„PrinzHöfte 2025“ und „FreiRaum“ vorgestellt

Klimaschutz fängt bei kurzen Wegen zum Verbraucher an

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Ulrike Oemisch vor dem für den „FreiRaum“-Laden auserkorenen Standort an der unteren Freistraße.

Prinzhöfte/Harpstedt - Initiativen, Vereine oder auch Verbände, die den Klimaschutz in niederschwelligen Angeboten verankern, können in den Genuss üppiger Fördermittel des Bundesumweltministeriums kommen. Der Verein für ganzheitliches Lernen hat nach ausgiebiger Vorarbeit gleich zwei Förderanträge eingereicht.

Zum einen erhofft er sich Mittel für das Projekt „PrinzHöfte 2025“ – in der Absicht, das „Zentrum PrinzHöfte“ in Schulenberg zu einem öffentlicheren, besuchbaren Ort zu machen. Das Anwesen beherbergt eine Kita, und es wird aktuell für Wohnzwecke genutzt. Dort sei aber auch mit Hilfe eines Permakulturdesigners eine essbare Landschaft und damit ein „zukunftsweisendes Klimaschutzprojekt“ entstanden, erläuterte Landschaftsgärtnerin Ulrike Oemisch jüngst im Bau-, Umwelt- und Planungsausschuss der Samtgemeinde Harpstedt.

Kostenlose Angebote für Bürger geplant

Um dies Besuchern zugänglich machen zu können, bedürfe es „räumlicher Infrastruktur“. Als „Hauptgebäude“ für Veranstaltungen, Bildungsarbeit und kleine Verköstigungen schwebe dem Verein für ganzheitliches Lernen eine Jurte vor. Ein erarbeitetes Klimakulturprogramm für den zweijährigen Förderzeitraum beinhalte eine ganze Reihe von Veranstaltungen; der Klimaschutz werde an Permakultur-Wochenenden und in Praxis-Workshops von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Es solle kostenlose Angebote für Bürger geben; thematisch gehe es, so Oemisch, etwa um Möglichkeiten, den eigenen Garten zukunftsweisend zu entwickeln, oder um Wildpflanzen, die als lokale Baustoffe nutzbar seien.

Weitere Projektziele seien die kooperative Stärkung von Hofläden in der Umgebung als lokale Produzenten oder auch die Lagerung und Weiternutzung von Baustoffen nach Gebäudeabrissen zwecks Einsparung von Primärenergie.

Raum für lokale Produzenten in einem Bürgerladen angedacht

Oemisch leitete sodann zum „FreiRaum“ über, dem zweiten Klimaschutzprojekt, für das ein Förderantrag eingereicht ist. Dahinter verbirgt sich die Absicht, an der Freistraße neben der Eisdiele in Harpstedt einen Regio- oder Bürgerladen zu eröffnen. Neun Themencluster sind im Förderantrag formuliert. Kleine lokale Produzenten, so eine Idee, könnten in dem Laden Mietregale nutzen und dort selbst genähte Kinderkleidung, eigens eingekochte Marmeladen oder andere Do-it-yourself-Produkte zum Verkauf anbieten. Dahinter stehe, so Oemisch, die Intention, ein Stück weit in eine „Selbermachkultur“ zurückzufinden – als Gegenentwurf zu klimaschädlichen Importen aus fernen Ländern. Zudem sei angedacht, mit Informationen und Kartenmaterial im Regioladen auf lokale Produzenten und Dienstleister hinzuweisen.

„Wir interessieren uns auch für Erntemöglichkeiten“, fuhr Oemisch fort. Sie nannte exemplarisch Obstbäume, bei denen die Früchte als Fallobst enden, weil den Eigentümern vielleicht einfach die Zeit fehlt, sie zu pflücken und selbst zu verwerten. „Uns schwebt vor, dass sich Leute melden können, wenn sie beispielsweise drei Bäume haben, die andere Mitbürger abernten dürfen. Wir würden die Standorte dann im Laden sichtbar machen oder sogar gemeinschaftliche Ernteaktionen organisieren“, fuhr Oemisch fort. Niederschwellige Aktionen, die Spaß machten und dabei dem Klimaschutz sowie der Stärkung der Regionalwirtschaft dienen, sind sozusagen das übergeordnete Ziel des „FreiRaums“. „Das Antlitz dieses kleinen Ladens wird ganz viele Klimaschutzanteile beinhalten. So wollen wir etwa Palettenmöbel selbst bauen, um das Upcycling, also das Aufwerten vorhandener Baustoffe, zu veranschaulichen und zu nutzen. Wir werden auch das Monitoring beider Klimaschutzprojekte transparent machen, damit fortlaufend nachvollziehbar ist, wie viele CO2-Äquivalente wir schon eingespart haben.“

Gewünschtes Fördervolumen: 500.000 Euro

Ferner sei eine fachkundige Begleitung bei der klimafreundlichen Weiterentwicklung von zunächst zehn ausgesuchten privaten Gärten angestrebt – die Mitmachbereitschaft der Eigentümer natürlich vorausgesetzt.

Oemisch zählte etliche weitere Ideen auf, die sich hinter den „Clustern“ verbergen. Sie erwähnte auch 20 geplante „Thementage“ im „FreiRaum“ zu klimarelevanten Themen wie Gebäudesanierung oder Mobilität.

Das Gesamtvolumen beider Förderanträge belaufe sich auf fast 500.000 Euro. „Es ist sensationell: Wir durften 95 Prozent Förderquote beantragen, und die geht auch durch. Trotzdem ist der Verein für ganzheitliches Lernen mit ungefähr 25.000 Euro Eigenanteil dabei und wäre natürlich dankbar für Unterstützung“, verhehlte Oemisch nicht. Eine Bewilligung des „FreiRaum“-Antrags sei frühestens Anfang Juni zu erwarten; für „PrinzHöfte 2025“ hoffe der Verein „im Laufe des Sommers“ darauf.

Der Ausschuss ließ sich die Projekte zunächst nur vorstellen. Eine Entscheidung über eine etwaige Zuwendung seitens der Samtgemeinde fällt zu einem späteren Zeitpunkt.

boh

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