Verein ist 1947 aus der Taufe gehoben worden

Landfrauen feiern die „siebte Null“

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Sie freuen sich auf das Jubiläum in Klein Köhren und erhoffen sich viele Anmeldungen: Annette Wöbse, Jutta Hohnholz, Regina Eiskamp, Claudia Dierks, Frauke Holzschuher, Heike Sanders, Regina Bührmann und Angelika Ahlers (v.l.).

Klein Köhren/Harpstedt/Heiligenrode - Schon zum siebten Mal „nullt“ der Landfrauenverein Harpstedt-Heiligenrode. Der runde Geburtstag findet am Sonntag, 20. August, ab 11 Uhr auf dem Gelände des Dorfgemeinschaftshauses in Klein Köhren eine gebührende Würdigung.

Die vergangenen 70 Jahre sollen in Worten und Bildern aufleben. Einem Sektempfang schließt sich ein Grillbuffet an, für das Annette Wöbse bis Sonntag, 6. August, Anmeldungen unter Telefon 04244/8715 erbittet.

Aus der Taufe gehoben worden war der Verein 1947. Im Clubzimmer bei Horstmann erschienen damals rund 60 Damen, um sich von der landwirtschaftlichen Lehrerin „Fräulein Meyer-Hartwig“ den Sinn und Zweck eines Landfrauenvereins erklären zu lassen. Die Gründungsversammlung wählte Annalene Lamprecht aus Harpstedt zur allerersten ersten Vorsitzenden und lauschte gleich nach der Stunde der Geburt einem Vortrag über Tuberkulose; dabei ging es um die Gefahr einer möglichen Ansteckung.

Kochen, Backen, Gartenpflege

Immer wieder fanden sich spannende Themen, die viele Mitglieder mobilisierten. Da gab es beispielsweise Beiträge über den Anbau von Beeren und die Gartenpflege oder – in den 1950er-Jahren – über das Kochen und Backen mit modernen Elektroherden. Die Vorträge spiegelten stets den Zeitgeist wider. Große Aufmerksamkeit erregte eine Veranstaltung über die „Verhütung mit der Pille“. In den 70ern Jahren machten die Landfrauen die Drogensucht bei Jugendlichen sowie Sekten zum Thema, in den 80ern etwa die Weltpolitik oder die Gentechnik.

Doch der Vorstand beschränkte sich keineswegs auf Vorträge. Arbeitsgemeinschaften und Kreativkurse gesellten sich hinzu. Standen in den 1950er-Jahren das Flechten von Stroh, die Herstellung von Pinseln und Bürsten oder das Nähen von Pantoffeln hoch im Kurs, so arbeiten die Landfrauen in der Gegenwart etwa unter dem Tenor „Stein trifft Meißel“ mit Sandstein oder lassen aus Altem Neues im „Shabby-Vintage-Look“ entstehen.

AGs als Dauerbrenner

Manche Arbeitsgemeinschaften trotzten jedem Trend und entpuppen sich als Dauerbrenner. Die Rückenschule gehört auf jeden Fall dazu. Sie begann 1992 unter der Leitung von Kerstin Flessau in der Harpstedter Begegnungsstätte; seit 1995 führt Katja Poggenburg-Janowsky dieses Angebot weiter. 

Auch die Nordic-Walking-Gruppe um Christine Fassbender schrieb eine Erfolgsgeschichte von Dauer. Das 2002 an Schulen gestartete „Kochen mit Kindern“, das Schülern eine gesunde Ernährung und Wissen über die Herkunft der Lebensmittel vermitteln will, läuft mittlerweile schon einige Jährchen unter dem Dach eines separaten Vereins. Es sind aber nach wie vor Landfrauen, die mit den Kiddies am Herd stehen.

Halb so alt wie der Landfrauenverein ist der Landfrauenchor mit seiner Leiterin Linde Wessel, der natürlich bei der kommenden 70-Jahr-Feier seinen Beitrag zu einem guten Gelingen leisten wird. Ursprünglich 18 Sängerinnen hatten ihn 1982 ins Leben gerufen. Eine intensive Freundschaft verbindet die Mitglieder seit Langem mit dem Unterallgäuer Bäuerinnenchor. Davon zeugen diverse Besuche und Gegenbesuche.

Ungebrochene Reiselust

Als reiselustig gelten die Landfrauen seit eh und je; von Anfang an unternahmen sie Tagestouren. Anfang der 50er-Jahre kamen zweitägige Fahrten hinzu. Im Laufe der Zeit wuchsen die Reiselust und das Fernweh immer mehr: Darauf deuten mehrtägige Fahrten ins nähere und entferntere Ausland, mehrtägige Radreisen sowie Tages- und Halbtagesfahrten hin.

Aus den anfangs 60 Landfrauen sind bis heute fast 600 geworden. Aktuell und modern ist der Verein über die Jahre geblieben. Er bietet Frauen jeden Alters und jeder Berufsgruppe, einheimischen wie auch zugezogenen, ein interessantes und umfangreiches Programm – jedes Jahr aufs Neue.

aro

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