Größeres Vorhaben

Koems-Saal wird (auch) tagungstauglicher

Eine prächtige Stimmung regierte am „Arbeitsdonnerstag“ in der „Rentnerbänd“. Rechts die geschwungene Mauer, die zwischen der neuen Festscheune und dem Technikraum hochgezogen wird – unter anderem auch, damit es künftig weniger „zieht“.
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Eine prächtige Stimmung regierte am „Arbeitsdonnerstag“ in der „Rentnerbänd“. Rechts die geschwungene Mauer, die zwischen der neuen Festscheune und dem Technikraum hochgezogen wird – unter anderem auch, damit es künftig weniger „zieht“.

Harpstedt – Neue Beleuchtung, bessere Akustik, Bühnenumgestaltung: Für den Koems-Saal in Harpstedt plant die Fördergemeinschaft Koems Großes. Der Raum soll auch als Tagungsort attraktiver werden. Weitere Fortschritte machen derweil die Arbeiten an der benachbarten Festscheune. Die Innenpflasterung wirft ihre Schatten bereits voraus.

Es geht weiter voran bei der neuen Festscheune auf dem Koems-Gelände in Harpstedt. „Am Mittwoch sind zwei Stromkästen eingebaut worden. Das ,Verdrahten’ für den Stromanschluss erledigt die Firma Evers in den nächsten Tagen. Der Blitzschutz ist komplett fertig. Die Fenster müssen noch in die Rahmen eingesetzt werden“, weiß Klaus-Dieter Westphal, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Koems.

Offiziere und Bürgerschützen wollen pflastern

Die Pflasterarbeiten in der von Architekt Hermann Dunkler-Gronwald geplanten Festscheune wollen Mitglieder des Offizierskorps und Bürgerschützen ausführen. Das vorherige Auskoffern übernimmt die Koems-„Rentnerbänd“. Und um das Auffüllen mit Sand kümmert sich Peter Bode vom Harpstedter Gartenbauunternehmen Knolle. Unter seiner Leitung stehen die Arbeiten insgesamt. „Einer muss ja den Hut aufhaben“, so Westphal.

Bundestagskandidat zu Besuch

Er bedauerte gegenüber Philipp Albrecht, dem CDU-Bundestagsdirektwahlkandidaten für den Wahlkreis 28 (Delmenhorst/Wesermarsch/Oldenburg-Land) während eines Vor-Ort-Gespräches über Koems, Fördergemeinschaft und „Rentnerbänd“, dass die Antragsfristen für Mittel aus Fördertöpfen zu kurz bemessen seien, zumal es kaum mehr gelinge, schnell Handwerksfirmen zu finden. „Das müsste viel weiter nach hinten rausgezogen werden“, gab Westphal dem 25-Jährigen, der inzwischen in Ganderkesee wohnt, mit auf den Weg. Ein weiteres Handicap sei der vorgegebene, aber für gewöhnlich zu eng bemessene Zeitraum, in dem die jeweilige Maßnahme zum Abschluss gebracht werden müsse. „Für uns kommt am ehesten ein Förderprogramm der Oldenburgischen Landschaft infrage. Denn dabei sind die Antragshürden und Auflagen zumindest nicht ganz so hoch“, machte Westphal deutlich.

Wofür Fördergeld benötigt wird, verriet er natürlich auch: Der Koems-Saal, bislang vor allem als Ort zum Feiern wertgeschätzt, soll zusätzlich für Zielgruppen attraktiver werden, die dort Sitzungen und Seminare abhalten oder konferieren wollen. Bislang nutzte ihn etwa die Volksbank (jetzt VR Bank) für Ortsversammlungen. In der Coronazeit, da Veranstaltungen zum Erliegen kamen und dem Koems-Verein die Einnahmen aus der Vermietung mietbarer Räume wegbrachen, tagten häufiger Räte und Ausschüsse im Saal. Dabei fiel auf: Das gesprochene Wort dringt nicht gerade bis in den letzten Winkel vor. Die Sprachverständlichkeit könnte selbst mit Soundanlage besser sein. Auch bei der Beleuchtung und mit Blick auf Einsatzmöglichkeiten von Beamer und Co. gäbe es Verbesserungsbedarf. Dieses Vorhaben will die Fördergemeinschaft nun angehen.

Beeindruckt vom Koems-Gelände: CDU-Bundestagskandidat Philipp Albrecht.

Die Voraussetzungen für Audio-, Bild- und Videopräsentationen sollen geschaffen und hierzu auch bühnengestalterische Maßnahmen (inklusive Leinwand) umgesetzt werden. Mit der Ausarbeitung eines Angebotes auf Grundlage eines Konzepts ist eine Firma bereits beauftragt worden. Audio-, Projektor- und Videotechnik installieren zu lassen, schwebt dem Koems-Verein nicht vor. „Wir werden da keine Geräte wie Lautsprecherboxen, Beamer und dergleichen hinstellen. Solches Equipment müssen Veranstalter, die den Koems mieten, mitbringen. Hielten wir selbst die Technik bereit, bräuchten wir jemanden, der sie pflegt und wartet. Und was, wenn in Veranstaltungen mal ein Gerät den Geist aufgibt? Dann müssten wir uns um schnellen Ersatz kümmern. Das wollen wir uns nicht ans Bein binden“, machte Klaus-Dieter Westphal deutlich.

Der ganze Saal wird dann anders ausgeleuchtet.“

Klaus-Dieter Westphal

Wohl aber sei eine nagelneue Lichtanlage geplant. „Der ganze Saal wird dann anders ausgeleuchtet. Mit der Planung haben wir bereits jemanden beauftragt. Zusätzlich muss ein Akustiker her, der uns sagt, wie wir die Bühne am besten im Interesse einer guten Akustik gestalten. Da kommt sogar jemand, der seine Messgeräte aufbaut und misst. Auch den haben wir übrigens schon geordert“, erläuterte der Vorsitzende.

Die finanzielle Situation der Fördergemeinschaft beurteilte er optimistischer als noch vor einigen Monaten. Die mit Steuerberaterhilfe erhaltenen Überbrückungsgelder hätten schon geholfen, und auch die über ein Portal der VR Bank gelaufene Crowdfundingaktion habe etwas gebracht. Wenn der Veranstaltungsbetrieb nun in absehbarer Zeit wieder anläuft und Einnahmen aus der Vermietung von Räumen in die Kasse spült, ist Westphal um die Finanzen nicht bange: „Wir freuen uns auf den Neustart, müssen aber keine Angst davor haben.“

„Renterbänd“ wieder aktiv

Regelrecht herbeigesehnt in der Coronazeit haben manche Mitglieder der „Rentnerbänd“ die Arbeitsdienstsaison. Dass sie nun endlich wieder im wöchentlichen Turnus donnerstags zur Pflege und Erhaltung des Koems-Geländes beitragen und als Lohn für die ehrenamtlichen Einsätze jeweils zusammen frühstücken dürfen, erfüllt die durchweg geimpften Mitstreiter mit Freude. Während des jüngsten Arbeitsdienstes regierte jedenfalls eine prächtige Stimmung.

Eine Mauer? Damit‘s nicht so „zieht“

Beim Arbeiten entsteht aktuell sogar etwas Neues: Einige „Rentnerbändler“ ziehen eine geschwungene Mauer als verbindendes Element zwischen Festscheune und Technikraum hoch. Diese „Wand“ erfüllt im Übrigen auch einen ganz praktischen Zweck. Sie soll dazu beitragen, dass es künftig auf dem Schützenplatz weniger „zieht“. Denn das ist seit dem „Abtransport“ der kompletten früheren Disco „Zum Sonnenstein“ ins Museumsdorf Cloppenburg ein Problem. Auch ein Sichtschutz hat bislang gefehlt.

Ob die „Rentnerbänd“ Neuzugänge gebrauchen könne? Westphal bejahte das, denn: „Es gibt hier genug zu tun.“ Interessierte, die sich der fleißigen Gruppe aus Ehrenamtlichen anschließen möchten, können sich bei deren Sprecher Jürgen Meyer (Telefon 04244/1421) melden.

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