WPK-Siebtklässler dringen mit ihrer Botschaft in kurzer Pausendarbietung nicht durch

Klima-Flashmob verpufft ohne Knalleffekt

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Die Silhouetten versinnbildlichen die ungezählten Opfer der Klimakatastrophe.

Harpstedt   - Von Jürgen Bohlken. Eine von der „freiraum“-Projektgruppe als „Flashmob“ wider die Klimakatastrophe angekündigte Aktion mit dem Wahlpflichtkurs (WPK) „Darstellendes Spiel“ aus Siebtklässlern ist am Freitagmorgen in der Oberschule Harpstedt nach geglückter Generalprobe mehr oder weniger verpufft. Und zwar ganz ohne Knalleffekt.

Die Akteure haben trotzdem, wenn auch unbeabsichtigt, der Gesellschaft sozusagen einen Spiegel vorgehalten und eine nachdenklich stimmende Botschaft transportiert, die da lauten könnte: „Stell dir vor, die Menschheit richtet sich selbst zugrunde, und keinen interessiert’s!“

Die WPK-Gruppe aus Siebtklässlern, die mit Theaterpädagogin Ruth Große-Wilde an zwei Tagen die kleine Darbietung zum Titelsong aus dem James-Bond-Streifen „Skyfall“ einstudiert hatte, konnte während ihres plötzlichen Auftritts in der Aula einfach keine volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der dafür gewählte Zeitpunkt, die Pause nach 9 Uhr, war offenkundig nicht der günstigste.

„Am Ende des Regenbogens sehen wir uns wieder“

Im allgemeinen Trubel und Umgebungslärm ging vieles unter. So auch eingangs zu Gehör gebrachte Schlagzeilen aus den Medien, darunter das Kanzlerinnen-Zitat „Der Klimawandel ist eine Schicksalsfrage für die Menschheit“. Die Darbietung dauerte wenige Minuten. Einige „Zaungäste“ aus der Schülerschaft schauten gezielt hin, andere eher halbherzig, und wieder andere ließ das Geschehen offenkundig gänzlich kalt.

Schilder mit den Namen der ostfriesischen Inseln wurden hochgehalten, um klimawandelbedingtes „Land unter“ zu veranschaulichen. Als sich die teils von Lampenfieber geplagten Flashmob-Akteure mit Schwimmbewegungen durch die Aula fortbewegten, nahm ein Weltuntergangsszenario Gestalt an. Das wiederum ließ ungezählte „Ertrunkene“ als Folge der nicht gestoppten Erderwärmung zurück. Die WPK-Gruppe symbolisierte die vielen Toten mithilfe von Silhouetten, die sie mit Kreide auf den Boden der Pausenhalle zeichnete – und fügte den Schriftzug „Am Ende des Regenbogens sehen wir uns wieder!“ hinzu.

Aktivismus-AG will sich weiterhin um Klimaschutz kümmern

Doch die Protagonisten drangen mit ihrer klaren Botschaft eben kaum durch. Als unbeabsichtigte Folge davon wirkte ihr „Umfeld“ fast teilnahmslos, als spräche daraus die Haltung: „Klimaschutz? Was geht mich das an?“ Zudem bestätigte sich, dass sich ein Flashmob einem so komplexen Thema bestenfalls oberflächlich, aber gewiss nicht mit Tiefgang nähern kann. Ruth Große-Wilde vom „freiraum“ war sich darüber von vornherein im Klaren gewesen; deshalb wird sie zwecks Nachbereitung nochmals in die Schule kommen.

Schwimmen wider das Ertrinken: Die ostfriesischen Inseln gehen in dieser Szene als Folge der Erderwärmung unter.

Außerdem wolle sie, wie sie verriet, ab Februar eine Art „Aktivismus-AG“ im Rahmen des Ganztagsangebotes leiten, um dann mit Schülern das Thema Klimaschutz mit Mitteln des Theaters vertiefend zu erarbeiten.

Ein Flashmob im eigentlichen Sinne ist die schulinterne Darbietung in der Pausenhalle eh nicht gewesen, denn zu einem solchen – scheinbar spontanen – Menschenauflauf gehört das Herstellen der Öffentlichkeit; dazu bedienen sich die Initiatoren gern sozialer Netzwerke.

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