Der DRK-Kindergarten Harpstedt hat’s jetzt gewissermaßen „schriftlich“, dass er „Waldburg“ heißt

Kunterbunte „Festung“ im Grünen

Für jedermann ersichtlich: Der DRK-Kindergarten Harpstedt heißt jetzt „Waldburg“. - Fotos: Bohlken

Harpstedt - „Kindergarten Harpstedt. Mundt, guten Tag“, meldet sich die Einrichtungsleiterin am Telefon. Den Namen „Waldburg“ habe sie noch nicht verinnerlicht, gesteht sie. Wäre es nach May-Britt Mundt gegangen, hieße die Kita jetzt „Villa Kunterbunt“, zumal sie selbst, wie sie findet, mit ihren roten Haaren ja schon ein bisschen Pippi Langstrumpf ähnele.

Sozialamtsleiterin Edda Masemann hatte angeregt, dass sich der DRK-Kindergarten umbenennen könnte. Die anderen kommunalen Kitas heißen „Lummerland“ (Colnrade), „Rappelkiste“ (Beckeln), „Spielinsel“ (Dünsen), „Kasperburg“ (Kirchseelte), „Luftikus“ (Groß Ippener) und „Zwergnase“ (Harpstedt). Dagegen mutet „DRK-Kindergarten“ in der Tat hölzern, steif und sperrig an.

Die „Belegschaft“ fand einen passenderen Namen. Die Entscheidung fiel schon am 7. Oktober 2014 während einer Dienstbesprechung. Die Kolleginnen unterbreiteten etliche kreative Vorschläge. Viele der angeregten Namen begannen mit „Villa“, etwa Villa „Knirpsenhausen“, „...Rasselbande“, „...Morgenstern“, „,...Farbenfroh oder „...Farbenspiel“. Auch die „Entdeckungsburg“, das „Hummelnest“ und der „Waldschlingel“ fanden sich als Ergebnisse des Brainstormings auf einem Plakat wieder. „Dann ging’s an die Abstimmung: Jeder aus dem Mitarbeiter-Team bekam drei auf dem Plakat zu platzierende Klebepunkte und hatte damit drei zu vergebende Stimmen. Nur ich erhielt vier“, erzählt die Chefin, die übrigens seit Anfang des Jahres auch die Harpstedter Kita „Zwergnase“ leitet, schmunzelnd. Ihre eigenen Punkte klebte May-Britt Mundt allesamt neben die „Villa Kunterbunt“. Damit stand sie allerdings allein auf weiter Flur.

Mit 24 Stimmen setzte sich die „Waldburg“ eindeutig und mit großem Vorsprung gegen alle anderen Vorschläge durch. May-Britt Mundt beugte sich als gute Demokratin natürlich dem Mehrheitsvotum. So ganz warm geworden ist sie mit dem neuen Namen allerdings noch nicht. „Waldburg“ klinge für sie irgendwie nach einem „Ausflugslokal“, sagt sie und lächelt. „Uns lag es am Herzen, dass der Name zur Gegend passt“, erinnert sich ihre Kollegin Heidrun Schumacher. Eine allzu „kindlich“ anmutende Benennung im Stile der „kleinen Strolche“ sei nicht so gewünscht gewesen, entsinnt sich Heilpädagogin Silke Bleckwehl. Alles in allem sei die Entscheidungsfindung unkompliziert, stressfrei und schnell über die Bühne gegangen.

Das Votum während der Dienstbesprechung fiel mit 24 Stimmen für den Namen „Waldburg“ eindeutig aus.

„Iken Konzept“ aus Wildeshausen bekam den Auftrag, ein passendes Logo und einen stimmigen Schriftzug zu entwerfen. Mehrere Vorschläge erarbeitete der Werbespezialist für die Samtgemeinde Harpstedt als Auftraggeberin. Die Auswahl trafen Sozialamtsleiterin Edda Masemann, Klaus Viehmeier aus dem Bauamt und May-Britt Mundt. Die „Feinjustierung“, bei der es etwa um die genaue Farbgebung für die Buchstaben und dergleichen ging, nahm die Einrichtungsleiterin in Abstimmung mit „Iken Konzept“ vor.

Seit Donnerstag steht nun ein Schild am Eingang des Kindergartens. Der Schriftzug „Waldburg“ und das Burg-Logo mit grüner Fahne in Anspielung auf den „Amtsacker“ kommen so bunt daher wie die Kita selbst. Die doppelte Trägerschaft findet am Fuße der Tafel mit Hinweisen auf die Samtgemeinde Harpstedt nebst Amtshof-Logo sowie auf das Deutsche Rote Kreuz Berücksichtigung.

Das Votum während der Dienstbesprechung fiel mit 24 Stimmen für den Namen „Waldburg“ eindeutig aus.

Bei dem Schild allein bleibt es aber nicht. Hinzugesellen wird sich in Kürze, vielleicht schon heute, am straßenseitigen Giebel des Kindergartengebäudes ein weiterer Schriftzug, und zwar wiederum in Kombination mit dem „Waldburg“-Logo. Wetterbedingt konnten die Arbeiten aber noch nicht ausgeführt werden. „Dafür war es zu nass. Am Mauerwerk darf keine Feuchtigkeit sein“, weiß May-Britt Mundt.

Die Tafel hat sich die Samtgemeinde Harpstedt nach Angaben von Bürgermeister Herwig Wöbse etwa 1 500 Euro kosten lassen – und die Giebelbeschriftung rund 2 500 Euro. Inklusive sind die damit verbundenen Arbeiten.

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