Ehrenamtliche organisieren Sommerfest für Flüchtlinge auf dem Kreisjugendzeltplatz

Kultureller Austausch und viele Genüsse

Flüchtlinge und Ehrenamtliche genossen das Sommerfest in ungezwungener Atmosphäre. - Fotos: Nosthoff

Harpstedt - Von Anja Nosthoff. Wo Menschen unterschiedlichster Nationen zum Feiern zusammenkommen, erhält der kulturelle Austausch eine ganz eigene Dynamik: Unbekannte kulinarische Genüsse verlocken zum Probieren und sprachliche Barrieren rücken in den Hintergrund. Gespräche entstehen zwischen Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Geschichten. So jedenfalls stellte sich die Stimmung unter den in der Samtgemeinde Harpstedt lebenden Flüchtlingen und den ehrenamtlichen Helfern bei ihrem Sommerfest am Sonnabendnachmittag auf dem Kreisjugendzeltplatz in Harpstedt dar.

Die Hüpfburg der Aktiven Werbegemeinschaft war das Highlight für die Kids.

„Die Organisation dieses Festes war eine ziemlich spontane Idee, zu der uns die Integrationshelferin der Samtgemeinde, Rania Jarjir, angestiftet hat“, erzählten die ehrenamtlichen Paten Thea Möring, Dominik Meyer und Susanne Meier. Der Grundsatz für die offene Veranstaltung war von Anfang an klar: Gemeinsam wollte man einige schöne Stunden verbringen – und jeder durfte dazu seinen Beitrag leisten. Das ließ sich kaum einer zweimal sagen. Das Orga-Team stellte, unterstützt von den Integrationshelfern Jarjir und Armir Ali, die Rahmenbedingungen auf die Beine: einen großen Grill, Tische und Stühle, viele Picknickdecken und ein Spieleparadies für die Kleinen. Die Flüchtlinge selbst beteiligten sich vor allem durch die Zubereitung landestypischer Gerichte an den Festvorbereitungen.

„Hmm, es gibt heute wieder Falafel“, freute sich eine Ehrenamtliche, als die ersten Sommerfestgäste inklusive der Mitbringsel eintrudelten. „Wir durften schon öfter probieren, was einige Frauen in der Küche für wunderbare Dinge zaubern können.“ So gab es bei diesem besonderen Grillfest längst nicht nur den typisch deutschen Kartoffelsalat, sondern auch aufwendige Gerichte wie eine syrische Spezialität, bei der eine Mischung aus Reis und Hackfleisch in Wein- oder Kohlblätter eingerollt wird. Ebenso standen Tabouléh, scharfer Nudelsalat, in Teig eingerollte Fleischbällchen oder die arabische Süßspeise Baklava auf dem Büfetttisch. Vom Grill gab es Hähnchen in verschiedenen Varianten.

Für die Kinder war die Hüpfburg, die die Aktive Werbegemeinschaft kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, das absolute Highlight. Mit unermüdlicher Energie tobten Flüchtlingskinder ebenso wie der Nachwuchs der Paten über den wackeligen Untergrund. Weit entfernt waren die Kleinen davon, sich irgendwelche Sorgen wegen möglicher Barrieren rund um die Sprache zu machen – sie kamen auch bestens ohne aus und verständigten sich ganz intuitiv. Von der Jugendpflege gab es jede Menge Spielmaterial: von der Seifenblasenmaschine über Bobbycars und Bälle bis hin zum übergroßen „Vier-Gewinnt“.

„Ein bisschen ist das Sommerfest heute auch eine Abschlussfeier“, meinte Integrationshelfer Ali. „Seit Freitag ist die Turnhalle leer: Die letzten vier Flüchtlinge konnten wir nun in Kirchseelte unterbringen.“ Aktuell leben rund 250 Flüchtlinge in der Samtgemeinde – darunter Syrer, Sudanesen, Iraker und eine Familie aus Afghanistan. Mehr als 50 Ehrenamtliche helfen den Neuankömmlingen bei der Orientierung und Integration.

„Die Veranstaltung ist eine gute Gelegenheit, damit alle einmal zusammenkommen“, so Integrationshelferin Jarjir. „Das haben wir nun vor den Sommerferien und vor Beginn des Ramadans geschafft.“

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