Team braucht Geld

Corona lässt Einnahmen des Klosterseelter Tierschutzvereins wegbrechen

Hunde, von denen sich die Halter aus Alters- oder anderen Gründen trennen müssen, bekommen bei Karin Petra Freiling in Klosterseelte ihr Gnadenbrot und liebevolle Zuwendung. Ebenso Haustiere, die Veterinäre und Tierheime in Pflege geben. Das alles kostet Geld. Die Pandemie hat Finanznöte bewirkt.

  • Der Verein „Verbindung zwischen den Arten“ erhofft sich finanzielle Unterstützung.
  • Eine Firmenspende hat geholfen, Kosten für Tierfutter und -medikamente zu decken.
  • Neumitglieder und Tierpaten werden benötigt.

Klosterseelte - Die Biologin kümmert sich zudem um Wildtiere, die ihr Auffangstationen überlassen. Sie päppelt Eichhörnchen und Co. auf, um sie zu gegebener Zeit auszuwildern.

1 000 Euro hat die JH Logistik Group von Inhaber und Geschäftsführer Jens Hafemann (Mitte) dem Tierschutzverein „Verbindung zwischen den Arten“ gespendet. Die Frau des Unternehmers, Melanie Hafemann (mit Spitz Bonny) steht der Vereinschefin Karin Petra Freiling (mit Terriermischling Teddy) als zweite Vorsitzende zur Seite.

„Fix“ und „Foxi“, zwei Rotfüchse, kamen im Alter von knapp drei Monaten von der Wildtierpflegestelle Verden/Aller nach Klosterseelte. Im Oktober 2020 schenkte Freiling ihnen die Freiheit. „Normalerweise passiert das bevorzugt im Frühling, aber der Rüde wollte einfach raus. Er fing schon an, stereotype Verhaltensweisen zu entwickeln. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Zeit für die Auswilderung reif ist“, sagt die Klosterseelterin.

Gewissheit für das Überleben von „Fix“ und „Foxi“ in der Natur gibt es nicht, wohl aber Hoffnung: „Wir haben sie bewusst nicht hier ausgewildert, sondern in einer Gegend, in der Füchse nicht bejagt werden“, spielt die 52-Jährige „durch die Blume“ auf ein Tierschicksal vor ihrer Haustür an, das vor gut vier Jahren großen Medienrummel nach sich zog: „Gandalf“ war seinerzeit Opfer einer Jagd mit Hunden geworden. Der Rotfuchs, so Freilings Vorwurf an die Jäger damals, habe etwa eine Stunde lang völlig unnötig gelitten.

Die Tierpflege bei ihr in Klosterseelte ist natürlich mit nicht unerheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden. Da kommt einiges zusammen: Tierarztbesuche, Tierfutter und -medikamente wollen bezahlt werden.

Erfolgreich ausgewildert: Fuchs Foxi.

Zur Kostendeckung trägt der noch wenig bekannte Tierschutzverein „Verbindung zwischen den Arten“ mit aktuell gut 50 Mitgliedern bei, der allerdings keinerlei Geld von der öffentlichen Hand erhält.

Hinter diesem „e.V.“ liegt ein ernüchterndes Jahr mit pandemiebedingten Einnahmeausfällen. „Es kamen keine Urlaubspflegetiere mehr zu uns“, erläutert die erste Vorsitzende Karin Petra Freiling. „Alles, was uns viele Jahre gute Einnahmen beschert hat, ist wegen Corona ausgefallen – ob nun Sommerfest, Kürbisfest oder auch Weihnachtsgottesdienst“, ergänzt die zweite Vorsitzende Melanie Hafemann (48).

Uns ist es wichtig, in der Pandemie ein Zeichen zu setzen.

Jens Hafemann

Vor diesem Hintergrund kam eine größere Spende dieser Tage genau zur rechten Zeit. Dabei profitierte der Verein von guten Beziehungen: Melanie Hafemanns Gatte Jens (51) leitet als Inhaber und Geschäftsführer die JH Logistik Group mit Sitz in Delmenhorst, die dem Verein mit einer Spende von 1 000 Euro unter die Arme griff. „Wir bieten Transportlösungen auf dem Wasser an. Unter anderem organisieren wir Transporte von Windkraft- und Krananlagen. Zu unseren Geschäftsfeldern gehört aber auch Lkw-Logistik mit Containern. Die Gruppe umfasst drei Firmen. Eine davon organisiert Fährtransporte in ganz Europa“, erläutert der Unternehmer. Er zeigt sich überzeugt davon, dass die 1 000 Euro an der richtigen Stelle helfen und will die Spende keineswegs nur als Ergebnis von „Vitamin B“ verstanden wissen. Er sei selbst tierlieb. „Uns ist es wichtig, in der Pandemie ein Zeichen zu setzen, dass wir als Firmengruppe Vereine wie diesen unterstützen

„Missionieren“ will sie nicht

Karin Petra Freiling dankte herzlich für die Spende und freute sich über die Zuwendung. Hauptanliegen des damit geförderten Vereins sei es, eine Verbindung zwischen Mensch und Tier zu schaffen. „Wir wollen zugleich über das Tier mehr Menschlichkeit erreichen“, bekräftigt die Vorsitzende. „Verbindung“ stellt der Verein zu Jung und Alt her. Kinder lernen, mit Tieren gut umzugehen, entwickeln Empathie und werden ermuntert, sich mal Gedanken darüber zu machen, woher das Fleisch kommt, das auf ihren Tellern landet. „Ich missioniere aber nicht“, betont Freiling. Sie arbeitet unter anderem mit einer Tierfreunde-AG aus Grundschülern unter der Leitung von Lehrerin Dörthe Saathoff, die in Falkenburg unterrichtet. „Die Kinder haben hier in Klosterseelte Kaninchenhäuser gebaut und helfen oft beim Aufräumen. Sie haben mich sogar mal mit Erfolg in einem lieben Brief darum gebeten, Hühner aufzunehmen, um deren Schlachtung zu verhindern. Die Kinder wurden Paten und haben die Tiere fortan besucht. Leider können sie derzeit wegen der Pandemie nicht kommen“, seufzt Freiling. In der Seniorenarbeit pflegt die Klosterseelterin seit Langem gute Kontakte zur „Altenpension“ in ihrer Nachbarschaft, um „neue Gespräche und neue Gedanken anzuregen“ sowie zudem für Fröhlichkeit und frischen Wind zu sorgen. „Hunde/Tiere zaubern Lächeln“ heißt eine Kooperative mit dem Seniorenpflegeheim, bei der ausgebildete Therapiehunde zum Einsatz kommen.

Der Tierschutzverein freut sich über jeden Neuzugang. Ein Beitritt kann auch online abgewickelt werden. Tierpatenschaften sind ebenfalls möglich.

Rubriklistenbild: © Karin Petra Freiling

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