Deutscher Waldpreis: Eberhardt Guba zählt zu den Finalisten / Online-Voting bis zum 30. Juni

Kommt der Förster des Jahres aus Harpstedt?

Den „grünen Rock“ trugen auch schon Vater und Großvater: Eberhardt Guba aus Harpstedt hat es mit Blick auf die Verleihung des Deutschen Waldpreises in der Kategorie „Förster/-in des Jahres 2020“ ins Finale geschafft.
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Den „grünen Rock“ trugen auch schon Vater und Großvater: Eberhardt Guba aus Harpstedt hat es mit Blick auf die Verleihung des Deutschen Waldpreises in der Kategorie „Förster/-in des Jahres 2020“ ins Finale geschafft.

Harpstedt – Eberhardt Guba aus Harpstedt hat alle Chancen, „Förster des Jahres“ zu werden. Er zählt im Rahmen der Vergabe des „Deutschen Waldpreises“ durch das Portal „forstpraxis.de“ des Deutschen Landwirtschaftsverlages zu den Finalisten in dieser Kategorie. Bis zum 30. Juni kann jedermann an einem Online-Voting teilnehmen und dabei mitentscheiden, ob der Titel „Förster des Jahres“ wirklich nach Harpstedt geht. Die Jury hat neben Guba zwei weitere Finalisten nominiert: Uta Krispin aus dem thüringischen Erfurt-Egstedt und Andreas Pommer aus Eibenstock in Sachsen. Die Abstimmungsmodalitäten sind auf deutscher-waldpreis.de nachzulesen. In den Kategorien „Waldbesitzer/in des Jahres 2020“ und „Forstunternehmer/in des Jahres 2020“ kann jeder, der mag, ebenfalls sein Votum abgeben. Auch hier stehen die Finalisten fest. Die Preise sind jeweils mit 2 000 Euro dotiert.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner unterstützt die Vergabe: „Unseren Wäldern geht es nicht gut. Deshalb ist dieser Waldpreis so wichtig. Damit werden Menschen ausgezeichnet, die das Wohlergehen des Waldes stets im Blick haben und sich ganz besonders für den Wald und für die Forstwirtschaft engagieren“, sagt sie. Genau dieser Einsatz werde dringend gebraucht.

Eberhardt Guba betreut das rund 2 300 Hektar große Revier Harpstedt im Forstamt Ahlhorn der Niedersächsischen Landesforsten. „Ich baue hier seltene und klimaresiliente Mischbaumarten wie Flatterulme, Schwarznuss, Winterlinde, Esskastanie oder auch Baumhasel an“, erläutert er. In seinem Gartengewächshaus zieht er selbst die Pflanzen in speziellen Containern an, um sie dann auf Lichtungen in die Erde zu setzen.

„Den Umgang mit dem Wald wollte ich von Kindesbeinen an“, erinnert sich Guba. Den „grünen Rock“ trugen viele seiner Vorfahren, auch Vater und Großvater. „Wahrscheinlich liegt das in unseren Genen, für kommende Generationen das Arbeiten mit und in der Natur zu gestalten“, glaubt der Revierförster. Gern, aber durchaus mit etwas Wehmut blickt der 63-Jährige auf sein berufliches Lebenswerk zurück: „Ich bin stolz auf meine Arbeit der letzten 39 Jahre, besonders auf die Entwicklung der Arbeitsverfahren. Und ich kann wirklich sagen: Es macht immer noch Spaß.“ Nicht nur der verantwortungsvolle Einsatz von wald- und bodenverträglicher Forsttechnik liegt dem Harpstedter am Herzen, sondern ebenso die Weiterentwicklung der Arbeitsverfahren. Es verwundert nicht, dass er in vieler Hinsicht kreativ tätig wurde – in Bereichen wie Hubsteigersysteme, bodenschonende Pflanzflächenräumung oder wurzelgerechte Pflanzung mit dem Bagger. „Die heutigen größeren Laubholzsortimente können oftmals nicht mehr händisch gepflanzt werden“, weiß der Förster.

Guba entwickelte die Baggerpflanzgabel und das dazugehörige Arbeitsverfahren. „Wir leben nicht mehr im 19. Jahrhundert. Gute, umweltschonende und sichere Arbeitsverfahren, naturgemäße Waldwirtschaft und Biotoppflege schließen sich nicht gegenseitig aus“, bringt der Revierleiter seine Überzeugung auf den Punkt. Nicht zuletzt wirkt er in vielen Arbeitsgruppen mit. Zudem bildet er Anwärter und Trainees im Forst aus. „Ich habe ja selbst mal ähnlich angefangen“, spielt er lächelnd auf ein 1973 absolviertes Praktikum an. Was folgte, waren Forstschule Düsterntal, Anwärterzeit und schließlich der Revierdienst.

Das Thema Energieholz zählt zu den besonderen Anliegen des Revierförsters. Guba kam auf die Idee, gleich fertiges – drei Meter langes – Brennholz am Weg und Hackschnitzel direkt zu verkaufen. Das entwickelte sich zu einem lukrativen Geschäftsfeld. Um dem Ganzen noch einen passenden Rahmen zu geben, ersann der rührige Förster zusätzlich eine Messe im Wald, die „Harpstedter Holzheiztage“. Außerdem fungiert er als Energieholzbeauftragter für sieben Forstämter der Landesforsten im Nordwesten Niedersachsens.

In der Region, in der er lebt, gilt der Waldschutz als ein bedeutendes Thema. „Die Renaturierung von Fließgewässern – wie die Delme – und Moorflächen ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt Guba und verweist auf sein jüngstes Beispiel: die Anlage mehrerer Stillgewässer auf einer auf den ersten Blick ungewöhnlichen Fläche – unmittelbar an einem Forstweg. „Die Sache ist eigentlich ganz einfach. Hier ist der tiefste Punkt, und da Wasser bekanntlich nicht bergauf fließt, ist genau hier der richtige Ort.“  eb/boh

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