Hörfunkbeitrag mit Angela Willms und Heinrich Sudmann

Ozeanbrücke in Klein Amerika avanciert zum „Lieblingsort“

War ursprünglich nicht mehr als ein einfacher Steg: die Ozeanbrücke.
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War ursprünglich nicht mehr als ein einfacher Steg: die Ozeanbrücke.

Klein Amerika – Einen etwa vierminütigen Beitrag im Hörfunk über die Ozeanbrücke in Klein Amerika will Radio Bremen am Sonnabend, 8. Mai, 13.40 Uhr, im Rahmen der Reihe „Lieblingsorte“ auf Bremen 2 (88,3 Megahertz) senden. Darin kommen die Gästeführer Heinrich Sudmann und Angela Willms zu Wort. Der Sender hatte sich mit seinem Anliegen an die Samtgemeindeverwaltung gewandt.

Durch ein von Maren Jehlicka verschicktes Rundschreiben an die Gästeführer erfuhren auch Willms und Sudmann davon. „Ich weiß einiges über die Ozeanbrücke. Als ich in den 1950er-Jahren als kleiner Knecht auf dem Hof Wesemann arbeitete, gab es da nur einen einfachen Steg aus ein paar Bohlen über die Delme“, sagt Sudmann.

Wer das einstige – mit der Ozeanbrücke eng verbundene – Gasthaus Amerika errichtet habe, sei gar nicht so leicht herauszufinden gewesen. Nach Sudmanns Kenntnis kam der Bauherr vom Hof Wesemann. „Der Landwirtssohn wanderte – wohl zwischen 1880 und 1890 – nach Amerika aus, kam dort zu Geld, heiratete eine Amerikanerin und kehrte zurück. Das dann von ihm erbaute Gasthaus im heutigen Klein Amerika, wo es seinerzeit nur Heide und Buschwerk gab, war in dem Bereich das erste Gebäude. Seine Frau fühlte sich hier aber nicht wohl. Um ihr ein Gefühl von Heimat zu geben, nannte ihr Mann das Gasthaus ,Amerika’. Das hat aber nicht geholfen. Aus Liebe zu seiner Gattin verkaufte der Erbauer das Gasthaus und ging mit ihr zurück in die Vereinigten Staaten“, erzählt Sudmann.

Saal bot Platz zum Tanzen und Feiern

Zwei Töchter des damaligen Käufers Hermann Heitmann, Martha Beuke und die Frau des ehemaligen Bürgermeisters Heinrich Knolle, erlangten in Harpstedt einige Bekanntheit. Das Gasthaus sei abermals veräußert worden, und zwar an Heinrich Plate, der es bis in die 1960er-Jahre hinein bewirtschaftet habe. „Im Saal gab es schöne Feiern“, entsinnt sich Sudmann. An Weihnachts- und Landjugendbälle der frühen 70er – unter Pächter Weyhausen – kann sich Angela Willms noch gut erinnern. Nicht sehr viel später endete die Geschichte der Gastwirtschaft. Später wurde daraus das „Haus am Bach“, eine Einrichtung für verhaltensauffällige Jugendliche. Heute wird das Gebäude privat genutzt.

Schon Hermann Heitmann soll einen einfachen Steg gebaut haben, der in Anlehnung an den zum Gasthaus Amerika führenden Weg den Namen Ozeanbrücke verpasst bekam. Eine „ordentliche“ Brücke entstand Jahrzehnte später (1967), damals mithilfe des Technischen Hilfswerks. 2006, 24 Jahre nach einer Sanierung, folgte ein kompletter Ab- und Neubau. Stolze 175 Meter misst die anderthalb Meter breite Holzbrücke im Wald.

Reporter radelt aus Bremen nach Klein Amerika

Zurück zu dem Hörfunkbeitrag: Das Interview mit Angela Willms und Heinrich Sudmann führte am 21. April in Klein Amerika ein junger Journalist, der von Bremen auf dem Fahrrad angeradelt kam. Zuvor sei er, so Willms, mal bei einem Spaziergang mit seiner Freundin auf die Ozeanbrücke gestoßen und habe sich über deren Namen gewundert. Grund genug, der Sache auf den Grund zu gehen. Ein Beitrag für die Hörfunkreihe „Lieblingsorte“ bot sich an.  

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