1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Harpstedt

Kirchseelter Rat lädt zu erstem Bürgertreff ein

Erstellt:

Von: Leif Rullhusen

Kommentare

Vom Rat beteiligten sich neben Bürgermeister Klaus Stark (v.l.) Vanessa Bielefeld, Petra Brinkmann und Bernd Meyer an der Veranstaltung.
Vom Rat beteiligten sich neben Bürgermeister Klaus Stark (v.l.) Vanessa Bielefeld, Petra Brinkmann und Bernd Meyer an der Veranstaltung. © rullhusen

Der Kirchseelter Rat hatte am Mittwochabend zum ersten Bürgertreff ins Dreimädelhaus eingeladen. Zweieinhalb Stunden lang tauschten sich Politik und Bürger intensiv aus.

Kirchseelte – Die Themen waren vielfältig, die Beteiligung mit acht Bürgern zur Premiere noch überschaubar. Der Kirchseelter Rat hatte am Mittwochabend zum ersten Bürgertreff ins Dreimädelhaus eingeladen. „Ich bin sehr zufrieden“, zog Bürgermeister Klaus Stark nach zweieinhalb Stunden reger Diskussion ein positives Fazit. Die Teilnehmerzahl wertete er angesichts des Termins in den Osterferien als Erfolg, hofft für die Zukunft aber auf mehr Zuspruch.

Ein neues Format, in dem diskutiert werden kann

„Der Bürgertreff soll die Gelegenheit bieten, sich über verschiedenste Themen zu unterhalten“, erklärte Stark zu Beginn der Veranstaltung. „Er ist neben der Ratssitzung ein neues Format, in dem auch diskutiert werden kann“, erläuterte er den Premieren-Besuchern. Der Rat sei als Gremium sehr formalisiert, ein Austausch mit den Bürgern kaum möglich. „Wir schmoren dort im eigenen Saft“, so Stark. Neben ihm beteiligten sich die Ratsmitglieder Vanessa Bielefeld (Grüne), Petra Brinkmann (SPD) und Bernd Meyer (CDU). Zu den Themen sagte Stark: „Nichts ist verboten. Es sollte aber nichts sein, das nur einzelne Personen betrifft.“

Kurzer Einblick in den Haushalt

Um die Bürger für die Zwänge der Lokalpolitik zu sensibilisieren, gab der Bürgermeister zunächst einen kurzen Einblick in den Haushalt der Gemeinde. Nach dem Abzug der Umlagen für Gewerbesteuer sowie an Kreis und Samtgemeinde blieben Kirchseelte im Jahr gerade einmal zwischen 120 000 und 150 000 Euro für laufende Ausgaben. Davon müsse alles bezahlt werden, von der Briefmarke bis zum Straßenunterhalt, verdeutlichte Stark.

Die anschließenden Diskussionsthemen reichten von der illegalen Müllentsorgung über Leinenzwang für Hunde und dem allgemeinen Bürgerengagement bis hin zum umstrittenen Neubau der Brücke zwischen Kirchseelte und Gräfinghausen über den Klosterbach.

Diskussion über neu Brücke zwischen Kirchseelte und Gräfinghausen

Hier wünschten sich insbesondere die Politiker eine Einschätzung der Bürger, wie mit dem maroden Bauwerk zwischen den Gemeinden Bassum und Kirchseelte umgegangen werden sollte, das vor allem von Radtouristen genutzt werde. „Wie viel Geld darf man als Gemeinde dafür ausgeben“, fragte Meyer in die Runde. Ein Neubau müsse mindestens drei Meter breit werden und würde mehrere Hunderttausend Euro verschlingen. Bassum lehne eine Beteiligung an den Kosten ab, weil die Brücke Kirchseelte gehöre. Selbst mit finanzieller Unterstützung aus Fördertöpfen würde für die Gemeinde noch ein ordentlicher Brocken übrig bleiben, erläuterte Stark. Der Gemeinderat tendiere daher zu einer Instandsetzung, die rund 30 000 Euro kosten und die Lebensdauer des Bauwerkes um rund 20 Jahre verlängern würde.

Die anwesenden Kirchseelter hatten wenig Verständnis dafür, dass die Gemeinde alleine auf den Kosten für eine Brücke sitzen bleibt, die für sie wenig Nutzen habe, zugleich aber Teil des Jakobsweges ist und in vielen Radführern steht. Einige waren der Ansicht, man solle das Bauwerk ersatzlos abreißen oder einfach nicht bezahlen. Andere schlugen vor, eine Spenden-App zur Finanzierung einzurichten oder einen gemeinnützigen Verein zu gründen.

Wenig Konkretes über geplantes Neubaugebiet

Informationsbedarf hatten die Besucher auch hinsichtlich eines geplanten Neubaugebietes in Kirchseelte. Hier hielten sich die Politiker mit Details allerdings sehr zurück. „Der Gemeinderat ist an dem Thema dran“, versicherte Stark. Wo es entstehen soll, verriet er noch nicht. Es gebe bereits eine umfangreiche Warteliste für die Grundstücke. „Auf der stehen viele junge Leute aus der Gemeinde“, verriet der Bürgermeister. Die Vergabe soll nach einem Punktesystem erfolgen, das auf jeden Fall Kirchseelter vorrangig berücksichtige.

Insgesamt erwies sich der erste Bürgertreff der Gemeinde durchaus als Ideenschmiede. Ein Termin für den nächsten steht noch nicht fest. Geplant ist, die Veranstaltung alle zwei Monate auszurichten, nach Möglichkeit an einem festen Wochentag.

Auch interessant

Kommentare