Kunst- und Kulturverein Harpstedt will Asylbewerber willkommen heißen

Flüchtlingen wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern

Viele Flüchtlinge waren auf Einladung von Elke Schäfer (vordere Reihe, l.) und Götz Rohde (vordere Reihe, r.) nach Dünsen gekommen.
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Viele Flüchtlinge waren auf Einladung von Elke Schäfer (vordere Reihe, l.) und Götz Rohde (vordere Reihe, r.) nach Dünsen gekommen.

Dünsen - Von Sophie Filipiak. „Mit so vielen Menschen haben wir eigentlich nicht gerechnet“, erklärte Götz Rohde, Vorsitzender des Kunst-und Kulturvereins Harpstedt (KUK). Das Vereinsheim des SC Dünsen war am Sonntag zum Bersten voll. Auf Einladung des KUK waren Politiker aus der Samtgemeinde Harpstedt, ehrenamtliche Helfer und Vereinsmitglieder gekommen. Im Mittelpunkt standen aber die Menschen, die in der Samtgemeinde eine Zuflucht gefunden haben.

Es war die erste Veranstaltung des KUK, die sich speziell an die Flüchtlinge vor Ort richtete. „Wir wollen diesen Menschen signalisieren, dass sie willkommen sind“, fasste Rohde zusammen. Gleichzeitig sollten die Flüchtlinge nicht überfordert werden, so Rohde. Deswegen habe man auf eine offene Veranstaltung verzichtet und nur ausgewählte Personen eingeladen.

„Deutschland ist kein Land, in dem einfach die Türen aufgemacht und die Leute zum Essen eingeladen werden“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Birgit Blocksdorff zur Begrüßung. „Das müssen wir noch lernen.“ Dass Essen die Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenbringen kann, zeigte eindrucksvoll das Büfett, zu dem jeder Gast etwas beisteuern sollte. Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse brachte Butterkuchen mit. „Selbstgekauft“, wie er schmunzelnd zugab. Auch typisch deutsch war der Apfelkuchen des Ehepaares Gudrun und Klaus Stark. Für den stellvertretenden Bürgermeister von Kirchseelte war es selbstverständlich, an der Veranstaltung teilzunehmen. Seine Frau engagiere sich im Harpstedter Helferkreis. Neben deutschen Gerichten brachten auch die Flüchtlinge Spezialitäten aus ihren Ländern mit. Hungrig musste also niemand nach Hause gehen.

Mit den Worten „Wir wollen euch zeigen, was in unserem Boden wächst“, übergab Blocksdorff jeden Flüchtling als Willkommensgeschenk einen Kräutertopf. Schnell kamen die Gäste ins Gespräch. „Es ist toll, wie hier der direkte Kontakt hergestellt wird“, erklärte Wöbse. Rund 40 Flüchtlinge leben zurzeit in der Samtgemeinde.

Die Eingewöhnung in die fremde deutsche Kultur falle manchen nicht leicht, sagte Yvonne Brinkmann. Sie hilft den Flüchtlingen ehrenamtlich, wo sie nur kann. „Viele sind schlimm traumatisiert“, meinte sie. Aber die Veranstaltung des KUK bezeichnete Brinkmann als „schönes Event“. Sie übersetzte die Begrüßungsworte von Rohde und Blocksdorff ins Arabische. Die Flüchtlinge fühlten sich sichtlich wohl, wie die ehrenamtliche Helferin bemerkte. „Sie können hier sogar wieder lachen!“

Ehrenamtliche Helfer wie Brinkmann seien unbezahlbar, betonte der Bürgermeister von Dünsen, Hartmut Post. Auch für diese Menschen sei die Veranstaltung gedacht gewesen.

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