Landwirt stellt Kaufantrag für überpflügtes Areal

Ein kleiner Weg sorgt für großen Ärger

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Der überpflügte Feldweg ist noch leicht an der Grasnarbe zu erkennen. Das Bild datiert vom 15. Mai 2017.

Beckstedt - Von Alina Pleuß. Ein kleiner Feldweg sorgt in Beckstedt für Ärger: Im Frühjahr 2017 überpflügte Geritt Lindemann, der Besitzer des umliegenden Ackers, ein Teilstück dieses Feldweges und nutzt die Fläche seither für die Landwirtschaft.

Das stört manchen Bürger. „Wir möchten den Weg in seiner gesamten Länge weiterhin erhalten“, erklärt das Beckstedter Ehepaar, Peter und Anke Flämig. Lindemann will nun jedoch Nägel mit Köpfen machen. Anfang dieser Woche stellte er einen Kaufantrag für das Areal.

„Man kann öffentliche Wege nicht einfach wegmachen. Das ist ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz“, so Anke Flämig. In einem Telefonat mit Colnrades Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann habe ihr diese vor rund einem Jahr versichert, dass der Weg wiederhergestellt werden soll. „Das ist aber bislang nicht geschehen“, berichtet Flämig enttäuscht. 

Nun liegt der Gemeinde der Kaufantrag vor, den Lindemann gemeinsam mit den Anrainern des Feldweges gestellt hat. „Zweifelsohne bedeutet das für die Landwirte mehr Fläche zum Bewirtschaften, aber für die Tier- und Pflanzenwelt einen herben Verlust“, so Flämig. Sie will zusammen mit ihrem Mann Widerspruch gegen den Kaufantrag einlegen. 

Die Beckstedterin fordert mehr Respekt gegenüber der Natur: „Auch wenn hier in den vergangenen Jahren öffentliche Feldwege verkauft oder einfach umgepflügt und somit vernichtet wurden, sollte in der heutigen Zeit endlich mal ein Umdenken stattfinden.“ Durch die starke Dezimierung der Insektenvielfalt seien Feldwege wie dieser gerade in der heutigen Zeit „kleine Oasen, die nicht gepflügt, gedüngt und mit Pestiziden gespritzt werden dürfen“, betont Flämig.

Landwirt versteht Ärger nicht

Landwirt Lindemann versteht den Ärger über die Nutzung nicht: „Wir reden hier von 700 Quadratmetern. Es ist lächerlich, deshalb so einen Aufriss zu machen. Außerdem habe ich der Gemeinde bereits versichert, dass ich im Sinne der Natur als Ausgleich einen Blühstreifen anlegen werde.“ Es gehe ihm nicht darum, mehr Quadratmeter zu haben, sondern seinen Acker leichter bewirtschaften zu können. 

„Das ist eine furchtbare Dreherei, wenn man jedes Mal mit der großen Maschine um diese Fläche herumfahren muss“, so der Landwirt. „Ich habe den Weg damals einfach überpflügt und hielt es in dem Moment auch nicht für nötig, eine große Sache davon zu machen. Die Anrainer hatten damit keine Probleme.“ Außerdem sei die Rede von einem Wirtschaftsweg und nicht von einem Wanderweg, ergänzt Lindemann.

Im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung der Gemeinde Colnrade am Montag, 19. Februar, wird der Kaufantrag für den Weg in Beckstedt besprochen. Die Gemeinde Colnrade war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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