Zehn Jahre „Agama“

Chor-Konzert spielt auf die Sklaverei an

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Komi Amefiohoun (an der Trommel) schreibt die Musik für den seit zehn Jahren bestehenden Chor „Agama“ selbst.

Harpstedt -  „Agama“ – dieses Wort bedeutet so viel wie Chamäleon. Das leguanartige Reptil gilt als Meister der Tarnung; es passt sich der natürlichen Umgebung durch Farbwechsel seiner Schuppenhaut optimal an. „Agama“ heißt auch ein Chor, der schon seit zehn Jahren für den Lobpreis Gottes singt und tanzt – so wie das in der togolesischen Heimat seines Leiters Komi Amefiohoun üblich und gute Tradition ist. Angepasst kommt die Gruppe aber beileibe nicht daher, farbenfroh hingegen schon – sowohl in den Klangfarben als auch in ihrem Outfit.

Amefiohoun, Musikprofessor aus Togo, schreibt die Stücke für „Agama“ übrigens selbst. Die Auftritte des Chors tragen durchaus etwas Multikulturelles in sich: Während die Rhythmen, Tänze und Bewegungen ihre Herkunft vom Schwarzen Kontinent nicht verleugnen, lehnen sich die Harmonien an die europäische Musiktradition an. Die Mitstreiter singen in mehreren Sprachen: Englisch, Französisch, Deutsch und sogar Ewe.

Am Sonntag, 7. August, gibt „Agama“ aus Anlass seines zehnjährigen Bestehens ein Jubiläumskonzert im Garten des Ersten Pfarrhauses in Harpstedt. Regnet es, verlagert sich das Geschehen in die Christuskirche. Beginn ist um 17 Uhr, der Eintritt frei; allerdings wird eine Kollekte erbeten.

Der Chor wird einen musikalisch-tänzerischen Bogen von Westafrika über die Karibik bis zu den amerikanischen Südstaaten spannen. „Agama“ spielt damit nicht zuletzt auf die Geschichte der Sklaverei an. Die begann damit, dass europäische Menschenhändler Westafrikaner in die Karibik und nach Amerika brachten. Sklaven und deren Nachkommen erfanden und kultivierten in der Karibik die Trommelmusik auf alten Ölfässern; in den Südstaaten entwickelte sich indes der Gospel.

Aus diesem historischen Kontext erklärt sich, warum im „Agama“-Jubiläumskonzert „zur Abrundung“ auch die 13-köpfige Cadillac-Steelband aus Oldenburg und der Gospelchor Harpstedt mitwirken werden. Zu den Lobpreis-Gesängen und Tänzen gesellen sich eine ordentliche Prise Karibik-Feeling mit Calypso, Samba und Salsa, aber auch eindringliche Spirituals hinzu. Alle Mitwirkenden erhoffen sich einen guten Besuch.

eb/boh

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