Drei Fischereivereine, darunter der ASV Harpstedt, bemühen sich um Spenden für Besatz

Konzertierte Aktion zur Delmelachs-Rettung

Die Initiatoren der Spendenaktion „Rettet den Delmelachs”: Ralf Gottwald, erster Vorsitzender des Angelsportvereins (ASV) Harpstedt, Tobias Pelz, Gewässerwart und E-Fischer beim ASV Harpstedt, Thomas Burlager, zweiter Vorsitzender des Fischereivereins (FV) Twistringen, Werner Husak, zweiter Vorsitzender des FV Delmenhorst, Sven Döll, Gewässerwart und E-Fischer im FV Delmenhorst und Gerold Porth, Pressewart des FV Delmenhorst, sowie – vorn mit Transparent – Yannik Bavendiek, Gewässerwart des FV Twistringen, und Tobias Kolhoff, E-Fischer im FV Twistringen (jeweils von links). In der Mitte: Tony Gottwald mit Maskottchen.
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Die Initiatoren der Spendenaktion „Rettet den Delmelachs”: Ralf Gottwald, erster Vorsitzender des Angelsportvereins (ASV) Harpstedt, Tobias Pelz, Gewässerwart und E-Fischer beim ASV Harpstedt, Thomas Burlager, zweiter Vorsitzender des Fischereivereins (FV) Twistringen, Werner Husak, zweiter Vorsitzender des FV Delmenhorst, Sven Döll, Gewässerwart und E-Fischer im FV Delmenhorst und Gerold Porth, Pressewart des FV Delmenhorst, sowie – vorn mit Transparent – Yannik Bavendiek, Gewässerwart des FV Twistringen, und Tobias Kolhoff, E-Fischer im FV Twistringen (jeweils von links). In der Mitte: Tony Gottwald mit Maskottchen.

Harpstedt/Twistringen/Delmenhorst – Von Twistringen über Harpstedt bis Delmenhorst fließt die Delme. Es ist eine besondere Verbindung: Hand in Hand kümmern sich die drei örtlichen Fischereivereine um eine nachhaltige Verbesserung der Lebensräume und den Artenerhalt an diesem idyllischen Bach – schon seit vielen Jahren. Jetzt haben die Petrijünger aus Harpstedt, Delmenhorst und Twistringen gemeinsam eine Spendenaktion aus der Taufe gehoben, die als Appell verstanden werden darf: „Rettet den Delmelachs” heißt sie.

Die ersten Anstrengungen zur Wiederansiedlung dieser Fischart in der Delme liegen 18 Jahre zurück. Damit ist dieses Projekt deutschlandweit eines der ältesten seiner Art. „Der Lachs braucht unsere Unterstützung. Jeder Euro wird in die Fische investiert”, versichert Ralf Gottwald, Vorsitzender des Angelsportvereins (ASV) Harpstedt. Er lobt den starken Zusammenhalt der drei Vereine, die sich seit Jahren intensiv austauschen und kooperieren. „Förderer dieses Projektes unterstützen direkt die Naturschutzarbeit für eine lebendige Umwelt vor ihrer Haustür”, betont Gottwald. Das Geld soll dafür genutzt werden, sogenannte Smolts, junge Lachse im Abwanderungsstadium, zu kaufen und in die Delme auszusetzen. Zudem ist angestrebt, das Gewässer mittelfristig weiter zu revitalisieren – etwa mit der Einbringung von Kies als Laichuntergrund.

Von Anfang November bis zum Jahresende ziehen engagierte Helfer der drei Vereine los zu ihrem diesjährigen Elektrofischen in der Delme zwecks Bestandsaufnahme und Brutgewinnung. „Gerne können Unterstützer mit dabei sein und direkt miterleben, was das für tolle Fische sind”, erläutert Gottwald.

Wie schnell ein derartiges Naturschutzprojekt komplett zerstört werden kann, zeigte sich in der Nacht zum 25. September: Bei einem Großbrand mehrerer Autowerkstätten an der Oldenburger Straße in Delmenhorst waren durch das Löschwasser unbekannte giftige Stoffe in die Welse geschwemmt worden – mit fatalen Folgen für die Umwelt. Der kleine Bach, der im späteren Verlauf in die Delme mündet, ist auf mehreren Kilometern Länge komplett tot. Das gilt auch für etliche Wanderfische, die bereits ihre Laichplätze aufgesucht hatten.

Bürgerinnen und Bürger, die sich an der Aktion „Rettet den Delmelachs” beteiligen möchten, können sich an folgende Ansprechpartner wenden: Ralf Gottwald vom ASV Harpstedt (Telefon 0162/236 79 27), Werner Husak vom Fischereiverein (FV) Delmenhorst (Telefon 0171/412 72 41) und Yannik Bavendiek vom FV Twistringen (Telefon 0160/56 80 112).  

Weitere Infos online:

www.fischereiverein-delmenhorst.de

www.fischereiverein-twistringen.com

Hintergrund: Wanderer zwischen den Welten

Der Lachs ist ein Wanderer zwischen den Welten. Als kleiner Fisch schlüpft er (auch) in der Delme, vergraben im Kies, zwischen März und April aus dem Ei. Im ersten Lebensjahr wächst er bis zu einer Größe von 14 Zentimetern heran; im zweiten kann er bereits 20 Zentimeter groß sein. Dann begibt er sich auf eine lange, faszinierende Reise. Die Lachse, die man in diesem Stadium Smolts nennt, schwimmen, immer der Strömung folgend, die Bäche und Flüsse hinab – über die großen Flussmündungen – bis ins offene Meer. Vor Island und Grönland liegen die Nahrungsgründe, in denen sie nun für die nächsten ein bis drei Jahre bis zur Geschlechtsreife heranwachsen. Dann brechen sie auf, um den Weg zurück in ihre Kinderstube anzutreten. Dabei finden die Tiere oftmals den Platz ihres Schlupfes auf den Quadratmeter genau wieder. Den Weg und den einmaligen Geruch ihrer Geburtsstätte prägen sie sich während ihrer Abwärtswanderung ein. Während der langen und gefährlichen Reise erfolgt jeweils eine anstrengende Umstellung des Körpers von Süß- auf Salzwasser – und wieder zurück. Letztlich ist der Laichakt, bei dem die Eier vom Weibchen im Kies vergraben und parallel vom Männchen befruchtet werden, für viele Tiere der „Schlussakt“ ihres Lebens.

Die Delme, mit 46 Kilometern Länge ein relativ kurzes Fließgewässer, entspringt in Twistringen südwestlich von Bremen. Innerhalb Twistringens durchquert sie die Stadt unterirdisch; anschließend fließt sie über Harpstedt und Horstedt bis nach Delmenhorst. Kurz darauf mündet die Delme in die Ochtum, die im späteren Verlauf in der Weser endet.  

 Smolts heißen die Junglachse im Abwanderungsstadium.

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