Für das Landgericht Oldenburg steht fest: 44-Jähriger hat abenteuerliche Geschichte erfunden, um dem Gerichtsvollzieher zu entgehen

Angeblicher Raubüberfall war offenkundig vorgetäuscht

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Mediengruppe Kreiszeitung

Harpstedt/Wildeshausen/Vechta/Oldenburg - Er hat nach Überzeugung der Richter einen Raubüberfall vorgetäuscht, um dem Gerichtsvollzieher zu entgehen. Deswegen war ein ehemaliger Unternehmer aus Harpstedt zu einer Geldstrafe von 750 Euro verurteilt worden. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichtes in Wildeshausen hat das Oldenburger Landgericht gestern in zweiter Instanz weitgehend bestätigt. Die Räubergeschichte des Angeklagten wirkte extrem konstruiert. Die Richter konnten sie nicht glauben.

Der 44-Jährige soll mit seiner Firma in Vechta Schiffbruch erlitten und mittlerweile Schulden in Höhe von 1,9 Millionen Euro haben. An den Gerichtsvollzieher waren gleichwohl noch größere Zahlungen zu leisten. Am 8. November 2013 stand eine weitere Zahlung an. Der Angeklagte will das Geld extra für den Gerichtsvollzieher zurückgelegt haben. Der Betrag soll sich in einem Briefumschlag befunden haben, der im Handschuhfach seines Fahrzeugs gelegen haben soll. In der Nacht zum Zahlungstermin habe er das Geld aus dem Auto geholt, sagte der 44-Jährige aus. Dabei sei er überfallen und ausgeraubt worden (Kreiszeitung und Wildeshauser Zeitung berichteten darüber).

Dieses vermeintliche Pech nahmen die Gerichte dem Angeklagten aber nicht ab. Am Morgen nach der angeblichen Tat war der Angeklagte zur Polizei in Harpstedt gegangen und hatte den „Raub“ auf der Dienststelle angezeigt. Der 44-Jährige will zusammengeschlagen worden sein und das Bewusstsein verloren haben. Doch das ließ sich nicht belegen.

Die Gerichte zweifelten auch daran, dass der überschuldete Angeklagte überhaupt so viel Geld zurückgelegt haben könnte, um den Gerichtsvollzieher zu bezahlen.

Strafmindernd wirkte sich aus, dass der 44-Jährige nicht vorbestraft ist und offenkundig aus der Not heraus die Räubergeschichte erfunden hatte. Zu seinem Lasten fiel hingegen ins Gewicht, dass seine Geschichte eine riesige Ermittlungsarbeit der Polizei nach sich gezogen hatte.

wz

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