Konzerte-AG kann nun auch Künstler mit höheren Ansprüchen an Sound-Technik verpflichten

„Wir kommen, wenn...“

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Sie freuen sich über die moderne Soundtechnik und auf die kommenden Konzerte: Pastor Timo Rucks, Ines Ahlers und Dörte Lange-Meyer aus dem Gospelchor Harpstedt, der Vorsitzende der Konzerte-AG, Heinz-Jürgen Grashorn, und Dieter Claußen, Vorsitzender des Kirchenstiftungskuratoriums sowie des Freundes- und Fördervereins Christuskirche Harpstedt (v.l.)

Harpstedt - „Ich gebe etwas mehr Lautstärke auf den Monitor“, kündigt Pastor Timo Rucks an und bewegt auf dem Touch-Screen eines Tablets einen Regler. „Ich kann hiermit steuern, wo welches Instrument oder welche Stimme wie laut hörbar sein soll“, erklärt er. Was als Pressekonferenz zum Konzertprogramm der evangelischen Gemeinde Harpstedt gedacht ist, kommt zu Beginn ein bisschen anders daher – als Demonstration dessen, was die erweiterte und teils erneuerte Musikanlage in der Christuskirche so alles leisten kann. Die Ansteuerung via Wlan gehört zu den Finessen der Soundtechnik, und die hat ihren Preis: 1400 Euro verschlang das neue Mischpult, 400 Euro ein Verstärker, 300 Euro eine Monitor-Box und 100 Euro ein gebrauchtes Tablet (alle Beträge sind gerundet). Zwei bruchfeste, bühnentaugliche Headsets schlugen mit etwa 400 Euro pro Stück zu Buche, zwei Mikrofone vom Typ Shure SM58 mit je rund 100 Euro. Hinzu kamen Aufwendungen für Montage und Verkabelung.

Der Freundes- und Förderverein der Christuskirche sitzt bei der Finanzierung mit 1000 Euro im redensartlichen „Boot“ und trägt zusammen mit der Kirchen-Stiftung ungefähr 70 Prozent der Gesamtkosten. Den Rest übernimmt die Kirchengemeinde; dabei sind wiederum Überschüsse aus der erfolgreichen „Amazing Grace“-Aufführung durch Gospel- und „Feelings“-Chor eingeflossen, aus denen eines der beiden Headsets bezahlt wurde.

Die Erweiterung und Modernisierung der Soundtechnik ermöglicht es der kirchlichen Konzerte-AG unter Vorsitz von Heinz-Jürgen Grashorn, nun sogar Künstler zu engagieren, die etwas höhere technische Standards für ihre Gastspiele voraussetzen. Mit Musikern, die getreu dem Motto „Wir kommen, wenn...“ Bedingungen stellen, haben Veranstalter für gewöhnlich ihre Bauchschmerzen. Mit Ulla Meinecke ist sich die Konzerte-AG indes einig geworden. Die längst zur Grand Dame avancierte Rock-Poetin, die mittlerweile auch schreibt und Theater spielt, bekommt die gewünschten Mikrofone und obendrein einen professionellen Tontechniker gestellt, wenn sie am 24. Januar 2016, 17 Uhr, mit ihrer Band in der Christuskirche konzertiert. Sie ist diesen Aufwand nach Ansicht Grashorns, der stets mit den Künstlern die Verhandlungen führt, durchaus wert. Meinecke zähle nämlich keineswegs zu denjenigen, die den roten Teppich ausgerollt haben wollen. Sie habe mit ihrer Musik wirklich etwas zu sagen und passe „sehr gut in die Kirche“; ihre Texte bestünden „nicht aus Plattitüden“.

Nur drei Tage später, am 27. Januar, 19.30 Uhr, ist das Gotteshaus am Marktplatz erneut Schauplatz eines besonderen Konzerthighlights, das allerdings nicht die evangelische Gemeinde Harpstedt selbst, sondern das Rote Kreuz veranstaltet: Dann treten rund 40 Mitglieder der „Philharmomie der Nationen“ als „Desaga Solisten Chamber Orchestra“ auf, um unter prominenter Stabführung von Dieter Holzapfel und mit dem Star-Solisten Justus Frantz am Klavier ein im Zeichen Ludwig van Beethovens stehendes Benefizkonzert zugunsten der Flüchtlingshilfe zu geben.

„Alte Bekannte“ haben sich für den 14. Februar, 17 Uhr, angesagt: Die A-cappella-Gruppe „Fünf vor der Ehe“ bringt in einem „Das Beste“-Konzert Hits aus ihrem bisherigen Schaffen und neue Songs in der Christuskirche zu Gehör. Für Schüler gibt‘s Ermäßigung an der Abendkasse.

Eine Reminiszenz an die Beat- und Flower-Power-Ära in Form einer musikalischen Lesung folgt am 17. April, 17 Uhr, an selber Stelle unter dem Motto „Love and Peace“: Johnny Silver steht dann auf der Bühne. Er ähnelt sowohl optisch als auch stimmlich seinem Vorbild John Lennon und zollt dessen Musik Tribut. Zusätzlich trägt Wolfgang Bönisch Texte über Liebe, Toleranz, Frieden, Gewaltlosigkeit und Verständigung vor. Lange stand übrigens die katholische Kirche mit den legendären Pilzköpfen auf Kriegsfuß. Schuld daran war der Ausspruch von John Lennon, die Beatles seien berühmter als Jesus. Erst 40 Jahre später, 2010, verzieh der Vatikan diese Provokation. Gestern vor 35 Jahren hatte ein geistig Verwirrter den charismatischen Lennon erschossen.

Gerade mit Blick auf die vier genannten Konzerte böte es sich nach Ansicht der Konzerte-AG an, Tickets auch als Weihnachtsgeschenke für Freunde oder liebe Verwandte vorzusehen. Karten gibt es im Kirchenbüro und bei Schreibwaren Beuke in Harpstedt sowie bei der Mediengruppe Kreiszeitung.

boh

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