„Art'n Soul“ lockt mit Malerei, Musik und Tiefenentspannung in Beschts Garten

„Kunst ist ein Gefühl, und das darf jeder haben“

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Boten an zwei Tagen Kunst und Musik mit Blick aufs Wasser: Ute Bescht, Heiko Frehse (hinten) sowie Dajana Larsen mit ihrer Tochter Chiara-Sophie und Franz Kranitz.

Harpstedt - Von Anja Rottmann. Kunstliebhaber kamen am Wochenende voll auf ihre Kosten – Ute Bescht hatte auf ihrem Anwesen in Harpstedt zu einer „Art'n Soul“-Veranstaltung eingeladen: Kunst zum Anfassen und Mitgestalten. Das Event war zugleich Ausstellung, Workshop und Netzwerktreffen. Die Malerin, Foto-Art-Designerin und Englisch-Dozentin ist ein Multitalent und verleiht ihrer Gestaltung sehr viel Ausdruck und Tiefgang. Mit Franz Kranitz (Dark Art) und Dajana Larsen (Larsen Art) waren zwei Künstlerkollegen involviert.

Kranitz fiel in der Berufsschule zum Maler und Lackierer überwiegend durch seine Kritzeleien auf und erhielt positive Resonanzen von seinen Mitschülern. Auch sein späterer Meister wurde auf ihn aufmerksam – Kranitz widmete sich der Illusionsmalerei, und sein erstes Wandgemälde entstand im Aufenthaltsraum des Betriebes. Er studierte Theatermalerei in Leipzig und besticht mit seinen sozialkritischen Werken.

Larsen malt, seit sie einen Stift halten kann und trieb ihre Eltern zur Verzweiflung, indem sie Wände und ihr Bett mit Farbe „verschönerte“. Im Alter von zwölf Jahren konzentrierte sie sich auf Pferdeporträts – dadurch wurde das Auge geschult und auf das Wesentliche trainiert. Mit 16 Jahren begann sie, professionelle Porträts anzubieten. „Ich habe mich nie an jemandem orientiert, und ziehe immer mein eigenes Ding durch“, erzählte Larsen. Seit drei Jahren liegt ihr Fokus auf der Aquarell-Malerei. „Man kann im Vorfeld nicht kontrollieren oder beeinflussen, wie das Endergebnis aussieht – die Farben laufen ineinander, dadurch kann keines der Bilder richtig geplant werden.“ Seit kurzem ist Larsen dabei, sich als Tätowiererin einen Namen zu machen.

Originalwerke - ausgestellt und zum Verkauf

Alle Künstler stellten ihre Originalwerke, die auch erworben werden konnten, in der ersten Etage des Gebäudes aus. Immer wieder klangen während des Events weiche Saxofon-Klänge durch die Räume: Heiko Frehse von „Sax Moments“ begleitete die Besucher mit seinen Tönen. Der Späteinsteiger – mit 41 Jahren – beherrschte noch vor neun Jahren keine Noten und kein Instrument. Er wollte etwas Neues ausprobieren und nahm Unterricht, brach diesen allerdings nach zwei Jahren wieder ab. In der Anfangszeit spielte Frehse auf Messen, Märkten und Veranstaltungen. Mittlerweile zieht er gemeinsam mit seiner Frau von Event zu Event und verzaubert die Zuhörer mit Eigenkompositionen, Balladen und Soulsongs – allerdings spielt er nicht nach Noten, sondern auswendig.

Die rund 35 Bilder waren innen, aber auch im großzügigen Garten direkt am Burggraben mit Blick auf das Wasser zu bewundern – chillig und entspannt im Einklang mit der Natur bei kleinen Gaumenfreuden. Ein Genießerprogramm für die Gäste, um Kunst und Kultur auf sich wirken zu lassen. Bereits am Sonnabend kamen die Besucher in der „Kunstküche“ – dem Allerheiligsten des Künstlers – ins Gespräch: Sie erfuhren, wie das Werk entsteht, bekamen Skizzen zu sehen und schauten während des Schaffens über die Schulter. Der Sonntag hatte noch zwei weitere Programmpunkte zu bieten: Am Nachmittag ein exklusives, interaktives Kurzseminar eines Kapitels aus Beschts Buch „Haie auf Bulldozern, Eulen und andere Verwandte“, welches sie aktuell gerade bearbeitet.

Nach dem rund 50-minütigen, humorvollen Vortrag, bei dem ebenfalls ihre Karikaturen zum Einsatz kamen, stand eine Tiefenentspannung mit Naturheilkundlerin Regina Frehse auf dem Programm, mit Saxofon-Klängen im Hintergrund. „Kunst ist nicht der akademischen Kenner-Elite vorbehalten – Kunst ist ein Gefühl, und das darf, soll und muss jeder haben und leben dürfen“, so Bescht.

www.utebescht.de

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