Liberal-Konservative Reformer nominieren Thomas Michael Rappers – auch für den Kreistag

Klein Henstedter kandidiert für Bundestag

Kandidiert für Bundes- und Kreistag: Thomas Michael Rappers (LKR).
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Kandidiert für Bundes- und Kreistag: Thomas Michael Rappers (LKR).

Klein Henstedt/Groß Ippener – Als Direktkandidat der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) für den Wahlkreis 28 (Wesermarsch/Delmenhorst/Oldenburg-Land) tritt Thomas Michael Rappers aus Klein Henstedt zur Bundestagswahl am 26. September an. Zusätzlich steht der Unternehmer auf Listenplatz sieben seiner Partei. Obendrein bewirbt sich der 58-Jährige für die LKR um ein Mandat im Kreistag des Landkreises Oldenburg, der bekanntlich schon am 12. September neu gewählt wird. Seine Nominierung in den Aufstellungsversammlungen ist einstimmig erfolgt.

Der Klein Henstedter, verheiratet, Vater dreier erwachsener Töchter und passionierter Motorradfahrer, will sich nach eigenem Bekunden „vor allem für Umwelt- und Naturschutz“, aber auch „für Energiewirtschaft“ einsetzen. Diese Politikfelder stünden durchaus in einem Zusammenhang, etwa beim Thema Windkraft. Rappers missfällt dass, wie er sagt, immer größere Rotoren selbst schützenswerte Naturbereiche quasi zu Industriegebieten mutieren lassen. Dies droht im Übrigen sogar seiner eigenen Heimat: Das Bauleitplanverfahren für den avisierten Windpark in der Klein Henstedter Heide mit bis zu 14 Anlagen läuft.

Windräder würden, so Rappers, nach „Stand der Technik“ gebaut. Das sei aber ein sehr dehnbarer Begriff. Tatsächlich entstünden immer größere Anlagen, die vielleicht nominal die erhofften Mengen Strom erzeugten, in der Realität aber – wegen Flauten und standortbedingt – längst nicht immer.

Folgen für „Feld und Fauna“

Zugleich brächten sie erhebliche Eingriffe in „Feld und Fauna“ mit sich. Großflächige Versiegelungen wegen immer wuchtigerer Fundamente seien eine Folge für die Böden. Das sei gerade beim Repowering ein Problem. Oft verblieben Teile alter Fundamente im Erdreich. Hinzu kämen die gravierenden Auswirkungen auf die Ökologie: „In der Klein Henstedter Heide gibt es geschützte und schützenswerte Greifvogelarten. Dazu gehört etwa der Rotmilan. Oder auch die Rohrweihe. Sie ist sogar sehr oft zu Gast. Im Moment haben wir auch wieder ein Rohrweihenpärchen bei uns. Weil ich nebenbei Imker bin, interessiere ich mich zudem ganz persönlich sehr dafür, wie sich Windräder mit der Insektenwelt vertragen“, sagt Rappers.

Windräder als Insektenschredder

Wissenschaftler sind an diesem Thema bereits dran: Tatsächlich steht die weithin verbreitete Windradbauart im Verdacht, massenhaft Insekten zu schreddern. „In der Industrie gibt es sehr starke Anstrengungen in Richtung Vertikalturbinen. Die sind für die Insektenwelt und von ihren Aufstellmaßen her deutlich schonender und vor allem für die Vogelwelt sehr viel ungefährlicher, weil sie eben nicht durch Rotorenschlag in den Flugbereich eingreifen“, weiß Rappers.

Der Windenergiewirtschaft Grenzen setzen zu wollen und trotzdem als Kandidat der LKR wirtschaftsliberale Positionen zu vertreten, hält der Klein Henstedter für durchaus vereinbar. Wirtschaftliberal zu sein, schließe keineswegs aus, Effizienz zu prüfen und Kosten sowie Nutzen ins Verhältnis zu setzen. Unternehmer täten das im Übrigen ständig.

Kunden in In- und Ausland

Rappers spricht da aus Erfahrung. Lösungsorientierte Ansätze in technischen Fragen zu finden, gehört für ihn zum beruflichen Alltag. Zusammen mit seiner Frau Marion führt der 58-Jährige seit 2012 die Geschäfte der Simix Rührwerksbau GmbH, die 1972 in Delmenhorst aus der Taufe gehoben worden war und ihren Sitz seit 1984 in Groß Ippener hat. Von den inhabergeführten Firmen, die sich bereits in den Anfängen des Gewerbegebietes an der A1 eben dort niederließen, haben nur zwei dem Standort bis heute die Treue gehalten: Simix und Planen Niehaus.

„Wir vertreiben unsere Industriemischer europaweit, über Anlagenbauer sogar weltweit. Das Größte, das wir bislang gebaut haben, ist ein Zwölf-Meter-Krählwerk. Das ist über einen Anlagenbauer nach Südamerika gegangen.“

Thomas Michael Rappers

Der Rührwerke-Spezialist kommt mit einer siebenköpfigen Belegschaft aus. Das Unternehmen stellt Industriemischer her und kauft zu diesem Zweck die benötigten Motoren ein. Rührwerke werden in den unterschiedlichsten Segmenten benötigt – für die Herstellung von Shampoos und Farben genauso wie in Lebensmittelproduktion, Pharmazeutik oder Abwasserwirtschaft. „Wir vertreiben unsere Industriemischer europaweit, über Anlagenbauer sogar weltweit. Das Größte, das wir bislang gebaut haben, ist ein Zwölf-Meter-Krählwerk. Das ist über einen Anlagenbauer nach Südamerika gegangen“, erläutert Rappers.

Bernd Lucke war der allererste LKR-Vorsitzende

Zurück zu den LKR: Rund 70 Gründungsmitglieder, darunter vormalige AfD’ler, hatten die Partei am 19. Juli 2015 in Kassel gegründet und Bernd Lucke zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Ursprünglich als „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ aus der Taufe gehoben, erfolgte nach einem verlorenen Namensrechtsstreit um die Abkürzung ALFA im November 2016 die Umbenennung in Liberal-Konservative Reformer.

Etwa 40 Prozent unserer Mitglieder, also ein sehr großer Teil, sind vormals unpolitisch gewesen. Und zwar in dem Sinne, dass sie vor ihrem LKR-Beitritt gar keiner Partei angehört haben.“

Thomas Michael Rappers

Die LKR gelten als Euro- und EU-kritisch, treten für Freihandel ein, fordern eine auf Preisstabilität ausgerichtete Politik der Europäischen Zentralbank ein, outen sich als Gegner unkontrollierter Migration und halten auch die Einführung kommunaler Obergrenzen zwecks Limitierung der Zuwanderung für nötig. Ihr wirtschaftsliberal-konservatives Grundsatzprogramm lässt Schnittmengen mit Positionen von FDP, Werteunion und AfD erkennen. Aus eben diesem Spektrum rekrutiert sich zumindest zum Teil die Basis der LKR. Vier Sitze in Landtagen verdankt die Partei Übertritten aus der AfD.

 Ein Kreisverband Oldenburg-Land ist auch mein persönliches mittelfristiges Ziel.“

Thomas Michael Rappers

„Ein sehr großer Teil unserer Mitglieder, nämlich etwa 40 Prozent, sind vormals unpolitisch gewesen. Und zwar in dem Sinne, dass sie vor ihrem LKR-Beitritt gar keiner Partei angehört haben“, betont Rappers. Er ist Beisitzer im Vorstand des LKR-Kreisverbandes Ammerland, den er als Gründungsmitglied mit aus der Taufe hob. Zwar verzeichne die Partei insgesamt Zuwächse, aber, so Rappers: „Im Moment sind wir, was die Mitgliederzahl angeht, hier im Oldenburger Land noch nicht stark genug, um einen eigenen Kreisverband initiieren zu können. Das streben wir aber an. Ein Kreisverband Oldenburg-Land ist auch mein persönliches mittelfristiges Ziel.“

Konservativ-liberale Kleinstpartei

Wie er selbst zu den „Reformern“ gekommen sei? „Ich verfolge ihren Werdegang seit ihrer Gründung. Ich habe mich dieser liberal-konservativen Reformerpartei angeschlossen, weil sie europapolitische Positionen vertritt, die ich teile. Wir bekennen uns ganz klar zur EU. Das ist auch Teil unseres Parteiprogramms. Allerdings sehen wir Reformbedarf in der Haftungs- und Schuldenunion auf EU-Ebene. Für uns ist nicht nachvollziehbar, wieso wir mit 750 Milliarden Euro für einen Fonds mithaften sollen. Das sind Dinge, die muss man einfach kritisch hinterfragen dürfen. Wir wollen auch, dass mit dem Geld, das wir hier in Deutschland erwirtschaftet haben, nicht so um sich geworfen wird.“ Ein „Dexit“ stehe bei den LKR ausdrücklich nicht zur Diskussion, betont Rappers.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Liberal-Konservativen Reformer aktuell eine Kleinstpartei sind und bislang bei jeder Landtagswahl, bei der sie antraten, deutlich unter der Ein-Prozent-Marke blieben.

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