Umfahrungsstrecke über Gebühr beansprucht

A 1-Chaos auf Groß-Ippener-Weg

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Der Zustand des Groß-Ippener-Wegs hat sich bereits erheblich verschlechtert. 

Kirchseelte/Stuhr - Wenn auf Autobahn, Bundes- oder Landesstraße „nichts mehr geht“, weil „alles steht“, sucht sich der Verkehr seinen Weg über Strecken, die mitunter für eine allzu starke Beanspruchung gar nicht ausgelegt sind. So auch in der Samtgemeinde Harpstedt.

Als die Erneuerung der Brücken über die Delme und den Burggraben-Umläufer in Höhe Amtshof den Flecken für Monate teilte, entdeckten viele Verkehrsteilnehmer die „Purrmühle“ als vergleichsweise kurzen Schleichweg für Umfahrungen für sich. Sehr zum Leidwesen der Gemeinde Beckeln. Nun ächzen schon seit einiger Zeit die Kirchseelter unter der Verkehrslast, die der Groß-Ippener-Weg wegen des Stau- und Baustellenwahnsinns auf der A1 fortwährend verkraften muss. Dass die Überbeanspruchung – vor allem durch den Schwerlastverkehr – Folgen hat, bleibt nicht aus. Die Seitenränder sind total ausgefranst. Der Asphalt reiße an diversen Stellen auf, berichtete Uwe Kräkel (SPD) am Montag im Samtgemeindefachausschuss für Umwelt, Bau und Planung. Er sprach das Thema unter dem Punkt „Anfragen und Anregungen“ an. Der Groß-Ippener-Weg könne wegen seines Ausbauzustandes als Gemeindeverbindungsstraße (GVS) und seiner nicht hinreichenden Fahrbahnbreite eine solch starke Verkehrsbelastung nicht verkraften, bestätigte Klaus Stark (SPD), bekanntlich auch Kirchseelter Bürgermeister. Laster könnten sich dort nicht begegnen, ohne auf die Berme auszuweichen. Zwei von Stark erwähnte, erst kürzlich geschehene Unfälle wecken schlimme Ahnungen: „Es muss bald etwas passieren, weil es keine Toten geben darf“, mahnte Kräkel.

Verwaltungschef Herwig Wöbse ahnte indes: Eine Sanierung des Groß-Ippener-Wegs aus Haushaltsmitteln der Samtgemeinde, die Baulastträger aller GVS ist, ginge richtig ins Geld. 20 0000 oder 30 0000 Euro in den Etat einstellen und sanieren – ein solch teurer, aber bequemer Weg schwebte Klaus Budzin (SPD) eben gerade nicht vor. Die Samtgemeinde habe die Straßenschäden schließlich nicht zu verantworten, betonte er. Will heißen: Die Kommune müsste sich an „höhere Stellen“ wenden, streng genommen an den für die Autobahnen zuständigen Bund. Wenn es darum geht, sich Gehör zu verschaffen, kann es sicher nicht schaden, sich einen weiteren Beschwerdeführer ins Boot zu holen, dachte sich wohl Marko Kleinert (CDU). Er regte an, den Kontakt zur Gemeinde Stuhr zu suchen, die auch unter dem Baustellenumfahrungsverkehr leidet.

Budzin will nun aktiv werden und die Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag (SPD), Astrid Grotelüschen (CDU) und Christian Dürr (FDP) auf den Plan rufen. Das ist wohl überfällig. Denn die Parlamentarier haben sich zum Thema A1 bislang in großer Zurückhaltung geübt. Das verwundert, zumal die Großbaustelle ab Dreieck Stuhr, das dadurch bedingte alltägliche Verkehrschaos und die Unfälle mit zum Teil schwerem bis tödlichem Ausgang in Medien und Bevölker- ung sehr präsent sind. J boh

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