Konzert in Harpstedt

„Das Boot“ wabert im Nebel durchs Kirchenschiff

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Großer Klangkörper, starke Leistung: Das Musikkorps Wittekind und „Blow“ begeisterten in der Christuskirche.

Harpstedt - Weißer Nebel wabert durch den Altarraum der Harpstedter Christuskirche. Sonargeräusche hallen durch die dunkle Szenerie. Mit den Scheinwerfern setzt das tiefe Blech ein. In einem Crescendo wächst das rund 60-köpfige Orchester schließlich zu einem imposanten Fortefortissimo – jeder, der in 1980er-Jahren den Film „Das Boot“ von Wolfgang Petersen gesehen hat, kennt die Melodie aus der Filmmusik von Klaus Doldinger.

Genauso spektakulär wie die zweite Konzerthälfte begann, hatte zuvor die erste geendet: Steffen Akkermann, der die Musiker des Musikkorps Wittekind und des Blasorchesters Wildeshausen („Blow“) zum Auftakt im Gotteshaus begrüßt hatte, wurde an das Dirigentenpult gebeten, um die Filmmusik aus „The Great Escape“ von Elmer Bernstein zu dirigieren. Was dann folgte, hatte das Harpstedter Urgestein nicht erwartet. Ein Musiker nach dem anderen „machte sich vom Acker“ und verließ das Orchester, bis schließlich nur noch einer übrig blieb, den der Chef der „Prager“ und des Gemischten Chors Harpstedt dirigieren konnte. Das war natürlich alles inszeniert, aber Akkermann machte den Spaß mit – und hielt tapfer durch.

Das Konzert des über 60-köpfigen Klangkörpers in der Christuskirche war der Höhepunkt eines Projektes, das Holger Becker vor einigen Monaten angeschoben hatte. Als musikalischer Leiter von „Blow“ und Musikkorps hatte er in gemeinsamen Proben mit den Musikern ein Programm erarbeitet, das ausschließlich aus Filmmusiken bestand.

Das Ergebnis konnte sich am Sonnabend in Harpstedt hören lassen. Becker hatte dem Klangkörper ein Maß an Musikalität eingehaucht, das bei Amateuren nur selten zu finden ist. Insbesondere die Schlagzeuger erreichten mit ihrer Batterie an Perkussionsinstrumenten in Soundtracks wie „Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest“ von Hans Zimmer und „Nightmare before Christmas“ von Danny Elfman Profiniveau. Die Bläser überzeugten ebenso – mit Transparenz und Dynamik. Die Klangwucht der fünf Waldhörner entwickelte sich gemeinsam mit den Tenorhörnern insbesondere in Doldingers „Das Boot“-Thema. Bei derart mächtigen Posaunen und Hornbesetzungen, gepaart mit dem strahlenden Klang der Trompeten, hätte einem angst und bange um das Holz werden können. Klarinetten, Flöten und Saxofone glänzten indes in filigraneren Passagen der Musik zum Film „Rabbi Jacob“.

Zum Ende des Konzertes bedankten sich Conny Wolter vom Musikkorps Wittekind und Johannes Rohde von „Blow“ bei Holger Becker für die Idee und die Umsetzung des gemeinsamen Projektes. Die Zuhörer waren begeistert und entließen die Musiker nicht ohne Zugaben in das Wochenende.

Die Frage, ob und wann die beiden Orchester fusionieren werden, blieb offen. Im Ergebnis würde Wildeshausen dadurch nicht zwei Orchester verlieren, sondern einen starken Klangkörper gewinnen.

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