SPD-Arbeitskreis diskutiert drei Stunden lang

„Ländlicher Raum muss sich Gehör verschaffen“

Die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Saskia Kamp (Mitte, Bild bitte vergrößern) konnte im SPD-Arbeitskreis den Landtagsabgeordneten Axel Brammer (2.v.l.) als Überraschungsgast begrüßen.

Harpstedt - Drei Stunden lang hat der SPD-Arbeitskreis „Politik von Bürgern für Bürger“ am Dienstagabend im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“ diskutiert.

Dabei überwog bei aller Unzufriedenheit über das Bundestagswahlergebnis und das vergleichsweise schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten in der Samtgemeinde Harpstedt bei der Landtagswahl die Freude darüber, dass der SPD-Landtagsabgeordnete Axel Brammer den Wahlkreis gewinnen konnte und mit zehn Jahren Parlamentserfahrung „den Landkreis in Hannover weiterhin gut vertreten wird“. 

Allerdings: Während Brammer in fast allen Ortsvereinen vorn lag, gelang das in Harpstedt nicht. „Da müssen wir in den nächsten Jahren mehr tun“, mahnte die stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende Saskia Kamp. Als Axel Brammer, von Hannover kommend, als Überraschungsgast im Arbeitskreis vorbeischaute, sprach sie ihm nachträglich Dank aus: Brammer habe nach den Sommerferien „geräuschlos“ dafür gesorgt, dass die Oberschule ausreichend Lehrkräfte erhalten habe.

Landtagsabgeordnete stellen Austausch in Aussicht

Der Landtagsabgeordnete offerierte im Interesse einer Belebung der Parteiarbeit, regelmäßig den Harpstedtern zur Verfügung zu stehen, um sie zu informieren und mit ihnen zu diskutieren. Dieses Angebot wollte er ausdrücklich auch auf die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde bezogen wissen. „Die Abgeordneten erfahren im Wahlkreis mehr als Gutachter.“ Diese Aussage des neuen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble nahmen die Sozialdemokraten zum Anlass für die Anregung, Kritik und Forderungen der Bürger über die für den hiesigen Bereich zuständigen Parlamentarier nach Berlin oder Hannover zu leiten. „Der ländliche Raum muss sich viel mehr zu Wort melden“, hieß es.

Mit Umweltpolitiker Brammer sprachen die Anwesenden über aktuelle Themen wie Glyphosat, Insektensterben und Artenschwund. „Wir dürfen mit Pflanzengiften die Feldmark nicht ausräumen. Die jungen Landwirte haben das auch erkannt. Mit ihnen müssen wir reden und gemeinsam Lösungen finden“, äußerte sich Brammer. Mit Blick auf die Klagen der Bundesumweltministerin, wonach es zu wenig Blühstreifen und Hecken gebe, hob er lobend hervor, die Harpstedter hätten schon vor 30 Jahren gegengesteuert: „Davon konnte ich mich vor wenigen Wochen in der Feldmark überzeugen. Das ist beispielhaft für andere Gemeinden.“ Dass sich in den Hausgärten die Zahl der Vögel erheblich verringert hat, konnten die Diskutierenden aufgrund eigener Beobachtungen bestätigen.

Hermann Bokelmann zitierte aus einem Flecken-Protokoll vom 8. November 1979 über ein Gespräch mit Landwirten über die Behandlung von Wegeseitenrändern: „Als Naturschutzbeauftragter für unser Gebiet wies Herr Hans-Joachim Naujoks darauf hin, dass durch das Entfernen von Bäumen und Sträuchern in manchen Gegenden unserer Feldmark kaum noch Vögel festzustellen sind. Seines Erachtens werden auch seltene Pflanzen immer mehr beseitigt und eines Tages gar nicht mehr vorhanden sein.“

Zehn Jahre, so Bokelmann, habe der Fleckenrat dann diskutiert und gestritten, „bis es wieder grünte“.

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