Der Vergabe des Planungsauftrags muss wegen der hohen Bausumme eine europaweite Ausschreibung vorausgehen

Krippen-Anbau: Inbetriebnahme im Jahr 2021?

In Richtung Siemers (Heizung und Sanitär) sowie I.D.-Bau ist die Harpstedter Kindertagesstätte „Zwergnase“ erweiterungsfähig. - Foto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Die Auslastung der Kindergärten in der Samtgemeinde Harpstedt sei recht hoch, hat Verwaltungschef Herwig Wöbse kürzlich während des Jahrespressegespräches im Harpstedter Amtshof vermeldet. In den 13 Gruppen für Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren stünden insgesamt 271 Plätze zur Verfügung. An einigen Standorten gebe es freie Kapazitäten, aber eben nicht an allen. Der Krippenanbau bei der Kita „Zwergnase“ werde indes noch auf sich warten lassen.

Es komme vor, dass Eltern von Kindergartenkindern etwas weitere Wege in Kauf nehmen müssten. Das sei insbesondere der Fall, wenn die Plätze in ihrer Wunsch-Kita alle belegt seien.

„Für Krippenkinder haben wir jetzt insgesamt fünf Gruppen mit zusammen 70 Plätzen. Bei den Anmeldungen gibt es eine kleine, aber noch überschaubare Warteliste. Insgesamt sind wir in diesem Bereich sehr gut und ziemlich bedarfsdeckend unterwegs“, resümierte Wöbse.

Er ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass die Nachfrage weiter ansteigen wird. Deswegen habe die Samtgemeinde ja auch die Erweiterung der Harpstedter Kita „Zwergnase“ um zwei Gruppen angeschoben. Die Maßnahme werde wohl in Richtung Siemers/I.D.-Bau vollzogen. Dort existiere eine bislang ungenutzte Grünfläche.

Welche Zuschüsse sind zu erwarten?

Für die zwei neuen Krippengruppen darf die Samtgemeinde nach Auskunft des Amtshof-Chefs 360 000 Euro Zuschuss vom Land Niedersachsen erwarten – sowie 93 000 Euro vom Landkreis Oldenburg. Macht zusammen 453 000 Euro. Welche finanziellen Aufwendungen der Anbau tatsächlich erfordert, steht noch nicht fest. Die bislang nur grob geschätzten Kosten bewegen sich bei rund 1,2 Millionen Euro.

Im Moment sei die Kindertagesstätte „Zwergnase“ zweigruppig, so Wöbse. Daher gebe es noch keinen Bewegungsraum. Der werde aber im Zuge der Erweiterung erforderlich. „Ab der dritten Gruppe ist ein solcher Raum vorgeschrieben“, erläuterte der Samtgemeindebürgermeister. Damit erkläre sich zum Teil eben auch, warum die Bausumme so hoch angesetzt worden sei.

Wer tritt als Bauherr auf?

Die Samtgemeinde müsste vielleicht gar nicht selbst als Bauherrin fungieren. Durchaus denkbar wäre es, dass die Gemeinde Harpstedt baut und dann vermietet. „Wir haben den Flecken diesbezüglich schon offiziell angeschrieben“, verriet Wöbse. Der Fleckenrat müsse sich nun zunächst in der Angelegenheit positionieren. Wöbse liegt nach eigenem Bekunden an einer „einvernehmlichen Lösung“.

Der Flecken sei bekanntlich Grundstückseigentümer; er habe seinerzeit die Kita „Zwergnase“ realisiert und sie dann an die Samtgemeinde vermietet. Zwar läge es nahe, nun beim Anbau wiederum so zu verfahren; die Samtgemeinde habe aber ganz bewusst nicht das Signal aussenden wollen, dass der Flecken unbedingt bauen müsse. „Wir machen deutlich, dass wir in der Lage wären, das selbst zu tun. Das Geld ist ja im Samtgemeindehaushalt hinterlegt“, erläuterte Herwig Wöbse.

Wie sieht der zeitliche „Fahrplan“ aus?

Bis der Anbau steht, dürften nach Einschätzung des Verwaltungschefs „mindestens zwei Jahre“ vergehen, „eher zweieinhalb“. Demzufolge wäre 2021 mit der Inbetriebnahme zu rechnen.

Schon vergaberechtliche Hürden ziehen die Maßnahme in die Länge. „Wir dürfen nicht einmal den Planer frei wählen. Ausschreiben müssen wir sowieso. Wegen der hohen Bausumme ist es aber sogar vorgeschrieben, dass der Vergabe des Planungsauftrages eine europaweite Ausschreibung vorausgeht. Das allein wird schon Monate in Anspruch nehmen, vielleicht sogar ein halbes Jahr.“

Weil sich die Ausschreibung, die Planung und – in Zeiten voller Auftragsbücher – nicht zuletzt der Bau hinziehen dürften, habe sich die Samtgemeinde „sehr früh auf den Weg gemacht“, um die Weichen für den Anbau zu stellen – in der Hoffnung, dass die Fertigstellung mit der Nachfrage nach Plätzen für Krippenkinder Schritt halten kann.

Muss ein Container für den Übergang her?

„Wir wollen möglichst ohne Container auskommen“, bekräftigte Wöbse. Eine solche Zwischenlösung verursachte unnötige Mehrkosten. „Die Aufstellung eines Containers ginge ganz schön ins Geld. Egal, ob wir mieten oder kaufen würden.“

Das Ärgerliche daran: Das Geld für die Zwischenlösung würde buchstäblich in den Sand gesetzt, weil ja ohnehin die räumliche Erweiterung kommt.

Wäre eine weitere Erweiterung möglich?

Steht der Anbau, dann wäre der Standort „Zwergnase“ räumlich ausgereizt. Eine nochmalige Erweiterung in fernerer Zukunft kann sich der Samtgemeindebürgermeister dort nicht vorstellen. „Mehr würde da schlicht und ergreifend nicht hinpassen“, sagte er. Schließlich müssten für den laufenden Betrieb ja auch noch Spielflächen zur Verfügung stehen.

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