Tagelanger Arbeitseinsatz für VOX-Reihe in Klosterseelte

Waschsalon für Vierbeiner: „Harte Hunde“ legen sich mächtig ins Zeug

Ein Herz für Tiere haben sie allesamt: die aus dem Fernsehen bekannten „Harten Hunde“ mit ihrem Chef Ralf Seeger (Mitte).
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Ein Herz für Tiere haben sie allesamt: die aus dem Fernsehen bekannten „Harten Hunde“ mit ihrem Chef Ralf Seeger (Mitte). Quelle: Facebook

Klosterseelte – Die aus der VOX-Reihe „Harte Hunde – Ralf Seeger greift ein“ bekannten Tierschützer haben auf dem tierheimähnlichen Anwesen von Karin Petra Freiling in Klosterseelte tagelang richtig geackert. Sie vergrößerten das Fuchsgehege um das Dreifache, machten das Marderdomizil ausbruchssicher, richteten das Eichhörnchengehege neu ein und hoben einen Teich aus.

Den größten Aufwand aber bereitete der etwa zehnköpfigen Truppe der Bau einer Holzhütte mit Heizung, Wasseranschluss und hydraulisch höhenverstellbarer Wanne aus Edelstahl. Dieser Hundewaschsalon erleichtert Karin Petra Freiling nach erlittenen Bandscheibenvorfällen die Arbeit entscheidend. Im Stehen kann sie fortan – schonend für den eigenen Rücken – das Fell tierischer Schützlinge reinigen. „Wenn man bedenkt, in welchem Zustand manche Hunde, darunter Straßenhunde aus Rumänien, hier ankommen, geht es dabei sicher nicht nur um Hygiene. Mitunter wird die Fellpflege fast schon zu einem medizinischen Vorgang“, erläuterte Regisseur Christian Neumann.

Geschickt im Umgang mit Werkzeug und Tieren: die „Harten Hunde“ um Ralf Seeger (unten links). Hier Szenen von den Dreharbeiten. Quelle: Facebook

Ich kann meine Dankbarkeit kaum in Worte fassen. Findet die eigene Arbeit eine derartige Unterstützung, macht sie noch mehr Spaß. Das ist Balsam für die Seele.“

Karin Petra Freiling

Die Produktionsfirma, die binnen jeweils einer Woche sechs „Harte Hunde“-Folgen pro Jahr für den Fernsehsender VOX dreht, liefert nicht nur die Manpower, sondern stellt auch benötigtes Baumaterial für die Arbeitseinsätze. „Das ist wie ein Sechser im Lotto“, freute sich Karin Petra Freiling unbändig darüber, aus etlichen 100 Bewerbern ausgewählt worden zu sein. Eine Freundin, die Tierschutz auf Fuerteventura betreibt, hatte sie auf die Bewerbungsfrist hingewiesen. Nach Vorstellungsvideo und Vorgespräch mit Kamerateam, Bauleitung und Ralf Seeger war der Arbeitseinsatz in Klosterseelte in trockenen Tüchern.

Wir fanden, dass dahinter ein toller Tierschutzgedanke steckt, der eine Förderung verdient.“

Regisseur Christian Neumann

„Ich kann meine Dankbarkeit kaum in Worte fassen. Findet die eigene Arbeit eine derartige Unterstützung, macht sie noch mehr Spaß. Das ist Balsam für die Seele“, gab Freiling als Vorsitzende des Tierschutzvereins „Verbindung zwischen den Arten“ offen zu. Sie beherbergt, betreut und versorgt teils schwer sozialisierbare Haustiere mit oder ohne Behinderung und päppelt zusätzlich im Auftrag anerkannter Auffangstationen Wildtiere wie Eichhörnchen oder Füchse auf, um sie zu gegebener Zeit auszuwildern. „Wir fanden, dass dahinter ein toller Tierschutzgedanke steckt, der eine Förderung verdient“, verriet der Regisseur. Den Löwenanteil der auf ihrem Anwesen anfallenden Arbeit erledigt Freiling selbst. Das sei, so Ralf Seeger, ein zusätzliches Argument gewesen, ihr Hilfe angedeihen zu lassen.

Einem Fuchsbau nachempfunden ist diese Behausung.

Im Januar 2022 soll der in Klosterseelte gefilmte Beitrag gesendet werden. Julia Linz von der Wildtierpflegestelle Verden/Aller brachte im Verlauf der Dreharbeiten vier junge Füchse zum Aufpäppeln, darunter ein dreibeiniger und ein blinder. Im Gegenzug nahm sie einen jungen Steinmarder aus Klosterseelte mit, weil sie selbst ein Marderbaby hat. „Es ist besser, diese Tiere paarweise zu halten“, weiß Freiling. Das Tierheim Brinkum sei derweil mit Welpen „zum Sozialisieren“ angerückt. „Schön zu sehen, dass die Tierschutzeinrichtungen hier in der Region so gut zusammenarbeiten“, urteilte der Regisseur.

Zupackend beim Arbeiten, behutsam im Umgang mit Tieren

Hinter den „Harten Hunden“ verbirgt sich die seit zehn Jahren bestehende Helden für Tiere gGmbH. Diese „Eingreiftruppe“ aus Frauen und Männern mit teils großflächigen Tattoos und etwas verwegenem Aussehen um Geschäftsführer Seeger würde nicht auf den ersten Blick erahnen lassen, dass sie sich mit Herz und Hingabe dem Tierwohl widmet. Zupackend beim Arbeiten, aber äußerst behutsam im Umgang mit der Kreatur kommen die Aktivisten nicht nur in der VOX-Reihe rüber. Das gehört vielmehr zu ihrem Naturell, offenbarte sich während der Arbeiten in Klosterseelte. Bereitwillig gaben „Harte Hunde“ Katzenbabys das Fläschchen oder probierten die von Karin Petra Freiling gelehrten Tellington-TTouches aus, eine behutsame, massageartige Technik.

Ein Ergebnis des Arbeitseinsatzes, das Karin Petra Freiling besonders freut, ist dieser Hundewaschsalon mit hydraulisch höhenverstellbarer Badewanne.

Die Materialbeschaffung für den Hundewaschsalon sei wegen des Mangels an Bauholz auf dem deutschen Markt gar nicht so einfach gewesen, berichtete Freiling: „Wir haben überall versucht, eine Gartenhütte zu bekommen. Wir konnten zum Glück noch eine auftreiben und aus Sulingen abholen.“

Ich toleriere nicht, dass jemand von meinen Leuten Fleisch isst. Tatsächlich sind alle Vegetarier oder sogar Veganer – allerdings nicht, weil ich es so will, sondern aus eigener Überzeugung.“

Ralf Seeger

Ein versetztes beziehungsweise neu entstandenes Hundegehege grenzt nun direkt an den Waschsalon an. „Olaf Diener aus Groß Ippener hat uns mit Doppelstabgittermatten versorgt. Er ist selbst sehr tierlieb. Mit ihm arbeiten wir seit vielen Jahren bestens zusammen. Wir werden übrigens noch einen Durchgang von der Hütte zum Auslaufbereich schaffen“, kündigte Freiling an. Stolz deutete sie auf das erweiterte Fuchsgehege. Dort hatten die „Harten Hunde“ sogar eine alte Hundehütte mit Erde bedeckt und in eine Art Fuchsbau verwandelt – getreu den Empfehlungen des Experten und Autors Hartmann Jenal.

Vor der Schlachtung bewahrt: diese beiden Puten.

Ralf Seeger, wohnhaft an der deutsch-niederländischen Grenze, brachte Freiling nach vorheriger Absprache ein besonderes Geschenk mit: Zwei Puten, die er vor dem Schlachttod bewahrt hatte, dürfen nun in Klosterseelte in natürlicher Umgebung ein lebenswertes Dasein fristen. „Meine Aufgabe für die Zeit, die mir auf diesem Planeten bleibt, ist es, mich für die Tiere gerade zu machen, für sie zu kämpfen und da zu sein. Das mache ich mit völliger Hingabe. Ich habe in der Regel einen 18-Stunden-Tag, habe selbst Tiere zu Hause, kümmere mich aber ebenso um andere Geschöpfe, auch um Notfälle. Früher dachte ich immer, ich könnte die ganze Welt retten. Das ist immer noch meine Grundintention, aber als Realist weiß ich: Das geht nicht. Was ich machen kann, tue ich gleichwohl. Tierschutz fängt damit an, jeder Kreatur das Recht auf ein lebenswertes Leben zuzugestehen. Ich toleriere nicht, dass jemand von meinen Leuten Fleisch isst. Tatsächlich sind alle Vegetarier oder sogar Veganer – allerdings nicht, weil ich es so will, sondern aus eigener Überzeugung“, plauderte Seeger im Interview mit unserer Zeitung ein wenig aus dem Nähkästchen.

Weitere Infos unter: www.heldenfuertiere.de

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