Behörde: „Keine Lösung“

Landkreis bleibt bei Entscheidung gegen Vollampel in Harpstedt

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Der Landkreis bleibt bei seiner Entscheidung, dass eine Vollampel keine Lösung ist.

Harpstedt - Die Entscheidung der Straßenverkehrsbehörde, keine Ampel auf der Kreuzung Mullstraße/Burgstraße/Lange Straße in Harpstedt aufzustellen, hat für viel Empörung im Flecken gesorgt.

Ob in Internetforen oder bei Anrufen in der Redaktion: So richtig nachvollziehen konnte mancher Bürger diesen Beschluss nicht. In der Facebookgruppe „Weltstadt Harpstedt“ forderten sogar mehrere Hundert Nutzer, eine Vollampel aufzustellen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung bleibt der Landkreis der öffentlichen Empörung zum Trotz bei seiner Einschätzung. Die zuständige Sachbearbeiterin, Heike Lüning, meint, dass die Autofahrer durch die Tempo-30-Zone vorsichtiger und aufmerksamer an die Kreuzung heranfahren würden. Das erhöhe die Sicherheit.

Lüning nennt zudem drei wesentliche Gründe, die gegen eine Vollampel sprechen. Zum Ersten sei die Kreuzung leistungsfähig genug, um den Verkehr zu bewältigen. Das habe die von der Behörde angesetzte Zählung ergeben. Die Wartezeiten für die Autofahrer auf der Mull- und Langen Straße seien zwar lang, aber gerade noch erträglich.

Keine Unfälle seit Tempo-30-Einrichtung

Zum Zweiten verweist Lüning darauf, dass es seit Anordnung der Tempo-30-Zone auf der Burgstraße im Mai 2017 keine Unfälle im Zusammenhang mit der Kreuzungssituation gegeben hat. Jede Kollision werde untersucht – auch zukünftig, betont sie.

Und schlussendlich sei eine Vollampel keine „Lösung des Problems“. Da sich die Mull- und Lange Straße versetzt gegenüber liegen, könnten die jeweiligen Linksabbieger nicht einfach aneinander vorbeifahren, wie das auf jeder normalen Kreuzung möglich ist. Das gelte besonders, wenn es sich um landwirtschaftliche Gespanne handelt. 

Auch seien die beiden Straßen zu schmal, um eine Links- sowie eine Geradeaus- und Rechtsabbiegespur zu schaffen. Diese würden der Behörde bei der Schaltung von Grünphasen mehr Spielraum für intelligente Lösungen lassen. Und: Der Verkehr auf der Burgstraße würde bei einer Vollampel langsamer fließen, begründet die Mitarbeiterin im Straßenverkehrsamt ihre Ansicht. „Wer meint, er verliere durch eine 300 Meter geltende Begrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde viel Zeit, sollte sich mal überlegen, wie lang eine Ampelphase ist.“

An Kosten liegt negative Entscheidung nicht

Lüning unterstreicht, dass es keine finanziellen Gründe gegen eine Vollampel gibt. „Es ist mir egal, was das kosten würde“, meint sie. Entscheidend seien Verkehrssicherheit und -fluss. Auch Vorwürfen, der Landkreis würde in der etwa 300 Meter langen Tempo-30-Zone zu oft blitzen, um die Bürger abzukassieren, widerspricht sie. „Wir kontrollieren doch nicht, weil wir zu wenig Geld im Säckel haben, sondern weil wir wollen, dass Tempo 30 eingehalten wird“, stellt sie klar.

Bedenken einiger Harpstedter, Autos aus der Langen Straße würden beim Rechtsabbiegen auf die Burgstraße mit Passanten zusammenstoßen, die gerade die Fußgängerampel benutzen, teilt Lüning übrigens nicht. Die Ampel werde sogar durch eine entsprechende Beschilderung angekündigt, und beim Abbiegen sei der Ampelmast zu sehen.

Die Straßenverkehrsbehörde will die Kreuzung im Auge behalten und noch etwas an der Fahrbahnmarkierung auf der Mullstraße anpassen. Das letzte Stück des Streifens hin zur Burgstraße fehlt nämlich noch. J bor

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