Straßenverkehr stellt dabei für die Bewohner eine erhebliche Gefahrenquelle dar“, sagte Wöbse. „Die Bewohner sind in ihrer Wahrnehmung und Reaktionsgeschwindigkeit eingeschränkt“, erklärte Carl Issing, der seit 2007 den Albertushof leitet.

Die Stadt Delmenhorst habe schon vor Jahren laut Wöbse darauf reagiert und ein „30er“-Schild aufgestellt. Nun endlich regelt auch von Seiten der Gemeinde Groß Ippener ein solches Zeichen den Verkehr .

„Bis jetzt dürfen Autofahrer aus Groß Ippener mit 100 Stundenkilometer die Straße befahren“´, sagte Wöbse. Laut Polizei ist der Kurvenbereich zwar kein Unfallschwerpunkt, aber die Bewohner setzten sich zu ihrem eigenen Schutz für eine Temporeduzierung ein.

Denn der Initiative der Bewohner des Heimes und der Heimnachbarin Julia Ziehn ist es zu verdanken, dass das Schild aufgestellt wurde. Zusammen mit dem Samtgemeindebürgermeisters setzten sie sich konsequent beim Landkreis Oldenburg für das „30er“-Schild ein. „Das ist ein großes Erfolgserlebnis für alle Beteiligten“, erklärte Wöbse. Es habe eine Weile gedauert, bis der Antrag vom Landkreis Oldenburg bewilligt wurde. „Das liegt vor allem an der Randlage des Heims.“

Die gewählten Bewohner-Vertreter um Elvira Hahn und Eleonore Weber sind jedenfalls froh, dass das Schild die Autofahrer zum Langsamfahren auffordert. „Ob sich auch alle daran halten, ist die andere Frage“, sagte Wöbse.

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