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Kinder schlüpfen auf Köhrener Schutzhof in Tierpfleger-Rolle

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Von: Jürgen Bohlken

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Ein bisschen wie Tierpfleger fühlen durften sich am Montag Ferienspaßkinder, darunter drei aus der Ukraine, auf dem privaten Tierschutzhof Vespermann/Ehlers in Groß Köhren. Rechts im Bild: Gastgeberin Melanie Vespermann.
Ein bisschen wie Tierpfleger fühlen durften sich am Montag Ferienspaßkinder, darunter drei aus der Ukraine, auf dem privaten Tierschutzhof Vespermann/Ehlers in Groß Köhren. Rechts im Bild: Gastgeberin Melanie Vespermann. © Bohlken

Groß Köhren – Ihr besonders großes Herz für Tiere muss Melanie Vespermann wohl in die Wiege gelegt worden sein. Sie erzählt von einem geschwächten Wildvogel, den sie einst von ihrem Nachbarn gebracht bekam und liebevoll aufpäppelte. Damals wohnte sie noch in Kattenturm. „Heute arbeite ich nur für die Tiere“, gesteht die 36-Jährige. Dafür gehe ihr Gehalt, das sie als Arzthelferin im Krankenhaus „Links der Weser“ bekomme, mehr oder weniger drauf.

Zusammen mit ihrem Mann Christian Vespermann, Konrektor an der Bassumer Lukas-Schule, und Andreas Ehlers betreibt Melanie Vespermann einen privaten Tierschutzhof an der Groß Köhrener Ortsdurchfahrt. Die Gründung eines gemeinnützigen eingetragenen Vereins sei in Arbeit, um Spenden annehmen und Spendenquittungen ausstellen zu können, erläutert sie. Auf dem Areal, das Eigentümer Andreas Ehlers zur Verfügung stellt, tummeln sich sieben Hunde, drei Katzen, zwei Kornnattern, drei Großpferde, zwei Ponys, zwei Puten, fünf Hängebauchschweine sowie Schafe, Schildkröten, Meerschweinchen, Zwergkaninchen, Hasen, Hühner, Wachteln und sogar Wüstenrennmäuse.

Wir profitieren von Foodsharing. Rewe in Bremen-Süd überlässt uns nicht verkaufte Nahrungsmittel in Form von Obst und Gemüse. Die sind für die Tafeln nicht mehr gut genug, aber als Tierfutter bestens geeignet. Letztlich retten wir Lebensmittel.

Christian Vespermann

Mit den meisten Tieren durften Ferienspaßkinder am Montag auf Tuchfühlung gehen. Hühner, Meerschweinchen und Co. ließen sich geduldig streicheln. Viele Tiere wollten gefüttert und die Pferde geputzt werden. Ein bisschen fühlten sich die Kinder, darunter drei aus der Ukraine, ganz im Sinne des Ferienspaßmottos wie „Tierpfleger“. Das fanden Ismael, Jasmin, Melina und all die anderen derart spannend, dass sie darüber fast das Sauwetter vergaßen. Zusätzlich bemalten sie Oster-Dekoanhänger aus Holz und backten Stockbrot über einer Feuerschale. Mit Grillwurst und Getränken wurden sie bestens versorgt. Für die Kinder ukrainischer Kriegsflüchtlinge war die Teilnahme an der privaten Aktion kostenfrei.

„Wir profitieren von Foodsharing. Rewe in Bremen-Süd überlässt uns nicht verkaufte Nahrungsmittel in Form von Obst und Gemüse. Die sind für die Tafeln nicht mehr gut genug, aber als Tierfutter bestens geeignet. Letztlich retten wir Lebensmittel“, sagt Christian Vespermann.

Nicht mehr verkäufliche altbackene Brötchen bekommt der Tierschutzhof von der Jantzon-Tankstelle in Harpstedt. Das Futterhaus in Wildeshausen unterstützt die Einrichtung mit Sachspenden-Aktionen.

Für weitere Unterstützung ist der private Schutzhof gleichwohl immer dankbar (Telefon 0152/54 067 338; Mail: melanie.drewes@web.de).

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